Wien - Die österreichischen Konjunkturwerte haben sich von
Februar bis November 2011 "praktisch im freien Fall" befunden, hätten
sich mittlerweile aber wieder stabilisiert, sagte sagte Wifo-Chef
Karl Aiginger am Montagvormittag in Wien.
Die aus Umfragen unter Unternehmen gewonnenen Konjunkturtest-Daten
zeigten seit Dezember kleine Verbesserungen, "der freie Fall ist
gestoppt." Dies gelte gleichermaßen für die Produktionserwartungen
und für die Geschäftslage, der Dienstleistungsindex befinde sich
wieder im positiven Bereich.
"Ich sehe das Abwärtspotenzial nicht mehr so kritisch und wenn,
dann kommt es aus dem politischen Bereich", die Chancen, dass die
Rückgänge tatsächlich nur eine "Delle" seien, stünden gut, erklärte
Aiginger. Das Wirtschaftsforschungsinstitut hatte vor Weihnachten
seine Wachstumsprognose für 2012 auf 0,4 Prozent praktisch halbiert.
Bank Austria ist optimistisch
"Panik vor 2012 ist mit
Sicherheit auch nach dem vergangenen Downgrading der meisten
Euroländer nicht angebracht", bläst Bank-Austria-Chefökonom Stefan
Bruckbauer am Montag ins gleiche Horn.
Zu viel dürfe man sich vom neuen Jahr zwar nicht erwarten, denn
der Druck zur Verringerung der öffentlichen Schulden werde die
Dynamik der Binnenkonjunktur anhaltend bremsen. "Wir gehen daher für
2012 von einer nur moderaten Wachstumsrate von 0,8 Prozent aus."
In den ersten Monaten des laufenden Jahres werde die
Wirtschaftsentwicklung von einer anhaltenden Exportzurückhaltung und
einer "recht lahmen" Inlandsnachfrage belastet. Deshalb gehen die
Ökonomen der Bank davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im ersten
Quartal nur geringfügig steigen wird. Nichtsdestotrotz seien die
Aussichten gut, dass die globale Konjunktur im Verlauf des Jahres
wieder an Stärke gewinne und die europäische Vertrauenskrise
bewältigt werden könne, zeigte sich Bruckbauer optimistisch. (APA)