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Schule ohne Störsender
Weil der Direktor eines Salzburger Gymnasiums während der schriftlichen Matura 2011 Handy-Schummeleien mit einem Störsender unterbinden wollte, hat das Fernmeldebüro des Verkehrsministerium den Sender beschlagnahmt und gegen den Schulleiter ein Verfahren eingeleitet. Dieser hatte das Gerät vollkommen legal bei einem Schulmittelausstatter in St. Pölten erworben. Das Verfahren endete schließlich mit einer Abmahnung. Direktor Gerhard Klampfer vom Wirtschaftskundlichen Realgymnasium Salzburg bestätigte der APA am Montag einen Radiobericht von ORF Salzburg.
"In Latein zu Beispiel habe ich mit zwei Suchbegriffen schon eine Trefferquote von 99 Prozent"
"Seit es Smartphones gibt, ist die Recherche im Internet sehr einfach. In Latein zu Beispiel habe ich mit zwei Suchbegriffen schon eine Trefferquote von 99 Prozent. In Mathematik ist es schwieriger, hier werden die Angaben oft abfotografiert", so Klampfer im Gespräch. Und die Abnahme der Mobiltelefone habe nicht funktioniert: "Die kommen mit zwei Handys, geben das von der Oma ab und behalten sich ihr Smartphone." Also habe er um rund 200 Euro diesen Störsender erworben und während der Matura neben der Toilette sichtbar aufgestellt. Im Umkreis von rund 15 Metern war dadurch kein Empfang mehr möglich.
Ein Netzbetreiber will die Störung bemerkt haben und verständigte die Behörde. "Das ist die offizielle Version. Da die Störung aber nur im Gebäude selbst bemerkbar war, vermute ich, dass irgendjemand die Störung gemeldet hat", so der Schulleiter. Was dann passiert ist, war "eine demütigende Geschichte." Zwei Mitarbeiter des Fernmeldebüros kamen mit großen Peilgeräten, orteten den Störsender und beschlagnahmten ihn, "das war eine große Aufregung".
Legal
Rasch wurde ein Verfahren eingeleitet, bereits am 17. Juni 2011 erfolgte die Befragung des Schuldirektors. Dieser gab zu verstehen, dass er den Sender ganz legal bei einem Schulmittelausstatter erworben hatte. "Ich war auch nicht der einzige, der ein solches Gerät gekauft hat, ich war nur der einzige, der erwischt worden ist." Klampfer kam schließlich mit einem blauen Auge davon: Er wurde wegen eines Verstoßes gegen das Telekommunikationsgesetz abgemahnt. Paragraf 74 besagt nämlich, dass Störsender nur Behörden verwenden dürfen, soweit diese mit Aufgaben der öffentlichen Sicherheit, Verteidigung, Sicherheit des Staates oder Strafrechtspflege befasst sind. Die Höchststrafe hätte 4.000 Euro betragen.
Damit blieb dem Direktor auch ein Disziplinarverfahren erspart. Der Sender wurde der Schule wieder übergeben, Klampfer musste sich aber dazu verpflichten, diesen nicht mehr zu verwenden. Dennoch rätselt er weiter darüber, dass seines Wissens nach teilweise auch bei Aufnahmeprüfungen an den Universitäten, etwa an der Medizinischen Fakultät, die Handys nicht funktioniert haben. "Wie die tun, weiß ich nicht." (APA)
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beim Schummelzettelschreiben ja noch was gelernt. Oder anders gesagt, der beste Schummelzettel war der, den man danach nicht mehr gebraucht hat.
Die "ich kann ja eh alles nachschaun"-Einstellung verleitet leider dazu, sich nicht einmal ein gewisses Grundwissen anzueignen/zu lernen. Es geht aber nicht ohne ein bisserl "dummes" Auswendiglernen.
selbstverständlich gehört jemand bestraft der vorsätzlich ein öffentliches Funknetz stört. Dass Notrufe damit vereitelt werden, ist nur einer der Gründe. Und wer kommt überhaupt auf so eine hirnissige Idee mit Störsender! Wenn dann kann man doch Schüler kontrollieren was sie mit in den Prüfungsraum nehmen. Ich verstehe gar nicht wie man Störsenderbastler verteidigen kann ...
Selbstverständlich gehört ein Strafverfahren gehen einen Störsenderbetreiber eingeleitet. Kann doch nicht jeder wild draflosfunken wie er will! Warum glaubst Du müssen zB Amateurfunker eine Prüfung ablegen? Aus gutem Grund ist (eigentlich überall auf der Welt) ziemlich genau geregelt wer wann wie und wo welche Funknetze betreiben darf bzw. gibt es schmale Bänder (mit stark reduzierter Sendeleistung) die für jedermann zulässig sind (s. CB, PMR, ehem. LPD usw.) Außerdem kann so ein "Störsender" auch zu Problemen in anderen Funknetzen führen, zB wenn er auf der 2, 3. 4. Harmonischen (Oberwelle) auch noch sendet. Also logisch ein Strafverfahren, was denn sonst?
der hat's halt ein wenig tiefer ...
