Kontroverse

Google: Rupert Murdoch redet "Blödsinn"

16. Jänner 2012, 11:18

Vorwurf des Profitierens von Piraterie sei schlicht falsch - Google für gezielte Maßnahmen statt Zensurgesetz SOPA

An sich schon kein Freund der diplomatischen Formulierungen, nutzt Medienmogul Rupert Murdoch seinen vor einigen Wochen geschaffenen Twitter-Account um seine Ansichten weitgehend ungefiltert an die Öffentlichkeit zu tragen. Jüngster Aufreger sind dabei die Äußerungen zu Softwarekonzern Google: Diesen bezeichnet Murdoch - der WebStandard berichtete - als "Anführer der Piraten", da sich das Unternehmen mit seiner Video-Plattform Youtube - und den dort generierten Werbeeinnahmen - indirekt an Urheberrechtsverletzungen bereichere.

Statement

Nun folgt die Antwort von Google und die lässt an Deutlichkeit ebenfalls kaum missen: Die Aussagen des News-Corp-Chef seien schlicht "Blödsinn", allein im vergangenen Jahr habe man rund 5 Millionen urheberrechtsverletzende Seiten aus dem eigenen Index entfernt. Zusätzlich habe Google an die 60 Millionen US-Dollar in die Bekämpfung "schlechter" Werbung gesteckt, insofern bekämpfe man die "Piraten" und Produktfälscher jeden Tag.

SOPA

Das ursprüngliche Statement von Murdoch war durch das Statement des Weißen Hauses gegen das Zensurgesetz SOPA ausgelöst worden, der Medienmogul wirft US-Präsident Obama vor, einflussreichen Lobbys und deren Spenden nachgegeben zu haben, die an Piraterie verdienen - allen voran Google.

Alternativen

Der Softwarekonzern - beziehungsweise dessen leitende Angestellte - hatten sich in den letzten Monaten ungewohnt offen gegen die entsprechende Gesetzesvorlage gestellt, diese würde die Freiheit des Internets massiv einschneiden, heißt es auch von vielen anderen KritikerInnen. Im aktuellen Statement betont Google denn auch noch einmal, dass man sehr wohl für neue Gesetze im Kampf gegen Produktpiraterie sei, nur müssten diese eben eine sehr exakte Ausrichtung haben und nicht grundlegend das Internet beschränken. Wie viele andere Technologiefirmen glaube man, dass es am besten sei Werbenetzwerke und Bezahlservices - und damit auch jene von Google selbst - dazu zu zwingen, jegliche Geldflüsse zu mit Piraterie verbundenen Seiten abzudrehen. (red, derStandard.at, 16.01.12)

Kommentar posten
23 Postings
Prof. Vogel
02
17.1.2012, 01:18

Murdoch: Google ist der Piratenkönig.
Google: Murdoch ist ein Blödquatscher.

Ej, wenn sich Mogul und Großkonzern auf diesem Niveau streiten, dann fresse ich einen Besen.

hsse_robsi
00
17.1.2012, 07:20

ich empfehle ketchup mit einem hauch habanero chili - macht das ganze fruchtiger :)

NONE
04
16.1.2012, 17:28

Auf einmal kämpfen Konzerne gegen Konzerne um den Einfluss auf Gesetze.

Da freue ich mich ein wenig das die Konzernfaschisten sich gegenseitig bekämpfen. Andererseits ist bekannt das sie sich oft doch noch irgendwie einigen, denn der gemeinsame Feind sind die normalen Menschen. Und am Ende kommt es zu Gesetzen, die wiedermal eine Mehrheit der Menschen verraten und als Sklaven halten.

Andreas Schneider
05
16.1.2012, 16:53

leider können wir hitler und stalin nicht mehr fragen, was sie vom freien internet halten. murdoch hat sich gemeldet, wen gäbs noch? baby doc? imelda marcos?

Paolo64
06
16.1.2012, 14:50
im engl. Parlament

war der 'Gute' aber wesentlich kleinlauter.

sainty1
010
16.1.2012, 14:49
Murdoch braucht in Sachen Einflussnahme auf Politiker mal

überhaupt nix sagen..lächerlich

Bastian Balthasar Bux
04
16.1.2012, 14:40
Da Ruppi ist auch einer von diesen ewig gestrigen.

Aber den sitzen wir schon aus. So lange kann es den ja nimmer geben. ...

Bastian Balthasar Bux
01
16.1.2012, 14:43
Soll heissen, ich kann ein göttliches "rm -Rf /Murdoch" kaum mehr erwarten! ;)

hsse_robsi
00
17.1.2012, 07:24

1. siehe monty burns
2. /home/ruppi, /home/alter_raunzer und /home/murdoch nicht vergessen

Hagbard.Celine
02
16.1.2012, 14:56

Rekursiv wird das sicher nicht, da bleiben sicher noch ein paar Rupert-Artifacts übrig.

