Schuldenbremse

Grüne wollen helfen

16. Jänner 2012, 12:46
  • Artikelbild
    foto: apa/roland schlager

    Grüne wollen sich den Triple-A-Verlust nicht umhängen lassen.

Grüne bieten Reformpatenschaft an, stellen Regierung aber keinen "Blankoscheck" aus - FP-Strache: Schuldenbremse "nicht mehr so dringlich"

Mauerbach  - Angesichts von Eurokrise und Druck zum Schuldenabbau zeigen sich die Grünen bereit, den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP bei Steuer- und Verwaltungsreform unter die Arme zu greifen. Nicht denkbar sei dagegen ein "Blankoscheck" für die Schuldenbremse in der Verfassung, sagte Vizeklubchef Werner Kogler bei der Jahresauftaktklausur der Grünen in Mauerbach. Die Schuld für den Triple-A-Verlust Österreichs wollen sich die Grünen nicht umhängen lassen.

Anders sehen das die Freiheitlichen. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigt den Koalitionsparteien in Sachen Schuldenbremse nach dem Verlust der AAA-Bonität erst recht die kalte Schulter. Nach der Herabstufung Österreichs durch die Ratingagentur Standard & Poor's sei die Schuldenbremse "nicht mehr als so dringlich zu betrachten", sagte Strache am Montag vor Journalisten in Wien. Die Schuldenbremse sei nämlich von Beginn an nur ein "Placebo" gewesen. "Man hat versucht, mit dieser Placebo-Debatte etwas aufzuhalten, was nicht aufzuhalten war", kommentierte der FPÖ-Chef den Verlust des Top-Ratings.

***

Grüne für Reformpatenschaft

Kogler rief zu einer Reformpartnerschaft für Österreich auf. Dafür brauche es allerdings beide Regierungsparteien an einem Tisch. Derzeit würden SPÖ und ÖVP so agieren, als trauten sie einander nicht über den Weg. Man müsse dort sparen, wo es wenig Schaden anrichte und die Steuern in jenen Bereichen erhöhen, wo es nicht wachstumsschädigend sei, so Koglers Credo.

"Wir sind ja nicht aus Trotz skeptisch", sagte er in Richtung der Kritiker in der ÖVP, der er im Gegenzug ideologische Blockaden in Steuerfragen vorwarf. "Einen Blankoscheck zu unterschreiben, für wie blöd hält man uns eigentlich?" Außerdem habe ja schon bisher niemand die Regierung am Regieren gehindert. Unterstützen wollen die Grünen die Koalitionsparteien bei der Entmachtung der Landeshauptleute-Konferenz, die Kogler als "Epizentrum der Reformverweigerung" und "Blockadeelite" bezeichnete.  Die Aberkennung des AAA-Ratings durch die Agentur Standard & Poor's betrachtete er unaufgeregt, die Argumentation mit Verweis auf die Verflechtung mit Ungarn und Italien nannte er nachvollziehbar. 

FPÖ für Neuwahlen bei neuerlicher Herabstufung

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) warf der FPÖ-Chef vor, "der Hauptverantwortliche für das Scheitern der Schuldenbremse" zu sein, weil er das Gespräch mit der größten Oppositionspartei verweigere. Die FPÖ halte weiterhin an ihrer Forderung nach einer Verankerung direkter Demokratie in der Verfassung fest, weil durch verbindliche Volksbegehren auch die "Demokratiekrise" in Österreich gelöst werden solle.

Der FPÖ-Chef erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Schweiz, wo die Bürger auch über Sparmaßnahmen abgestimmt hätten. Dabei sei beschlossen worden, dass das Budget zu zwei Drittel durch Einsparungen zu sanieren sei. Gefragt, ob auch in Österreich über das Sparpaket abgestimmt werden soll, sagte Strache: "Auch das wäre sinnvoll."

Der Verlust der höchsten Kreditwürdigkeit sei schon seit längerem zu erwarten gewesen, betonte Strache. In diesem Zusammenhang stellte er sich hinter die US-Ratingagentur. "Es ist haltlos, dass hier finstere Mächte im Hintergrund am Werke sind."  Den Regierungspolitikern warf Strache vor, die Herabstufung "mit Achselzucken" hingenommen zu haben und so zu tun, "als hätten sie mit dieser Entwicklung nichts zu tun". Spätestens bei der nächsten Herabstufung durch eine Ratingagentur müsse es daher Neuwahlen geben, meinte Strache. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 55
1 2
Robert Alexander
00
17.1.2012, 17:05
Die Grünen wollen helfen??

Wem? Wie? Womit? Sich selbst?????

