Nach Abstufung

Kein Handlungsbedarf für Austro-Banken

16. Jänner 2012, 14:00
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    Vizekanzler Spindelegger will das Sparvolumen von den Märkten abhängig machen.

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    Die Abstufung dürfte als weiterer Weckruf Österreichs angesehen werden, das Budget zu sanieren. Er würde auch bestens ins neue Jahr passen, das Dirigent Mariss Jansons (links in Bild) mit den Wiener Philharmonikern beim Neujahrskonzert eingeläutet hat.

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    FMA-Vorstand Kurt Pribil war auch beim ergebnislosen "Bankengipfel" dabei.

Spindelegger will Sparpaket von "Märkten" abhängig machen, über die Schuldenbremse wird verhandelt

Wien - Nach dem AAA-Verlust will die Bundesregierung in die Zukunft blicken. Das Ziel müsse es sein, bis Ende Februar einen Ministerratsbeschluss zum Sparpaket zu schaffen und rasch wieder bei allen drei großen Ratingagenturen die Top-Bonität AAA zu erhalten, sagte Vizekanzler Spindelegger am Montag. Im März soll das Paket dann im Nationalrat beschlossen werden. Ob das angepeilte Sparvolumen von zwei Milliarden Euro ausreichen wird, wollte er nicht beurteilen: "Das entscheiden die Märkte." Ganz marktkonform zeigt sich auch Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek. Da sich die Märkte am Triple-A-Entzug nicht wirklich stören würden, sei das Rating-Downgrading "nicht die bittere Pille für die Märkte, sondern für die Politik". Einsparungen sollten "beschleunigt" werden und zwar dort, wo die Wettbewerbsposition des Wirtschaftsstandorts Österreich nicht verschlechtert werde, sagte der Ökonom.

Die sparende Schuldenbremse

Einen Vorgeschmack auf künftige Diskussionen konnte man schon nach dem AAA-Verlust am Wochenende gewinnen. Das gesamtstaatliche Defizit 2011 wird bei 3,2 bis 3,4 Prozent des BIP liegen. Bis 2016 will man ein Nulldefizit erreichen. Die Uneinigkeit in Sachen Sparbedarf könnte steigen, auch wenn sie heftig dementiert wurde. Während Faymann bekräftigt, dass die Einsparungen im kommenden Jahr weiter zwei Milliarden Euro ausmachen sollten, betont sein Vize Spindelegger, dass der Sparbedarf keine politische Entscheidung sei, sondern sich aus den Zahlen des Finanzministeriums sowie der Finanzmärkte ergebe. Höhere Zinsen würden den Sparbedarf erhöhen. "Wenn wir zwei Milliarden zusätzliche Zinsen zahlen müssten, müssten wir vier Milliarden einsparen."

Beim Wort "Sparen" kommt einem auch gleich die "Schuldenbremse" in den Sinn. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) ließ am Montag damit aufhorchen, dass man zu wenig und zu spät mit den Oppositionsparteien geredet habe. Das alles laufe jetzt aber "bedeutend besser", meinte Prammer bei einer Pressekonferenz. Sie sei "durchaus optimistisch", dass die Sache gelingen werde. 

Wifo gegen Massensteuern

Erste-Group-Chefanalyst Friedrich Mostböck übt Kritik an der Herabstufung der Bonität von Österreich und acht weiteren Euroländern. Beim Staatsschulden-Abbau seien alle Nationen gefordert, neben der Eurozone auch Großbritannien, die USA und Japan. Die Eurozone sei nur "leichter angreifbar" mit einer Währung, aber "17 verschiedenen Zinsen". Jetzt seien "viele Regierungen wachgerüttelt", so Mostböck am Montag: "Der Politik muss es gelingen, mit einer effektiven Fiskal- und Finanzpolitik den Schulden gegenzusteuern - auch wenn kein Grund zur Hysterie besteht."

Zu einer guten Fiskalpolitik gehören für viele Ökonomen, beispielsweise jener des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo), aber keine Massensteuern. Ein absolutes "No Go" ist für Institutschef Karl Aiginger eine Anhebung der Mehrwertsteuer: "Wer sie anheben will, wird von uns ein Nein zu hören bekommen." Österreich brauche Reformen im Gesundheits-, Bildungs-, Verwaltungssystem.

Bankengipfel ohne Ergebnis

Der für Montag einberufene "Bankengipfel", an dem Finanzmarktaufsicht (FMA), Nationalbank (OenB) und Regierungsspitze teilnahmen, ist indes ergebnislos vorübergegangen. Ein "Immunisierungspaket" für die heimischen Banken laufe schon und "dieser Weg ist der richtige und wird fortgesetzt", so Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) nach dem Treffen. FMA-Vorstand Helmut Ettl sagte nach dem Treffen, es sei kein zusätzlicher Handlungsbedarf festgestellt worden. Aber man werde "alle Anstrengungen unternehmen", um die Bestnote AAA bei allen Ratingagenturen zurückzubekommen.

