Krone-Digital-Chef Rathmayr

Paywall-Pläne für krone.at begleiten Relaunch-Start

17. Jänner 2012, 15:51
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    foto: kurt keinrath photography

    Die Weichen sind gestellt: Peter Rathmayr und Wolfgang Altermann, Geschäftsführer der Krone Multimedia GmbH, starten den Relaunch von krone.at.

Krone Multimedia baut aus - Peter Rathmayr: "Online- und Printredakteure sind zwei Welten, die man zusammenbringen muss"

2012 will die "Krone" verstärkt als Dachmarke in Erscheinung treten. Logischer nächster Schritt zum integrierten Auftritt ist der Relaunch der Website krone.at, der gleichzeitig Startschuss zu einer fundamental differenzierten Arbeitsweise in der Produktentwicklung sein wird.

"Derzeit arbeiten rund 30 Redakteure in unserer Online-Redaktion. Das liegt auch am schwierigen Jahr 2010, in dem die wirtschaftlichen Ziele weit hinter den Erwartungen blieben. 2011 haben wir ein dreistelliges Umsatzwachstum erreicht und werden uns künftig auch personell wieder stärker aufstellen können", beschreibt Peter Rathmayr, Geschäftsführer der Krone Multimedia, die Ausgangssituation für den eingeleiteten Relaunch-Prozess.

Wie die Website letztlich aussehen wird, ist noch nicht entschieden, nur dass eine Modernisierung von Farbe, Schrift und Containerlogik geplant ist. "Wir arbeiten beim Relaunch zum Großteil an Dingen, die der User nicht sieht, aber mittelfristig merkt. Es geht um redaktionelle Workflow-Optimierung, die Dynamisierung von Content, Coding und Werbeplätze. Der grafische Frontend-Programmierungsaufwand macht von den Projektressourcen nur einen kleinen Teil aus", erzählt Rathmayr gegenüber derStandard.at.

Website-Relaunch komplett inhouse

Alle grafischen und technischen Prozesse sowie die Suchmaschinenoptimierung sollen auf Wunsch der Geschäftsführung inhouse abgewickelt werden, einerseits weil der Markt an Frontend und Backend-Programmierern ziemlich ausgedünnt ist, andererseits aufgrund der strukturellen Gewachsenheit der Datenbank und des Redaktionssystems. Der Fokus liegt auf dem besseren Informationsfluss zwischen den Redaktionen. "Online- und Printredakteure sind zwei Welten, die man zusammenbringen muss", bringt Rathmayr die Herausforderung auf den Punkt, "wir wollen unsere Redaktionssysteme so optimieren, dass wir schneller und somit aktueller werden. Es werden im Haus zwei Redaktionssysteme existieren, die über die Schnittstelle eines Contentpools miteinander reden können. Zukünftig sollen mehr Printartikel online erscheinen, aber es gibt noch keine technische Möglichkeit das auf 'Knopfdruck' zu übernehmen, aber dahin geht die Reise."

Mögliche Paywall für krone.at

Für die Zeit nach dem Relaunch wird intern bereits die Paywall-Frage diskutiert, erzählt der Multimedia-Verantwortliche: "Eine Paywall wird nur erfolgreich sein, wenn die digitalen Produkte und der Content harmonisiert sind. Man benötigt eine zentrale User-Datenbank, um intelligente Produkte auf den Markt zu bringen". Als Vorbereitung dafür soll die Community gestärkt und innerhalb der "Krone"-Leserschaft mit einem optimalen Online-Produkt gebunden werden. "Wir haben 800.000 Abonnenten - ein noch nicht gehobener Goldschatz", gibt Rathmayr zu bedenken. Social Media werde dabei als externer Verstärker eingebunden, primäres Ziel wird es aber sein, die geballte Kraft der täglichen Zeitungsleser auf die Website zu übertragen.

Wettbewerbsvorteil krone.tv

Als Wettbewerbsvorteil könnte sich die jahrelange Videoerfahrung mit krone.tv herausstellen. "Bewegtbild ist ein Eisbrecher und kommt gut an", freut sich Rathmayr über den wachsenden Bereich im Multimedia-Unternehmen, "die Konstellation als Print-, Radio- und Onlinemedium gibt uns ein Reichweitenrückgrat. Derzeit arbeiten zwischen sieben und acht Leute in der Webvideo-Produktion. Die Projekte werden aufgrund der hohen Kosten sehr bedarfsorientiert gehandhabt." Neben den Webvideos wurde im August 2011 der Schritt in den TV-Bereich gewagt. Mit dem Partner Spiegel TV werden für Puls 4 Dokumentationen mit fünfzigprozentigem Österreichanteil produziert. "Spiegel stellt uns die Marke und das Archiv zur Verfügung und 'Krone' macht die komplette Produktion. Wir haben fünfzig Prozent Eigendrehanteil, der andere Teil wird über das Archiv gefüttert." 2012 soll die TV-Produktion weiter ausgebaut werden.

