Wifo

EZB soll wie US-Fed niedrige Zinsen garantieren

16. Jänner 2012, 14:55

Wien - Die Europäische Zentralbank (EZB) soll unter Bedingungen doch in die Finanzierung europäischer Staaten einsteigen und eine Garantie abgeben, dass die Zinsen für die staatlichen Schulden einen bestimmte Höhe nicht übersteigt, sagte Karl Aiginger, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) am Montag. "Die US-amerikanische Notenbank macht im Prinzip das gleiche".

Von der EZB-Zinsgarantie solle nicht jeder Staat begünstigt werden, "sondern nur der, der eine glaubhafte Fiskal- und Wachstumsstrategie fährt". Unter den europäischen Staaten werde es dann welche geben, die den "Zinssatz x" und andere, die (als Beispiel) den höchsten garantierten Zinssatz "x plus 3 Prozentpunkte" zahlen müssten. Das müsse passieren, weil zu hohe Zinsen Wachstum verunmöglichten, sagte Aiginger.

Derzeit ist der EZB im Statut die Staatsfinanzierung verboten.

Zwar glaube in Europa "niemanden mehr, dass alles so weitergehen kann wie bisher", das bisherige europäische Modell sei aber "trotzdem eine Erfolgsgeschichte, wenn auch eine in der midlife crisis". Der vergleichsweise hohen Aufwand für Soziales und Umwelt sei eher ein Vor- als ein Nachteil, glaubt Aiginger

Kein Nord- ohne Südeuropa

Dass sich Nordeuropa von Südeuropa abtrennen könne sei "eine Illusion", die EU könne nur mit Südeuropa und angedockten weiteren Peripheriestaaten im Osten "eine Rolle in der Welt spielen" und könne nur in dieser Form die "größte Wirtschaftsmacht der Welt bleiben". Ein kleineres, "nördliches" Kerneuropa wäre zu unbedeutend, "als dass sich der chinesische Ministerpräsident wahrscheinlich die Zeit nehmen würde, es zu besuchen", meinte der Wirtschaftsforscher."Es muss ja nicht jeder den Euro haben, es wird eine abgestufte Mitgliedschaft geben".

Ein großes Europa sei auch deswegen notwendig, weil der Kontinent um Energie- und Rohstoffe etwa mit den Chinesen konkurrieren müsse, argumentierte Aiginger. Dass ein solches politisches Konglomerat Europa dann auch aufrüsten müsste, glaubt er dagegen nicht. Im Gegenteil - die europäischen Militärausgaben seien in den letzten 20 Jahren auch relativ nicht gesunken, kritisierte Aiginger. Er verstehe auch nicht zu, warum Griechenland nach wie vor viel Geld (drei Prozent des BIP) für das Militär ausgebe. (APA)

Kommentar posten
12 Postings
Dr. Seltsam
 
00

Na endlich!
Blitzgneisser!

Mostbluzza
00
14.2.2012, 16:23
was heisst na endlich?

wohin die fed uns führen wird, werden wir bald sehen.

gevater greenspan hats vorgemacht wie es läuft ... immer schneller in den abgrund. noch ein blaserl produzieren und zeit schinden.

das gleiche macht die ezb. niedrige zinsen sind der wirtschaft wurscht, weil sie nicht investiert.
und dem häuslbauer ... najo, schwer genug ohne ek.

niedrige zinsen produzieren gerade die nächste ... die mutter aller blasen. die explosion allein dieses blaserls wird für den kollaps reichen, da brauchen wir über 5 andere sollbruchstellen des systems gar nicht reden.

die ezb muss die zinsen erhöhen. kann sie aber nicht (wegen südeuropa, schuldnerländern). wie usa.

liebes wifo, keine tipps a la usa fed. wir sitzen auch so in der schei*e mit den brüdern.