IWF will Bewegung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Europa nach dem Rating-Urteil indes zu raschem Handeln aufgefordert. Andernfalls drohe die Region in eine Abwärtsspirale des Vertrauensverlustes hineingesogen zu werden, sagte der erste IWF-Vize-Chef David Lipton. Es sei zu befürchten, dass die Konjunktur stagniere und Arbeitsplätze verloren gingen. "Doch mit entschlossenen Maßnahmen in Europa und weltweiter Unterstützung für Europa kann eine neue Phase der Krise verhindert werden." Zur Ankurbelung des globalen Wirtschaftswachstums forderte Lipton Länder mit nachlassender Inflation auf, vorerst von einer strafferen Geldpolitik abzusehen.

S&P: Österreich "verwundbarer" geworden

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble hat übrigens das S&P-Urteil angezweifelt. "Ich glaube nicht, dass Standard & Poor's wirklich begriffen hat, was wir in Europa schon auf den Weg gebracht haben", so Schäuble. Der Europa-Chefanalyst von S&P sieht das naturgemäß anders. "Wir hatten nach der detaillierten Analyse der Ergebnisse des Gipfels in Brüssel vom 8./9. Dezember...den Eindruck gewonnen, dass hier nicht der Durchbruch gelungen ist, um diese Krise in den Griff zu bekommen...Wir glauben, dass die Risiken einer Ausweitung und Verschärfung der Krise zunehmen", wird Moritz Krämer in der "FAZ" zitiert.

Auf Österreich bezogen sagte er im "Ö1"-Mittagsjournal, dass die Risiken eines tieferen Abschwungs der Wirtschaft zugenommen hätten. Zudem stehe die Republik "verwundbarer" da, weil seine öffentlichen Finanzen schwächer seien und weil sich höhere Risiken durch Eventualverbindlichkeiten der Banken ergeben könnten. Die heimischen Kreditinstitute sind alleine im krisengeschüttelten Ungarn mit 40 Milliarden Euro investiert.

Übrigens stellt auch die Konkurrenzagentur Moody's, weltweit die Nummer zwei, Frankreichs Rating infrage. Man werde noch im ersten Quartal eine neue Einschätzung vorlegen, hieß es von der Agentur. Noch hält die Grande Nation dort das Triple-A.

Börsen haben Abwertung vorausgesehen

Am Wochenende stellte sich die Frage, wie die Börsen reagieren. Panisch? Oder eher entspannt? Am Montag reagierten die Märkte bis dato eher gelassen, die Abstufungen dürften bereits am Freitag, als es es in Europa und den USA auf fast allen Börsen ein Minus gab, eingepreist worden sein. (siehe unsere Marktberichte)

"Nach der S&P-Abstufung von Frankreich und acht weiteren europäischen Ländern ist die Nervosität an den Märkten gestiegen", will Michael Turner, Experte bei der Royal Bank of Canada, noch keine Entwarnung geben. Im Fokus stünden jetzt vor allem die in dieser Woche anstehenden Auktionen von Staatsanleihen in der Eurozone. (red, derStandard.at, 16.1.2012)

Kommentar posten
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Oddo Wolf
00
17.1.2012, 04:17
Rechenaufgabe für die A A-A-Spezialisten

-
Wissen ist Macht. Geld ist Macht.
Demokratie ist alle Macht dem Volk.

Das geht sich irgendwie nicht aus.

Vielleicht können mir die Leut aus dem Forum bei der Lösung dieser Gleichung helfen?

Dem Standard sind leider die Füsse gebunden und mit den Händen gehts auch nicht wegen dem Informationsembargo.

Ich sehe zwei Lösungsmöglichkeiten. Sieht jemand eine dritte?

Oddo Wolf
00
17.1.2012, 04:07
Spindelegger will Sparpaket von "Märkten" abhängig machen,

-
Oida, glaubst mei Briaftaschl is a Söbstbedienungsloudn fia des Pankergsindl?

Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit
00
16.1.2012, 16:08

für die zinsen ist nicht das absolute, sondern das relative rating relevant. große märkte wie usa, deutschland oder japan mit gutem rating stellen die referenz dar - auf den dortigen anleihenmärkten bildet sich der referenzzinssatz.

wenn etwa alle großen staaten auf aa+ abgewertet werden, ändert sich trotzdem nichts am zinssatz. wenn allerdings bestimmte staaten (usa) "optimistischer" bewertet werden, als andere (euro-zone), so führt das dazu, dass anlegergelder in diese staaten gelotst werden.

und genau darum geht es bei den abwertungen - damit die gewaltigen budgetdefizite in den usa weiterhin finanziert werden können , müssen die europäischen staaten abgewertet werden (alles will man nicht direkt über die zentralbank finanzieren).