öl - ölölö
00
17.1.2012, 14:19
die grünen und insb. kogler sind für eurobonds

damit muss ich meiner partei (ja, ich bin grüner) leider jede lösungskompetenz in der eu-schuldenkrise absprechen. eurobonds bedeuten nichts anderes als eine potenzierung des derzeitigen pyramidenspiels nur um ein wenig zeit zu gewinnen. sie würden die chance auf einen umfassen euro-crash enorm erhöhen.

Trollblume
02
17.1.2012, 05:58
die verganbgenheit kann man nicht ändern

was für ein schwachsinniger titel 'die grünen wollen helfen'... als ob die "schuldenbremse" irgendwas ändern würde oder geändert hätte.
hört auf schulduge zu suchen und denkt endlich über lösungen nach

site:°~+*-||!#.\>
10
16.1.2012, 21:13

Was für Haufen durchgeknallter Flaschen – und der Heinzi ist der größte Dummschwätzer von allen.

"Nach der Herabstufung sei die Schuldenbremse "nicht mehr als so dringlich zu betrachten". Aber: Spätestens bei der nächsten Herabstufung durch eine Ratingagentur müsse es daher Neuwahlen geben, meinte Strache".

Hat der Typ nicht mitbekommen, dass die Herabstufung durch Fitch und/oder Moody's unmittelbar vor der Tür steht, und auch kommen wird, wenn die Politik weiter schläft?

Hat der Typ eine Ahnung was nur 0,5 % mehr Zinsen dem Steuerzahler (und Banken) kosten?

Hat der Typ nicht mitbekommen, dass eine Schuldenbremse in der Verfassung nichts ändern wird - und nur mehr eine Totalreform dieser Bananenrepublik den Crash verhindern kann.

Pauli Feuerstein
01
17.1.2012, 02:55
Bleibt die Frage wer wirklich durchgeknattert ist,

ich würde sagen dass es der Faymann ist! Der Grinsekanzler hatte es in der Hand!

Und, der Verfassungsrang der Schuldenbeemese ist vollkommen irrelevant, niemand hält die GROSSARTIGSTE & BESTE & INTELLIGENTESTE Truppe unter Faymann davon ab ein ausgeglichenes Budget vorzulegen!

meresi
20
16.1.2012, 17:48
na da schlingert die angeschlagene arche noah...

sprich "die insel der glückseligen" durch die stürmische see des finanzkapitals, keiner steht am ruder.. alle haben sich in den bauch des als unsinkbar gehaltenen schiffes verkrochen und zittern vor sich hin
früher wurden kapitäne die ihr schiff dem untergang weihten ohne die passagiere zu retten ..na was wohl...genau..eliminiert...in den guten alten zeiten hingen sie in der takelage...

Die grausame Realität 2012
10
16.1.2012, 21:57
Welcher Sturm?

Ich bemerke nur warme Luft, die von sogenannten Ratingagenturen abgesondert wird und an der sich Hysteriker berauschen.

meresi
11
16.1.2012, 17:35
um eines klarzustellen...ein staat der bei bildung

spart ist dem untergang geweiht...wer das nicht erkennt hat in der regierung sowieso nichts verloren...das ist eine wichtige investition in die zukunft...da braucht man nicht studiert zuhaben um das zuerkennen...der wahre grund dürfte sein, das bildung dann nur noch für die da oben leistbar ist, erinnert mich an die selektion der nattsiss nur mit anderen mitteln

Section Control
00
17.1.2012, 07:44
Wieso?

Faymann läßt doch eh in den wichtigsten Zeitungen inserieren, damit das gemeine Volk gebildet wird.

a number only
20
16.1.2012, 17:02

Eigentlich wäre die logischeste und auch ehrlichste Vorgangsweise der Regierung, Neuwahlen auszurufen. Nachdem sie die Schuldenbremse von selbst nicht in den Verfassungsrang bringen und das ja seitens EU "vorgeschrieben" ist, bleibt nichts anderes übrig, um Neuwahlen gleich auch als Volksabstimmung dafür zu verwenden. Vielleicht sind die Wähler sogar williger, als derzeit gedacht, und geben genau deswegen den Regierungsparteien wieder ihr Vertrauen. Ansonsten wird halt die Opposition kräftig dazugewinnen und zumindest eine dieser Parteien in die Regierung kommen und das dann mittragen müssen, was in Zeiten wie diesen notwendig ist. Wo ist das Problem?

daemeth
00
16.1.2012, 19:04

neuwahlen, mit wahlkampf in zeiten wo wir überall sparen müssen.

dann evtl. monate ohne neue regierung sind.

wer wünscht sich so etwas?

Trollblume
00
17.1.2012, 06:00

käm drauf an, ob was besseres nachkommt ;-)

daemeth
00
17.1.2012, 10:08

das traurige ist aber, das wir nichts besseres haben.

eine oppositionspartei muß in die regierung rein...oder zwei oder eine regierung wie in der schweiz....wo alle parteien involviert sind. so können wir auch alle wähler ansprechen. wäre aber eine utopie für das zerstrittene österreich.

