Vorwurf des Profitierens von Piraterie sei schlicht falsch - Google für gezielte Maßnahmen statt Zensurgesetz SOPA
An sich schon kein Freund der diplomatischen Formulierungen, nutzt Medienmogul Rupert Murdoch seinen vor einigen Wochen geschaffenen Twitter-Account um seine Ansichten weitgehend ungefiltert an die Öffentlichkeit zu tragen. Jüngster Aufreger sind dabei die Äußerungen zu Softwarekonzern Google: Diesen bezeichnet Murdoch - der WebStandard berichtete - als "Anführer der Piraten", da sich das Unternehmen mit seiner Video-Plattform Youtube - und den dort generierten Werbeeinnahmen - indirekt an Urheberrechtsverletzungen bereichere.
Statement
Nun folgt die Antwort von Google und die lässt an Deutlichkeit ebenfalls kaum missen: Die Aussagen des News-Corp-Chef seien schlicht "Blödsinn", allein im vergangenen Jahr habe man rund 5 Millionen urheberrechtsverletzende Seiten aus dem eigenen Index entfernt. Zusätzlich habe Google an die 60 Millionen US-Dollar in die Bekämpfung "schlechter" Werbung gesteckt, insofern bekämpfe man die "Piraten" und Produktfälscher jeden Tag.
SOPA
Das ursprüngliche Statement von Murdoch war durch das Statement des Weißen Hauses gegen das Zensurgesetz SOPA ausgelöst worden, der Medienmogul wirft US-Präsident Obama vor, einflussreichen Lobbys und deren Spenden nachgegeben zu haben, die an Piraterie verdienen - allen voran Google.
Alternativen
Der Softwarekonzern - beziehungsweise dessen leitende Angestellte - hatten sich in den letzten Monaten ungewohnt offen gegen die entsprechende Gesetzesvorlage gestellt, diese würde die Freiheit des Internets massiv einschneiden, heißt es auch von vielen anderen KritikerInnen. Im aktuellen Statement betont Google denn auch noch einmal, dass man sehr wohl für neue Gesetze im Kampf gegen Produktpiraterie sei, nur müssten diese eben eine sehr exakte Ausrichtung haben und nicht grundlegend das Internet beschränken. Wie viele andere Technologiefirmen glaube man, dass es am besten sei Werbenetzwerke und Bezahlservices - und damit auch jene von Google selbst - dazu zu zwingen, jegliche Geldflüsse zu mit Piraterie verbundenen Seiten abzudrehen. (red, derStandard.at, 16.01.12)