Vermarktung bleibt getrennt

Soweit die Annäherung zwischen Print und Digital auch schon gediehen ist, die Vermarktung bleibt auch in Zukunft getrennt. "Es gibt noch keine integrierte Vermarktung. Die 'Kronen Zeitung' wird über Mediaprint vermarktet und die Krone Multimedia vermarktet sich selbst, wir wollen und werden diese Konstellation nicht verändern", bestätigt Rathmayr und rechtfertigt die Praktikablität dieser Lösung: "Seit Monaten werden aber natürlich crossmediale Angebote konzipiert und verkauft. Die Online-Spezialisten beraten Print-Kollegen und trotz getrennter Vertriebsmannschaften treten wir sehr oft beim Kunden gemeinsam auf."

Demokratie-Instrument Webanalyse

Unterstützt von Christoph Dichand, den der Multimedia-Geschäftsführer als großen Befürworter des digitalen Ausbaus beschreibt, wird das Rezept für die webbasierte "Krone-Lösung" im expertimentierfreudigen Zugang der Webanalyse gesucht: "Das Kollektiv der User entscheidet, wie krone.at auszusehen hat. Jede Änderung hat Folgen und mit Webanalyse merkt man auf die Sekunde, ob etwas funktioniert oder nicht. Damit hat man unschlagbare Argumente in der Hand." (Tatjana Rauthl, derStandard.at, 17.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2
...and miles to go before I scream
00
22.1.2012, 23:07

Geht das Backend dann irgend wann mal mit einem anderen Browser als IE6?

Das mit der Offline-Anbindung stelle ich mir auch problematisch vor. Die Krone verwendet ein antikes System im Printbereich, und davon werden sie nicht runtersteigen. Knopfdruck? Sage ich jetzt einfach: nicht machbar. Das Ding läuft nicht einmal auf den Rechnern der Online-Redaktion, weil es eine eigene Tastatur braucht, ohne die es mWn nicht einmal startet.

johann potakowskyj1
 
00
21.1.2012, 18:38
Kontent aus der Printausgabe

Ich war ja der erste, der ein periodisch gedrucktes Magazin (den WCM) ins Internet überragen hatte. Das war sehr mühsam. Ich habe alles händisch gemacht. Also die Artikel abgeschrieben. die Fotos bearbeitet und jede Seite gesetzt. Damals gab es noch kein einziges CMS Programm. Arbeitszeit 14 Tage x 15 Stunden.

Ich musste alles erst einmal selbst rausfinden und beweisen (und nicht vermuten) dass Pagemaker eine Datenbank integriert hatte.
Dann bekam ich mein erstes. Das Tool produzierte aus dem Inhalt des Pagemaker statische HTML Seiten. Wegen der im Schnitt 400 schlechten Fotos, die nur für die schwarzweiße Druckausgabe genügten, brauchte ich dann 36 Stunden.

Fazit: Jedes DTP Programm hat schon eine Datenbank ... anzapfen ist leicht!

MemoryDragon
00
30.1.2012, 12:23
Zitat aus

Die4Da:

Jau und dafür gibts eine Software, im Falle der Krone, wenn ich jetzt Schreib "Negersau", dann übersetzt mir die Software das in Schwarzafrikanischer Asylwerber, und das Beste: Der Leser weiss sofort wie es gemeint war.

RIP Die4Da die beste Satireserie die es jemals im ORF gab.

p_e_t_z
01
20.1.2012, 14:20
Paywalls für News Content setzen sich nie bei der breiten Masse durch

...bitte nicht schon wieder...

Mich würde interessieren, warum die Krone glaubt, dass es eine Zahlungsbereitschaft für deren Qualitätsinhalte bei den Rezipienten gibt?

Kennt ihr jemanden, der für einen Zeitungsartikel, wie bei der Krone üblich, zum Beispiel "Mann beißt Hund" oder "2012 der Weltuntergang naht", bezahlen würde?

Geschäftsmodelle aus der Offline Welt in die Online Welt zu übertragen ist nicht gerade kreativ oder erfolgsversprechend, aber dennoch toi toi toi.

Die Krone wird uns bestimmt allen in naher Zukunft zeigen wie das geht ;)

Besen Ding
 
01
19.1.2012, 14:39
Ein fescher Burschi der Petzibär!

MemoryDragon
10
18.1.2012, 20:25
Danke

je weniger Leute diesen Schund lesen, desto besser.

Peter Holland
00
18.1.2012, 17:09

Bla bla bla.

Das ganze vermeintliche Fachtermini-Zeugs, gespickt mir Anglizismen und Schönfärberei, kaum zum Aushalten.