Pierre d´Aubusson
00
16.1.2012, 18:07
Von wegen vorgeschrieben:

D hat sowas im Grundgesetz. Ja, und?
Und bevor Frankreich sowas bekommt wird noch viel Zeit vergehen. Wir haben also wirklich keine Eile. Außerdem: worauf (2011/xx/EWG) beruft man sich bei dieser Verpflichtung? Kommission? Nix bekannt.
Parlament? Nix bekannt.
Ah, die Regierungschefs haben beschlossen!
Demokratisch legitimiert? Wozu? Na, vielleicht, weil die Grünen sich ja so gern auf Demokratie berufen!

bula sagt
02
16.1.2012, 16:45
die positionen koglers sind prinzipiell

grossteils in ordnung.
nur eines ist - natürlich will man sich grünlicherseits gründlicher nun beiden seiten als zukünftiger konsensualer regierungspartner andienen - nicht überlegenswert:
für hilfe wird man in der politik nicht belohnt. da gibt es nur den beinharten tauschhandel.
und hier zu hoffen faymann oder spindelegger würden nun - da der schuldenbremsliche verfassungsrang kaum mehr relevanz besitzt - nur ein bisschen auf einen härteren reformkurs einschwenken und dadurch ihre klientel zugunsten der grünen verärgern, hiesse doch etwas naiv zu agieren.
aber da laut faymann (sprecher bilalic) ja noch zeit ist, wird wohl strache mit dem nächsten downgrading womöglich - leider - auch richtig liegen.

gianni speranza1
57
16.1.2012, 16:20
Strache:

kein Satz auch nur im entferntesten brauchbar, miteinander eine Sammlung der grössten Irrtümer die einander zudem widersprechen.

Wenn der Mann Kanzler würde ist Auswandern angesagt.

meresi
00
16.1.2012, 17:27
nur wohin mein lieber...ich bin beruflich viel

unterwegs...zur zeit sehe ich außer der schweiz kein vernünftiges land wo ich mich niederlassen könnte...südafrika..no..südamerika ? chile ? argentinien ? costa rica ? ach australien käme in frage...aber man benötigt mind. 50 000-100 000 australische dollares...als bankgarantie. holland wäre noch eine option das wars dann schon...

a wiener kind
44
16.1.2012, 16:04
...danke nein...

...es stehen jetzt nicht die radfahrer und vögel im vordergrund sondern der otto-normalverbraucher. für die haben sich die grünen noch nie ernsthaft eingesetzt.

DRIVER 8
25
16.1.2012, 16:23

Wer hat sich bisher für Otto Normalverbraucher eingesetzt?

Die SPÖ? Die ÖVP?
Oder gar Strache? Bruhahahahahaha!!!!

byron sully
28
16.1.2012, 15:55

sollten die grünen ohne bedingungen der schuldenbremse zustimmen, sind sie aus meiner sicht (so wie bereits jetzt schon die anderen vier parlamentsparteien) unwählbar. und die bedingungen MÜSSEN in richtung entmachtung der finanzindustrie gehen. zumindest in den bereichen, wo auf nationaler ebene möglichkeiten dazu bestehen.

Standard deviation
01
17.1.2012, 14:00

Die Verweigerung der Zustimmung zeigt, dass dieser
Gruppierung parteipolitische Opportunität mehr am
Herzen liegt, als das Wohl des Landes und ihrer Bürger.
An dieser Partei ist Hopfen und Malz verloren. Sie
eignet sich nicht einmal als Protestpartei.

vheissu
00
17.1.2012, 12:15

Auf nationaler Ebene wohl kaum, daher Wunsch ans Christkind.

kathrin die große
45
16.1.2012, 15:35

Beim durchlesen der Kommentare bin ich sehr froh, dass wir in Österreich keine direkte Demokratie haben!
Allerdings bin ich grundsätzlich gegen diese ... ansonsten könnte man wahrscheinlich die "Krone"-Redakteure bitten, die Regierung zu übernehmen - würd das selbe Ergebnis bringen und wär billiger als dauernde sinnlose Volksabstimmungen :-(

mejer al kebir
01
16.1.2012, 17:49
Direkte Demokratie

Mehr direkte Demokratie würde ich für sehr gut
halten und dafür bräuchte ich keine Redakteure der Kronen Zeitung.Dann könnten die Politiker sich endlich einmal bemühen den Willen der Bevölkerung gerecht zu werden und nicht mehr nur nach der Pfeife von
gr0ßorganisationen zu tanzen,so wie das auch in der Schweiz der Fall ist.

daemeth
01
16.1.2012, 19:06

mehr direkte demokratie würde vielleicht auch dafür sorgen, das sich die bevölkerung mehr mit hintergrundinformationen beschäftigt, anstatt nur die krone zu lesen...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 55
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.