R., der Hundefreund
11
16.1.2012, 15:46
Die Regierung sollte jene Banken, welche im

... Wilden Osten gambeln in die Pflicht nehmen, und ihnen die Zahlung der Zinsdifferenz zwischen Triple-A und AA+ gesetzlich vorschreiben.

mike sierra
00
16.1.2012, 15:41
IWF sagt: Ankurbelung des globalen Wirtschaftswachstums

Was Schäuble und andere nicht verstehen wollen. Es geht nicht nur um Austerität allein.

Manche Länder müssen die Wirtschaft ankurbeln:
Nord-Europa inkl. D und CH, aber auch Staaten auf anderen Kontinenten

Anonym Anonymus
00
16.1.2012, 15:21
Zinshöhe

wurde vorher auch nicht diskutiert und zu den Konditionen von Deutschland (1,8%) haben wir schon lange kein Geld bekommen für mehrjährige Schuldscheine - unsere Konditionen waren schon monatelang entsprechend dem nunmehrigen Status. Zeit wäre es, dass die Regierung endlich mutig ist inkl. Reduktion des poltischen Apparates.

Der Bock ist der Gärtner!
00
16.1.2012, 15:09
einige bescheidene Fragen:

inwieweit ist die ÖNB bereits eine Unterorganisation der EZB und noch zu eigenen Entscheidungen befugt?

Warum haben wir statt einer Staatsbank, die zu 100%das Staatskapital, die Goldreserven und die Geldreserven verwaltet, eine Aktiengesellschaft ÖNB mit Beteiligung von privatwirtschaftliche Aktionären? Ich finde diese Mischform sehr bedenklich.

Warum können sich Unternehmen nicht direkt von einer Staatsbank Geld leihen? Damit würde das Börsengeschäft ein natürliches Ende nehmen und die Unternehmen wären nicht mehr von vernichtenden Gerüchten und Börsenspekulanten abhängig!?

Warum wird den Banken nicht gesetzlich vorgeschrieben, das täglich fällige und Spargeschäft von den Kredit- und börsenorientierten Anlagegeschäft zu trennen

Ceterum Censeo2
11
16.1.2012, 14:52
Diese Regierung hat 3 Jahre lang genau NICHTS gemacht

Ein Apparatschik und ein Edelbeamter an der Spitze der Bundesregierung, und sie ärgern sich gegenseitig. Das ist aber wirklich alles.

Im Vergleich dazu würde Dieter Bohlen sicher das Neujahrskonzert besser dirigieren.

R., der Hundefreund
10
16.1.2012, 15:51
Scherzkeks

Die Regierung ist also Schuld daran, dass die Banken im Osten ihr Glück versuchten. Wohl doch nicht. Vielmehr fällt uns jetzt allen die ungezügelte Expansion von Raiffeisen & Co auf den Schädel. Vom Superhirn Treichl hört man überhaupt nichts. Vielleicht wird er von der Gnade der Einsicht heimgesucht, dass auch viele Banker zu dumm, und zu blöd sind, und von wirtschaftlichen Zusammenhängen keine Ahnung haben. Ausser mit dem Wort "Boni", mit dem sie ja von jeher auf Du und Du waren.

Dreistein
 
01
16.1.2012, 15:07
Sie sollten aber nicht vergessen, dass es genau vor drei Jahren eine gewaltige Krise gab, wo die Regierung gegensteuern musste.

Schon vergessen, dass vermehrt in die Infrastruktur investiert wurde, den Firmen bzw. den Arbeitnehmern bei der Kurzarbeit unter die Arme gegriffen wurde, oder der Konsum durch die verschiedensten Maßnahmen angekurbelt wurde. Das alles hat Geld gekostet und uns allen war auch damals schon bewusst, dass gespart werden wird müssen. Wenn Sie sich nun ansehen, wie sich jeder gegen Sparmaßnahmen ausspricht - natürlich nicht wenn es andere trifft - können Sie sich vorstellen, dass das nicht leicht ist. Die Steiermark zeigt es vor und gerade die, die am lautesten nach einer Verwaltungsreform gerufen haben, sind auch wieder jene, die jetzt dagegen sind.

Anonym Anonymus
00
16.1.2012, 15:17
Steiermark

absolute Zustimmung - die zeigen den Weg und schaffen es, dass sie das sparen nicht als politische Plauscherei durchführen. Voves samt Vize as president!

jah fathead
01
16.1.2012, 14:29

Wenn der Spindelegger diesen Gedanken konsequent weiterdenken würde, könnte er noch heute samt der Regierung zurücktreten.

Das ist alles nur mehr pervers und eigtl nicht mehr zu packen. Unsere Politiker haben ihre Macht abgegeben.

wildkater
01
16.1.2012, 14:05
Wer hat diese "Rating-Agenturen" gewählt, dass sie so eine Macht ausüben?

