Wiener Neustadt

Skurriler Prozess um tote Katzen am Bezirksgericht

16. Jänner 2012, 12:47
  • Artikelbild
    foto: karl-josef hildenbrand/dpa

    Katzen auf dem Auto: gut
    Katzen unter dem Auto: Prozess

Bio-Bäuerin klagte Installateur, der Tier niederfuhr, auf Schadenersatz und Trauerschmerzensgeld

Wiener Neustadt - Skurriler Prozess im Bezirksgericht Wiener Neustadt um zwei tote Katzen: Eine Bio-Bergbäuerin klagte einen Installateur nicht nur auf 500 Euro Schadenersatz, weil er eine ihrer Katzen totgefahren hat. Die streitbare Frau verlangt noch weitere 500 Euro Trauerschmerzensgeld, weil der Bruder des Tiers "eingegangen ist, weil er aus Gram über den Verlust seiner Schwester nix gefressen hat", so die Begründung der Klägerin.

Der Zivilprozess dreht sich um "Milli", eine junge Katze, von ihrer Besitzerin als "rote Femina, die aussieht wie Garfield ... eine Rarität" beschrieben. Das Tier war eine "Frühjahrskatze, noch kein Jahr alt", als es Ende Dezember 2009 sterben musste. "Tatort" laut Klägerin: das Kopfsteinpflaster vor ihrer "Animal Farm" in der Buckligen Welt. Ein Installateur, den die Bio-Bäuerin und Hunde- sowie Katzenzüchterin zu sich beordert hatte, übersah beim Verlassen des Bauernhofes das Jungtier und überfuhr es. Die Besitzerin hörte noch die "Todesschreie" des Tieres, aber da war der Installateur mit seinem Pkw schon abgefahren. "Ich musste dem Mann nachtelefonieren", erinnerte sich die Bäuerin vergangene Woche vor der Richterin.

Andersfarbige Ersatzkatze hatte krummen Schwanz

Und was geschah dann? Der Installateur ist "widerwillig zurückgekommen, er hat die tote Katze in eine Schachtel gepackt, mitgenommen und begraben. Aber den Platz, wo er sie totgefahren hat und Blut war, hat er nicht geputzt". Das ist aber nicht der Grund, weshalb die Frau vor Gericht gezogen ist. Sondern: "Ich wollte die gleiche Katze ersetzt haben, das hat der gute Mann nicht kapiert". Stattdessen schickte er tags darauf seine Ehefrau mit einer "grau-schwarzen Tigerkatze, die einen krummen Schwanz hatte" zu der Bäuerin. Aber die wollte "keine x-beliebige Bauernkatze, sondern eine Zuchtkatze". Und da sie diese nicht bekam, zog die Frau vor Gericht.

500 Euro Schadenersatz für die tote "Milli" verlangt sie. Und da Millis Bruder nachträglich "krepiert" ist, dehnte die Bio-Bäuerin das Klagebegehren um zusätzliche 500 Euro Trauerschmerzensgeld aus. Der Prozess geht Ende Februar weiter, da soll unter anderem ein Zimmermann in den Zeugenstand, der gesehen haben soll, wie der Installateur die rote Katze mit seinem Pkw überrollt hat. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 223
1 2 3 4 5
Zwergsteirer
00
11.2.2012, 09:32

ein gast von mir hat im sommer meine geliebte stubenfliege brutalst erschlagen. ich werde jetzt auch 1000€ trauergeld einfordern ^^

meineMeinung1969
00
12.2.2012, 12:26
Was sind Sie für ein Unmensch?

Das Leben wird doch mehr als läppische € 1.000,-- Wert sein?

mM

GhostInside
01
17.1.2012, 12:58
BG Wiener Neustadt

Wenn der Installateur ein Tierschützer wäre, würde er bereits in Untersuchungshaft sitzen. So wird vermutlich nicht viel dabei rauskommen...

myChefkoch
00
17.1.2012, 12:35

kenn mich nicht so aus, aber fallen tiere vom gesetz her nicht unter eine "Sache"? Also überfahrene Katze = Sachbeschädigung? Bitte um Aufklärung

Ätzend
02
18.1.2012, 16:59
Wo ist Ihr Problem ?

Das ist ein ZIVILPROZESS. Selbstverständlich geht es um Ersatz für beschädigtes Eigentum. Weil eine Naturalrestitution (Rückgabe einer gleichwertigen Katze) nicht geklappt hat, will die Klägerin eben Geld. Mit Recht, wenn auch vermutlich viel zu hoch bemessen. Das Trauerschmerzengeld darf sie sich rechtlich in die Haare schmieren (und ihren so etwas einklagenden Anwalt dazu, falls sie einen hat).

GhostInside
01
17.1.2012, 13:07
ABGB

"Tiere sind keine Sachen, es gelten aber sachenrechtliche Bestimmungen".

