Kundgebung für heutigen Montag in Prishtina geplant: 25 nichtstaatliche Organisationen wollen gegen "polizeiliche Brutalität" demonstrieren
Prishtina/Pristina - Die kosovarische oppositionelle Bewegung "Vetevendosje" ("Selbstbestimmung") hat für den 22. Jänner eine erneute Blockade der beiden zentralen Grenzübergänge zu Serbien - Merdare und Dheu i Bardhe (serbisch: Bela Zemlja) - angekündigt. Eine erste Protestaktion war am Samstag von der Polizei zerschlagen worden. Rund 50 Personen, darunter 31 Ordnungshüter, wurden in den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei bei Podujevo, nördlich von Prishtina und Dheu i Bardhe verletzt. 146 Protestierende wurden festgenommen, die meisten wurden einige Stunden später wieder auf freien Fuß gesetzt.
"Vetevendosje" will durch ihren Protest die Regierung dazu zwingen, einen Parlamentsbeschluss zu politischen und wirtschaftlichen Reziprozitätsmaßnahmen zu Serbien umzusetzen. Im Grunde geht es um die Unterbindung der serbischen Exporte in den Kosovo.
25 nichtsaatliche Organisationen wollen sich unterdessen am heutigen Montag vor dem Regierungsgebäude in Prishtina versammeln, um ihren Unmut gegen die "polizeiliche Brutalität" bei der Zerschlagung des Protests von "Vetevendosje" zu bekunden. Nach Meinung von Petrit Zogaj, dem Leiter der Bewegung FOL, einer Vereinigung mehrerer nichtstaatlicher Organisationen, würde die Verantwortung für die Polizeiaktion auch die internationale Staatengemeinschaft in Prishtina tragen. Diese habe mit ihren Aussendungen vor dem "Vetevendosje"-Protest den Weg für den Gewalteinsatz gegen die Protestierenden geöffnet, behauptet Zogar. Von Vertretern der internationalen Staatengemeinschaft war die geplante Grenzblockade im Voraus kritisiert worden. (APA)