Ist es das, was Sie uns - vermutlich schmunzelnd - mitteilen wollen?
Das Problem scheint ja tatsächlich zu existieren, u. die möglichen Lösungen sind alle sind so einfach; so viel ich weiß, gibt es auch vor manchen Fußballstadien Perlustrierungen, die wegen der hohen Zuschauerzahlen sichtlich aufwendiger sind als bei Maturanten eines Jahrgangs; sollten sich die Lehrer u. Lehrerinnen weigern, dann müssen sie halt besser aufpassen, schließlich müssen die Schüler, sollten sie diese Schummelmethode anwenden, den korrekten Text ja wieder vom Handy auf ihr Batt übertragen ...
Von Lehrpersonal des jeweiligen Geschlechts natürlich - oder als einzige Sanktion für's Schummeln die Negativbewertung der ganzen Matura?
Vor allem bei Zweiterem würde doch jeder halbwegs bei Hirn nicht mehr auf die Idee kommen ...
frage an alle, die meinen "googlewissen" reiche:
wen würde man eher einstellen: den, der's im kopf hat oder den, der's erst googeln muss?
ohne profundes wissensbasis rennt gar nix und die muss man sich hart erarbeiten. ist aber bei der generation guttenberg nicht so richtig angekommen.
Ich versteh ja nicht wieso das einem Direktor nicht wurscht sein kann ob die Maturanten jetzt am WC kurz was googlen.
Da wird 8 Jahre Wissen vermittelt, jeder lernt brav (oder zu mindest bissl was => wird keiner vollkommen unvorbereitet zur Matura gehen) und dann kanns halt sein das einem was nicht einfällt. Wie im normalen Leben sollte man dann die Option haben zu "schummeln".
Alternative wäre es legal zu machen. Sprich 3 "Joker" => man kann 3 mal bei der Matura etwas googeln. (Egal welches Fach oder mündlich/schriftlich).
in so einem system entsteht dann halt auch ein gewisser schummeldruck:
ein paar schummeln ... haben bessere noten ... die andern denken sich "blöd waren wir" ... beim nächsten mal schummeln mehr ... das schummeln wird bald auch von den lehrern einkalkuliert, sie heben stoffmässig den druck an ... und - irgendwann geht's dann ohne schummeln für niemanden mehr (auch für die paar depperten ehrlichen). das ganze wird zu einer sinnfreien hitech-abschreibübung.
was habens den dagegen das die leute im internet nachschaun ? da lernes wenigstens sich informationen zubeschaffen und das ist in der realwirtschaft meist wesentlich wichtiger als alles auswendig zu können. Gutes lehren besteht meines erachtens aus einer mischung von verständnisslehren (also nicht einfach eine formel auswenig vorzubeten sonder zu versthen was der zweck dieser formel ist ) und dem lehren der Informationsbeschaffung. Aber bevor unsere pseudoreformisten mal die lehrtätigkeiten in öst kritisch hinterfragen wird lieber mit aller macht der status q aufrecht erhalten.
Ja aber es geht nicht darum, dass wir alle perfekt funktionierende Maschinen der Marktwirtschaft sind, sondern mündige, selbst denkende, intelligente Bürger, die genug Hintergrundwissen besitzen aktuelle Vorgänge zu behirnen.
Wenn ich von den Parolen und Aussagen der FPÖ höre muss ich aufgrund meiner Bildung irgendwie bemerken: Hoitas, do woa doch moi wos in den 1930iger Joah. Und dann von mir aus googeln. Obwohl das ist auch noch absolutes Minimum.
Nicht FPÖ hören, dann auf gut Glück mal FPÖ googeln, dann bei der Kritik die Meinung eines Intelligenteren lesen, dass da mal was war, dann die NSDAP googeln und dann wieder mir sagen lassen was sich andere gedacht haben.
Und das zählt nicht nur für diese konkrete Beispiel.
Wenn sie die Grundlagen nicht verstanden haben, dann nutzt ihnen das einfache "googlen" einer Lösung auch nix.
Sie haben dann zwar ein Ergebnis, aber sie verstehen es nicht wirklich ...
So gesehen denke ich, dass Bildung heutzutage immer noch mehrere Aspekte berücksichtigen muss: das Vermitteln der Grundlagenkompetenz einerseits - und damit meine ich nicht bloßes Auswendiglernen; gerade in den MINT-Fächern gibt es sehr spannende Ansätz eines inquiry-based learning! Aber das erstmals bei einer Prüfung anzuwenden ist halt zu spät.
Andererseits denke ich dennoch, dass heute auch die Vermittlung von Medienkompetenz und die sinnvolle Anwendung im schulischen Geschehen ihren Platz haben muss ...
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