Dezember

Inflation nur leicht gesunken

16. Jänner 2012, 11:58
  • Artikelbild
    grafik: apa

Der Preisanstieg in Österreich hat sich auf 3,2 Prozent verringert

Wien - Leichte Entspannung auf der Inflationsfront: Der Preisanstieg in Österreich hat sich im Dezember im Jahresabstand auf 3,2 Prozent verringert, nach noch 3,6 Prozent im November. Grund dafür ist der sogenannte Basiseffekt bei Mineralölprodukten und Nahrungsmitteln: Hält ein Anstieg mehr als 12 Monate an, schlägt er sich im VPI nur mehr schwächer nieder. Mineralölprodukte heizten die Inflation aber nach wie vor an.

Im Gesamtjahr 2011 lag die Teuerungsrate im Schnitt bei 3,3 Prozent, wie die Statistik Austria am Montag mitteilte. Das ist der bisher höchste Wert in diesem Jahrtausend (2008: 3,2 Prozent). In den 1990er Jahren war die Inflation in Österreich nur 1993 mit 3,6 Prozent noch höher gewesen als 2011. Der für die Eurozone errechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs lag im Dezember im Jahresabstand um 3,4 Prozent höher - nach 3,8 Prozent im November. Im Gesamtjahr 2011 betrug die heimische HVPI-Rate 3,6 Prozent, womit ebenfalls der Wert von 2008 (3,2 Prozent) übertroffen wurde.

Der Anstieg des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) lag im Dezember mit 3,3 (nach 3,8) Prozent erneut leicht über jenem des allgemeinen Verbraucherpreisindex (VPI). 2011 insgesamt legte die Teuerung gemäß PIPH um 3,4 Prozent zu, ebenso stark wie 2008.

Spritpreis bleibt Preistreiber

Trotz des dämpfenden "Basiseffekts" blieben Mineralölprodukte in Österreich im Dezember mit 14 Prozent Teuerungs-Schub im Jahresabstand der Hauptpreistreiber. Ohne sie hätte die Inflationsrate nur 2,6 statt 3,2 Prozent betragen, teilte die Statistik Austria am Montag mit. Weitere wichtige Preistreiber waren Ausgaben für Wohnen und Nahrungsmittel.

Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" zog mit durchschnittlich 3,7 Prozent Preisanstieg den VPI im Dezember im Jahresabstand um 0,68 Prozentpunkte nach oben. Ausschlaggebend waren dabei Teuerungen bei der Haushaltsenergie (+6,4 Prozent, u.a. Heizöl +17 Prozent, Gas +13 Prozent, aber Strom +/- Null). Die Wohnungs-Instandhaltung kam um 3,3 Prozent teurer, Wohnungsmieten stiegen um 4,0 Prozent.

Die Preisanstiege der Ausgabengruppe "Verkehr" (im Schnitt +4,5 Prozent bzw. +0,62 Prozentpunkte VPI-Plus) wurden überwiegend durch Sprit-Preise verursacht, die im Jahresabstand um 13 Prozent stiegen. Wartung und Reparaturen von Pkw kosteten um 4 Prozent mehr.

"Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" kamen im Dezember um 4,0 Prozent teurer als ein Jahr davor. Die Preisanstiege bei Nahrungsmitteln lagen dabei im Schnitt nur moderat (+3,5 Prozent) über der allgemeinen Inflationsrate. Fleisch und Fleischwaren kosteten um 5 Prozent mehr, Molkereiprodukte und Eier um 6 Prozent mehr - trotz Bremsung durch den Basiseffekt. Brot und Getreideerzeugnisse kamen um 3 Prozent teurer, Obst um 2 Prozent, Gemüse jedoch verbilligte sich um 5 Prozent. Deutliche Preisanstiege wiesen alkoholfreie Getränke auf (+7,6 Prozent), wobei vor allem die höheren Kaffeepreise (+19 Prozent) durchschlugen.

Bei "Verschiedenen Waren und Dienstleistungen" waren teurere Versicherungsdienstleistungen (+2,7 Prozent) hauptverantwortlich. Die Preise für Schmuck und Uhren lagen im Dezember um 13,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Hauptpreistreiber im Monatsabstand war nach Angaben der Statistik Austria die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" mit 1,7 Prozent Teuerung. Dazu trugen vor allem Pauschalreisen mit 9,4 Prozent Preisanstieg gegenüber dem Vormonat November bei. Die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" dagegen dämpfte mit 1,2 Prozent Preisrückgang den Index im Monatsabstand am stärksten; Grund dafür waren erste Schlussverkäufe bei Bekleidungsartikeln (-2 Prozent). (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
Achilles pseudonym
 
00
16.1.2012, 19:43
kann mir wer helfen...