Sidlo
01
16.1.2012, 17:43
Die EZB soll natürlich im Notfall mit unbegrenzten

Mitteln einspringen können um etwaige unkontrollierte Staatsbankrotte abzuwenden, den ein solcher würde alle in die Tiefe ziehen. Das allein genügt aber noch nicht: Um die vernichtenden Handelungleichgeiwichte zu beseitigen die die eigentliche Ursache für die Krise sind muß es auch zu einer Aufspaltung des Euros kommen in zwei oder mehrere Wärhungsblöcke mit unterschiedlicher Härte. Einer Aufspaltung der EU wäre das natürlich keineswegs wie hier implizit mitschwingend, viel eher des Gegenteil: Die wettbewerbsschwachen Länder können dann durch Abwertung die Handelbilanz ausgleichen, wodurch sie endlich wieder eine realistische Chance auf Wachstum hätten.

max notax
12
16.1.2012, 17:22

Bitte nicht schon wieder diesen Aiginger!!! Der kapiert nicht, dass man Kreditblasen nicht mit ihrer Ursache bekaempfen kann. Das sichere Resultat dieser Politik ist Hyperinflation.

Karl Krammer
00
16.1.2012, 17:13
der EZB, aber nicht den Banken

es steht jedem Euroland frei, seine Banken anzuweisen, Staatsanleihen zu kaufen oder notfalls eine staatliche nationale Bank zu gründen, die das für ihn macht. Banken, auch falls 100% in Staatsbesitz, können unlimitiert auf EZB-Geld zurückgreifen. Das ist heute schon möglich und es gelten für alle die gleichen Konditionen. Die Banken in Griechenland finanzieren sich ja schon seit 2010 fast nur mehr über diesen Weg. Hier müsste man seitens der Staaten nur noch kreativer werden.

max notax
00
16.1.2012, 21:34

"Kreativität" in der Staatsfinanzierung endet immer in der Pleite. 0% Defizit, ausgeglichene Leistungsbilanz va gegenüber Asien, Sparen und Senkung des Konsumniveaus bis Europa nicht mehr ein schwarzes Loch für Chinas Ramschartikel und Geld ist. Europas Glanzzeiten vom 17 bis 19 JH waren keine Zeiten wo man Konjunkturprogramme auf Pump finanziert hat und um chinesisches Geld zur Staatsfinanzierung bettelte.

Thomas Zehetbauer
 
00
16.1.2012, 16:45
16. Juni 2011: EZB dreht an der Zinsschraube: Das ist Terror

Die Weigerung der EZB, die Zinsen in der Eurozone unter 1% zu senken hat die Steuerzahler insgesamt 176 Milliarden Euro gekostet, wovon wieder 44 Milliarden auf Deutschland und 4.6 Milliarden auf Österreich entfallen.
http://www.hostmaster.org/ezb_dreht... ist_terror

2012 Showdown
 
01
16.1.2012, 17:31
DiE EZB könnte sich ander FED eine Beispiel nehmen !

Die 1% Grenze muss weck 0,25% wären ok!

Besser billige Geld als gar keines mehr!

MartinP
 
10
16.1.2012, 16:39
9 Trillionen Dollar...

Da sollte man dem guten Herrn Aiginger doch mal darauf hinweisen, dass die FED keine Ahnung über den Verbleib von Sage und Schreibe 9 Trillionen Dollar.

Das ist eine 9 mit 12 Nullen ( 9 000 000 000 000 )

Gut wenn wir das in Europa auch bekommen, drucken Geld in Hülle und Fülle, und innerhalb weniger Monate wissen wir nicht mehr wo es ist.

Ob das auf Dauer gut geht?! Ich zweifle daran.

Dr. Seltsam
 
00

Billionen bitte!
Trillions sind auf Deutsch noch immer Billionen.

Karl Krammer
00
16.1.2012, 17:18
ist der im Internet verbreitete Blödsinn nicht manchmal zu offensichtlich?

da die FED die Zentralbankkonten selbst führt, wird sie kaum etwas "verlieren" können.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.