Der Gesetzgeber sieht Tiere also nicht als Sachen an, verwendet aber sachenrechtliche Bestimmungen um nicht ein eigenes Tierrecht schaffen zu müssen.

Zitronenbaum
00
17.2.2012, 11:56

Danke fürs Zitat. Das war ja nicht immer so, von daher gibts bei vielen Leuten nach wie vor Verwirrung darüber. :')

Taschenkalender
01
17.1.2012, 13:00
so ist es

und jetzt will sie Ersatz, wo genau das skurrile hier sein soll versteh ich nicht wirklich..

Ätzend
10
18.1.2012, 17:40
Beim Trauerschmerzengeld für den Kater

vermutlich. Das ist wirklich ein Faschingsscherz.

| Der Andere |
10
17.1.2012, 11:23

die bäuerin wollt einfach niemanden mit einem krummen schwanz, ist das wirklich so schwer zu verstehen?

meineMeinung1969
00
12.2.2012, 12:28
Anscheinend ...

... kommt´s doch nicht nur auf die inneren Werte an?

mM

Sternchen100
01
17.1.2012, 10:34

Nun, 1. war das mit der Katze ein tragischer Unfall, 2. hätte die Bäuerin die Sorgepflicht für das Tier, es so zu halten, damit es erst gar nicht zu solchen Unfällen kommt, 3. scheint es mit deren Tierliebe nicht weit her zu sein wenn ihr eine arme Tigerkatze zu minder ist und sie einfach BARES will!

silvia hanna
 
00
19.1.2012, 23:08

sie züchtet anscheinend katzen - "durchgehend" rote, weibliche sind sehr selten - hat mir zumindest vor kurzem mein tierarzt erkärt.

Jehane
01
18.1.2012, 13:53

Außerdem hätte sie mit dem Kater zum Tierarzt gehen sollen - wenn eine unserer Katzen längere Zeit das Futter verweigert, lass ich sie zur Not über eine Sonde ernähren, aber ich schau ihr sicher nicht beim Verhungern zu.

rote Lola2
10
17.1.2012, 11:05

dieses bezirksgericht hat ja ohnehin schon etwas erfahrung mit tierschützern gesammelt. die werden das schon machen...

Chief Cohiba
00
17.1.2012, 10:21
Steht da...

...eigentlich was von "Privatgrund"? Da steht nur was von "Kopfsteinpflaster vor der whatever...".

Ansonsten könnte nämlich ein findiger Anwalt das Ganze umdrehen und eine Gegenklage wegen Tierquälerei einbringen, da die Tierhalterin ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hat und das arme Tier deswegen auf einer Verkehrsfläche ihr Leben lassen musste.

(Übrigens hab ich noch nie von einer Katzenrasse "Femina" gehört, so von wegen Zuchtkatze...)

Ätzend
01
18.1.2012, 17:36
Es gibt zwar sehr unfähige Anwälte.

Aber so schlimm wie Sie unterstellen wird es doch nicht sein. Femina heißt übrigens schlicht: Weibchen.

MFC
00
17.1.2012, 09:29
Die Lösung!!!!!

In der KFZ-Versicherung eine Vollkasko für überfahrene Katzen einführen. Im Schadensfall 100% Kostenersatz d.h. sie kann sich eine Katze aus einem überfüllten Tierheim aussuchen. Die Kosten des Tierheimes incl. Impfungen und Sterilisation übernimmt die Versicherung.

IncontinentIceweasel
02
17.1.2012, 09:37
Die Lösung:

Kfz Haftpflicht.
Sollte sich herausstellen, dass die Forderungen der Frau berechtigt sind, fällt mir jetzt kein Grund ein, warum die Kfz Haftpflicht das nicht übernehmen sollte.

M L3
00
Inklusive Malus bei der Prämie :-)

Da zahlt man dann gelegentlich, je nach Bonusstufe, 300-500 Euro Schaden doch wieder selbst.

altbürgermeister
29
17.1.2012, 09:22

Bei der psychischen Disposition des Frauerls tippe ich auf lang geplanten Selbstmord der beiden Katzen.

bagdadbatterie
03
17.1.2012, 09:15

die schmerzengeldforderung der bäuerin mag zwar in gewisser hinsicht lächerlich sein, aber eine katze überfahren, nix sagen und einfach weiterfahren?! DAS TUT MAN NICHT!!!

BlackFriday
 
00

kommt aufs auto an, mit einem klein-LKW merkt man das nichtmal

Ätzend
01
18.1.2012, 17:42
Muss

er ja nicht bemerkt haben, wenn das Katzerl klein und das Kopfstein(!)pflaster uneben war.

Nerdrage
06
17.1.2012, 07:38
"Ich wollte die gleiche Katze ersetzt haben"

die hat aber auch einen schaden.

als ob eine katze einfach so ersatzbar wäre. jede hat einen eigenen charakter. der geht es offensichtlich nur um oberflächliche werte.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 223
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.