Also wenn die Preise im Jahresabstand 3,2 Prozent höher sind. Also Dezember 2010 zu 2011 jedoch der Index mit Basis 2010 auf 104,3 gestiegen ist wie das zusammen passt. Laut Index sind das bei mir dann ja 4,3% im Jahresabstand.
Oder beziehe ich mich bei Basis auf den falschen wert. Jahresendstand - 2010 ist gleich 100 und Jahresendstand = Dezember 2010 Preise?

Parzelle
11
16.1.2012, 16:00
Unser Wirt hat den Preis ......

fürs Menü von 5,9 auf 6,9 ab1,1,2012 erhöht
Mineralwasser 0.35 von 1,7 auf 1,9 erhöht
Bier 1/2 von3.2 auf 3.4 erhöht.

Ich möcht soviel Pensionserhöhung, bleibt nur selberkochen

silverfinger
01
16.1.2012, 17:21
keine ahnung die verwöhnten leut'

wer keine ahnung vom Einkaufspreis, Deckungsbeitrag, Rohaufschlag und Gewinnspanne hat - sollte einfach mal lieber nichts sagen!

1 Menü:
Suppe oder Salat Vorspeise: ca. 1 EUR
Hauptspeise: Eiernockerl oder Reisfleisch: ca. 2 EUR
Nachspeise: 2 Kugeln Eis oder ein Topfenstrudel: ca. 2 EUR
und dass sind nur einkaufspreise ohne energiekosten, ohne personalkosten ohne kosten dafür dass sie sich auf einen gepolsterten stuhl setzen und einen sauberen teller bekommen

für was glauben sie jetzt bezahlen sie zuviel????

Mineralwasser: 1,9 EUR ... ist ja immer noch zu billig
Bier: schon mal eines in Skandinavien, England, Italien, Spanien oder sonst wo getrunken??

Parzelle
01
16.1.2012, 17:31
Werter Silberfinger.......

...ich bestreite gar nicht was Sie hier vorrechnen, aber 2011 ging es sich mit 16,7 aus jetzt soll ich aber für das selbe Menüe 19,1 Euro zahlen(2 Personen) das ist immerhin eine Steigerung von ca.14%.
Erklären Sie mir das?

silverfinger
00
17.1.2012, 09:15

also wenn ihre preise stimmen, dann hat er schon zuvor zu niedrig kalkuliert und es ist nur eine korrektur

btw:

auch wirte müssen mit der erhöhung der energieabgaben usw. klarkommen
das bier ist wirklich teurer geworden (ca. 10%); sieht man auch im Spar, nur da fällts nicht so auf wenn statt 0,99 jetzt 1,09 steht ;)
anderes detto

Aracni Santini
11
16.1.2012, 14:29
niedrige Zinsen bedeuten

Geldentwertung, günstigerer Export, teurer Import. Niedrige Zinsen zeigen, dass Inflation weiter gewollt ist. Solange der EUR nur langsam nachgibt. - Wegen der Entschuldung der Staatsdefizite

Zarathustra
01
16.1.2012, 16:14
Niedrige Zinsen stehen für Deflationsangst...

...und deuten damit eher auf eine bevorstehende deflationäre Entwicklung hin. Sie zeigen, dass bei höheren Zinsen die Kreditnachfrage stagniert. Stagniert diese aber auch bei Zinsen nahe Null, dann kommt die Deflation.
Erst steigende Zinsen deuten auf eine Inflationserwartung hin.

Walter Bimini
00
16.1.2012, 16:12
um diese schuldenberge abzubauen braucht es schon eine hyperinflation und die werden wir auch bekommen

Achilles pseudonym
 
00
16.1.2012, 19:55
nicht ganz unrichtig.

kern unseres wirtschaftsystems ist das ungleichgewicht. kapital sammelt quasi kapital. oder reich wird immer reicher und arm wird immer ärmer.
reich borgt dann sein geld den armen. als die armen kann man auch den staat verstehen.
funktioniert auch so lange, so lange die armen fähig sind die zinsen zu zahlen. ist der punkt jedoch überschritten ist ein mechanismus das gleichgewicht wieder zu erzeugen - hyperinflation. schulden und kapital schrumpfen. alles wieder im lot.
nur die kleinen nebeneffekte machen probleme.
wirtschaftskrise, massenarbeitslosigkeit, hunger, sozialer unfrieden, ja bis hin zum krieg.
und einen 3. weltkrieg packen wir wohl nicht mehr mit "leichten" blessuren.

Aracni Santini
00
16.1.2012, 14:26
Dort findet man die aktuellen Daten

http://www.statistik.at/web_de/st... index.html

HVPI für das Jahr 2011 ist 3,6%

Walter Bimini
00
16.1.2012, 16:12
märchen aus tausend und einer nacht

Tintifax der ... Druide!
00
16.1.2012, 13:19
Der "Basiseffekt" ...