Es geht um journalistische Inhalte, und um journalistische Inhalte, und um journalistische Inhalte und um die Aufmachung und um die Aufmachung.

Natürlich und vor allem auch auf dem Boulevard.

Im Vergleich zum Online-Auftritt der Bild ist der der Krone unglaublich fad, anachronistisch und grottenschlecht gemacht.

Das ist das Problem und nichts sonst.

Staatssekretär
00
18.1.2012, 11:00

Printausgabe einstellen, Netzausgabe über Bezahlsystem. - He, das funktioniert!

Bei "Täglich Alles" wurden nur Management-Fehler gemacht.

Für die politische Kultur (Stichwort - Österreich belegt bei "Misstrauen gegenüber Migranten" EU-weit den 1. Platz) in diesem Land wäre es ein Segen.

deaschowida
00
18.1.2012, 08:35
und den ganzen aufwand nur

wegen der seite sieben und dem kreuzworträtsel?

Calimero22
00
18.1.2012, 10:25

eben, wozu für die krone zahlen, wenn youporn gratis ist ;-)

Perdita X. Dream
01
18.1.2012, 08:02

Bitte, immerhin bemühen sie sich, einen Schritt aus der multimedialen Steinzeit zu machen. Ich finde, das darf man positiv beurteilen.

F. Ritzl
00
18.1.2012, 07:21
Der grafische Frontend-Programmierungsaufwand macht von den Projektressourcen nur einen kleinen Teil aus

ist doch eh immer so - für unzählige Projektmanager, Produktmanager, Prozeßmanager usw. verpufft das Geld und noch dazu viel zu spät wird dann der Startschuß gegeben und der Code-Monkey darf unter Druck alles umsetzen und ist noch dazu der Böse, wenn am Launchtag nicht alles perfektest (sic) ist ...

Mick 22
112
18.1.2012, 01:41
Paywall - gute Idee!

Je weniger die Krone lesen, umso besser für unser Land!

Der lachende Mann
02
18.1.2012, 00:48
Paywall?

Gerüchteweise will Frau Brickner zur Krone wechseln.

znarfdwarf
012
17.1.2012, 23:52

Alle grafischen und technischen Prozesse [..] sollen auf Wunsch der Geschäftsführung inhouse abgewickelt werden, [..] weil der Markt an Frontend und Backend-Programmierern ziemlich ausgedünnt ist...

Tja, der Markt an 1700-EUR-brutto-Webdevelopern ist sicher ausgedünnt:

http://www.krone.at/ueber-kro... ory-295425

roßmann
00
18.1.2012, 16:11

+ Wuzzelturnier!!

Perdita X. Dream
03
18.1.2012, 08:19

Die 7 Euro brutto pro Stunde für einen "Forenmanager" sind aber auch nicht schlecht (http://www.krone.at/ueber-kro... ry-63388). Da steht "leistungsorientierte Entlohnung". Logische Frage: wie wenig muss muss ein Forenmanager für 7 Euro (brutto!) leisten?
Nebeninfo: laut AK beträgt der Mindestlohn für Haushaltshilfen 9,96.

<!-- 42 -->
00
19.1.2012, 14:01
und was macht so ein "forenmanager" eigentlich?

bestimmt das setzen von "@uname" überwachen, weils ja keine direktes antworten gibt,...

aber die ausschreibung ist einfach nur ein hammer. "einschlägige ausbildung oder berufserfahrung"...

einschlägige ausbildung: ok! also htl oder studium! 1700€ brutto - da hat man an der billa-kassa fürs selbe geld weniger verantwortung und aufwand.

studiert MINT! damit wir eure löhne noch schlimmer dumpen können.

zum speiben,...

boesel
00
18.1.2012, 08:54
Dafür kriegt man seinen eigenen Betriebsarzt!

Adam Markus
01
17.1.2012, 23:36

Ich unterstütze jede Initiative die straffälligen Hauptschulabbrechern neue Chancen gibt, also auch den Ausbau von Krone.at

archie
03
17.1.2012, 23:29
intelligente Produkte

sagt der Herr. Offensichtlich keine Ahnung fuer welche Zeitung er arbeitet.

georg kleb
03
17.1.2012, 22:57

Schöner Anzug.

cba
00
18.1.2012, 08:57

schlechte rasur

TaddyX
15
17.1.2012, 22:04
Wer den typischen ...

Krone-Abonnenten kennt, würde nicht mehr von einem nicht gehobenen Goldschatz sprechen. Viele davon werden niemals vom Blatt ins Net schauen, weil sie keine Internet-Nutzer sind.

Max Kahlenberg
01
17.1.2012, 21:36
"Es geht um redaktionelle Workflow-Optimierung, die Dynamisierung von Content, Coding und Werbeplätze. Der grafische Frontend-Programmierungsaufwand macht von den Projektressourcen nur einen kleinen Teil aus"

DANKE !

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