Bastian Balthasar Bux
00
17.1.2012, 11:40

naja, nicht bei einem GÖTTLICHEN rm, das ist schon lange semantisch! ;)

§126c Verfechter K.ing Leissner
00
16.1.2012, 13:31

hehehe

Armin Bierbauer
02
16.1.2012, 13:09

Es wird der "Open-Act" werden, Sopa is da wohl nur zur "Ablenkung".
http://keepthewebopen.com/sopa-vs-open

Und dann gibt's noch "Whois"-Verifzierungen dazu:
http://domainincite.com/whois-ver... this-year/

Und dann bewegen wir uns langsam auf ein behördlich-kontrollierteres, "ausgewiesenes" Internet zu.

Just Unknown
04
16.1.2012, 13:01
Das ist doch wirklich kompletter Blödsinn, was dieser Mann von sich gibt!

"der Medienmogul wirft US-Präsident Obama vor, einflussreichen Lobbys und deren Spenden nachgegeben zu haben, die an Piraterie verdienen - allen voran Google."

Die Wahrheit ist das genaue Gegenteil!
SOPA wird aufgrund des extrem starken Lobbyismus, und deren Vereine gefordert, welche durch die Copyrights/Urheberrecht Gewinne verlieren - allen voran die Musik/Filmindustrie!

Mathias Steinlaus
 
01
16.1.2012, 12:37
Google: Rupert Murdoch redet "Blödsinn"

"wo is da platz
wo da teufel seine kinda kriagt
des is da platz
wo all's z'samm rennt"

sainty1
03
16.1.2012, 14:55
bin dafür dass wir seine dollarmillionen "vahoazn"

iGrammophon
01
16.1.2012, 12:22
AMEN!

Anti-Joke Chicken
11
16.1.2012, 12:13
Rupert Murdoch redet tatsächlich Blödsinn

für die Zukunft muss das Urheberrecht einfach neu überdacht werden
Das Internet zu zensieren wird nicht funktionieren
Aber der Rupert Murdoch ist eben schon zu alt um diese Veränderung mitzuziehen.
Die alte Generation hält am Alten fest und die nächste Generation wird die Welt wieder neu erschaffen

EVOLUTION nennt man das, Liebe Freunde!

Frodo Der Hobbit
00
20.1.2012, 00:27
solche menschen verachten vor allem das wesentliche an der digitalen innovation

und das ist die eigenschaft der unendlichen verfügbarkeit nichtmaterieller "güter", dh. sie wollen diese errungenschaften zurück zwingen in das korsett materieller güter, die man im tresor einsperren kann, und die sich bei gebrauch erschöpfen.

sie sind sogar so wahnsinnig, gigantische budgets zu verschwenden, um digitale inhalte einer alterung und erschöpfung zu unterwerfen, und sie an physische komponenten zu binden.

ein beispiel ist das verbieten des dauerhaften online angebotes von TV sendungen der öffentlich-rechtlichen (siehe deutschland).
archivieren von information soll ein privileg weniger werden!

murdoch ist der letzte, der da den schnabel aufreissen sollte, nach dem, was er in der politik schon angestellt hat (zb abhören).

They call me mellow yellow
09
16.1.2012, 12:21
Alter, seniler und ultrakonservativer Machtmensch

Ein SKY-Abo?
Nur über meine Leiche!!!

amber103
00
16.1.2012, 20:43

nachdem das Verbrennen von Bargeld verboten ist (Geldscheine sind das Eigentum der Zentralbank), ist ein Sky-Abo doch eine feine Möglichkeit sein überflüssiges Bargeld gegenleistungsfrei zu vernichten, und dank fürsorglicher Vertragsklauseln auch noch länger als man selbst will.

STiAT
05
16.1.2012, 12:03
Jetzt haben die Briten...

alle ihre Verbrecher nach Australien ausgelagert, und jetzt schlägt Murdoch zurück ;-D.

higgs - wozu?
09
16.1.2012, 11:51

he, dem könnt ihr vertrauen - der will nur euer bestes und versorgt euch mit der wahrheit, mit seiner wahrheit - das paradebeispiel eines monopolisten, eines menschen, der irrtümlicherweise annimmt, als gewinner aus dem globalen monopoly hervorgehen zu können, einem der das spiel nicht nicht zuende denkt, jemand der nicht abschätzen kann, daß auch er mal in einem goldenen gefängniss endet, mit wachdinest, panzerlimo und dauerangst vor übergriffen, jemand der genauso seine lebensqualität verlieren wird, wenn sich nicht bald was ändert - einer der ersten, die aus ihren villen gezerrt und aufs kreuz genagelt werden, sollten sie das spiel, daß die meisten schon durchschauen, weiterspielen wollen.

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