... wird bald wieder wesentlich weniger ausgeprägt sein, wenn Nahrungsmittel- und Energiepreise ihren Anstieg fortsetzen. Unruhen in Nigeria und Kasachstan, Säbelrasseln mit dem Iran, ... das Potential für 200 $/Barrel Öl ist jedenfalls vorhanden!

Aber auch ohne Konflikte halte ich so einen Anstieg für unvermeidbar, sofern nicht eine globale Rezession eintritt.

pox vobiscum
31
16.1.2012, 13:13
Deflation!

Ohne die Öl- und Energiekosten hätten wir schon eine Deflation.

Aracni Santini
16
16.1.2012, 14:11
Da waren Sie schon lange nicht mehr persönlich Nahrungsmittel einkaufen!

Ivan Bukov
00
17.1.2012, 09:07

Wieviel % ihres haushaltseinkommens geht fuer essen auf?

De schdadisdig is a hund
01
16.1.2012, 13:01
Und Schuld ist natürlich der Teuro,

weil die Wirtshäuser einfach 100 Schilling auf 10 Euro umgerechnet haben. Das hängt uns heute noch nach

silverfinger
00
16.1.2012, 17:22

damit haben nicht die wirtshäuser angefangen Sie hirni .. denken Sie mal nach ... ein land führt eine andere währung ein und die wirtshäuser denken sich "juhu"? :))

higgs - wozu?
13
16.1.2012, 12:59

wie belüge ich mein volk, teil 1:
infaltions statistik: ich nehme einen undefinierten, beliebig zusammengewürfelten warenkorb, mit dem ich anhand der preisentwicklung einzelner produkte die inflation feststelle - nachdem der korb aber nicht definiert ist, tu ich mir sehr leicht eine niedrige inflation vorzutäuschen - ich nehm einfach die produkte, die nicht viel teurer geworden sind in den korb, und hau andere produkte, welche viel teuerer geworden sind raus - elektronik rein, lebensmittel raus, pelzmantel rein, benzin raus, auto rein, energie raus usw. und schwupsdiwups, hab ich eine niedrige infaltion vorzuweisen, und die bürger wundern sich ein bissi, warum sie kein geld haben und sich einbilden, daß alles teurer geworden ist.

bildungsferneschicht
00
17.1.2012, 00:25

vor 35 jahren gab der durchschnittsösterreicher noch 50% seines geldes für lebensmittel aus.
jetzt sind es 12 %.(sport und freizeitartikel 14%).

trotzdem ist die inflation, wie eben jetzt,eine feine sache für den staat zur unauffälligen entschuldung.grossteils ist die inflation aber hausgemacht.

Achilles pseudonym
 
00
16.1.2012, 20:00
sie haben sich...

ganz sicher noch nie mit der zusammensetzung des warenkorbes beschäftigt....
was sie hier üben ist, ich nix wissen, aber behaupten.

Gaius Baltar
21
16.1.2012, 15:41
Mythos Inflationslüge

Kaum wo wird so oft amtliche Lüge unterstellt wird wie bei der Inflationsrate. Ich kann es inzwischen nicht mehr hören.

Nein, der Warenkorb, den die Statistik Austria zur Inflationsberechnung hernimmt ist nicht undefiniert, er ist auch nicht willkürlich, er orientiert sich an der Konsumerhebung, zuletzt 2009/10. Die Schwierigkeiten, die sich bei der Erfassung des Konsums des obersten und untersten Einkommensdezils ergeben, sind bekannt und dokumentiert.

Dass auch *aufgrund* von Preisänderungen kurzfristige Konsumänderungen stattfinden wird in untersch. Methoden anders berücksichtigt. Die Berechnung des VPI in Österreich erfolgt per Laspeyres-Index, der die Inflation überschätzt.

Was soll die Statistik deiner Meinung nach anders machen??

Elron Abarth
00
16.1.2012, 18:24

Mit dem Warenkorb kann man gut feststellen, um wieviel der Warenkorb teurer geworden ist.

Inflation ist was anderes.

Gaius Baltar
00
17.1.2012, 10:02

Inflation ist nichts anderes als Preisanstieg, gemessen wird er in Österreich über den Preisanstieg des VP-Warenkorbs.

Elron Abarth
00
17.1.2012, 15:52

Inflation ist nichts anderes als Geldmengenausweitung, mit dem Warenkorb messen Sie die Preissteigerungen des Warenkorbes.

Gaius Baltar
00
19.1.2012, 10:02

Geldmengenausweitung ist deshalb nicht Inflation, weil bei einem Anstieg der Warenmenge in Relation zur Geldmengenausweitung eben keine Inflation auftritt.

Inflation tritt auf, wenn das Verhältnis der Geldmenge zur Warenmenge steigt. Deshalb ist die Berücksichtigung des Warenkorbes essentiell.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.