Oder besser: wer gibt Ihnen diese Macht?
Sind es nicht die neoliberal-konservativ ausgerichteten Regierungen dieser Welt gewesen, die den sogenannten Finanzmärkten eine derartige Macht gaben, dass sie ganze Nationen bzw. Währungen mitreissen können?
Was soll der Quatsch mit den drei US-Rating-Agenturen, die nichts anderes als den Untergang des Euros wollen?
Warum glauben diesen selbsternannten Experten denn alle Bankster? Wer profitiert davon, wenn ein Land gedowngradet wird?
Und was passiert mit mir, einem Angestellten? Nimmt mein bescheidenes Vermögen überhaupt Schaden?
Wer versteht diesen "to big to fail"-Wahnsinn eigentlich noch?
Zeige mir 3 "Wirtschaftsexperten" und man bekommt 4 verschiedene Meinungen.
Banken in die Schranken. Jetzt.

RobertPaulson
00
16.1.2012, 15:23

rating agenturen haben eh keine macht, sondern die märkte. diese bewerten nämlich auch die rating agenturen selbst. deshalb behaupte ich, dass diese, abgesehen von ev. eigentümerinteressen, grundsätzlich schon bemüht sind richtig zu bewerten.

Anonym Anonymus
00
16.1.2012, 15:12
Macht?

ist nichts anderes, was eine Bank macht, wenn sie einen Kredit vergibt. Schlechtere Voraussetzungen und höehres Risiko der Rückzahlung = schlechtere Konditionen. Letztlich bestimmt ja der Finanzmarkt zu welchen Konditionen Schuldscheine (=Staatsanleihen, die in xJahren zurückzuzahlen sind) aufgekauft werden. Kaufen Sie Bundesanleihen!

Anonym Anonymus
00
16.1.2012, 15:09
Raten oder "Retten"

Ist halt wie bei der Gesundenuntersuchung - jeder hofft, dass die Daten ok sind. Schon einmal überlegt, wie das mit dem Raten ist, wenn man bei der Bank einen Kredit braucht? Der einzige Unterschied ist, die Bank gibt auch nur Geld her, wenn ich nachweisen kann, dass ich zurückzahle und eigentlich sowieso nicht brauche. Und unsere Finanzen sind sicher eher vergleichbar mit Belgien und nicht mit Finnland. Und was die S&P betrifft, haben sich die nicht gescheut, das dritte A auch den USA wegzunehmen - wir wünschen uns halt eine Agentur, der die Politiker anschaffen, was sie zu tun hat.

That Guy...
 
00
16.1.2012, 14:24
"wer gibt Ihnen diese Macht?"

Kurze Antwort - die politischen Vertreter, die durch ihre Politik dafür verantwortlich sind, dass sich ein guter Teil des österreichischen Budgets auf Staatsschulden aufbaut.

In Folge ebenso die Wähler, die diese nicht politisch zur Verantwortung gezogen und den Einfluss entsprechende Interessensvertretungen beschränkt haben.

Die Wirkungsweise "des Markts" hat sich nicht großartig geändert und die entstehenden Abhängigkeiten waren - zumindest der Politik - zuvor auch schon bewusst.

Und zuletzt: Fitch Ratings befindet sich zu 60% in französischem Mehrheitsbesitz (Fimalac-Holding).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fitch_Ratings

DC World
00
16.1.2012, 14:02
Reisender und Staat reagieren gleich

Sind die Länder Frankreich und Österreich etwas angefressen, weil sie nicht mehr zu dem elitären Zirkel der Staaten mit einem "AAA Rating" gehören?

Es ist wie mit dem Vielfliegerstatus. Ein Frequent-Traveler- oder gar ein Senatorstatus sind schon was schönes. Das will man nicht missen.

Bei einer Abstufung reagieren Reisender und Staat gleich:
http://www.start-trading.de/blog/2012... gemeinsam/

Antwort der Redaktion
01
16.1.2012, 14:01

warum gründet österreich nicht eine eigene ratingagentur ? geleitet könnte sie von niko pelinka werden (der hat sich ohnedies als leiter beworben), die bekommt einen aufsichtsrat mit z.b. harald serafin, karl moik, niki lauda, dj ötzi, sido (fürs internationale) und dann bewerten wir uns selbst. wäre gelacht, wenn wir nicht zumindest auf ein quadrupel bis quintupel 3 fach a kommen würden. und dann müssen wir überhaupt keine zinsen mehr zahlen !

und die schuldenscheibenbremse schreiben wir in die verfassung und in die hausordnungen von gemeindebauten.

den hannes androsch habe ich für dne aufsichtsrat vergessen

Hage Butte
 
00
16.1.2012, 14:00
welche eine show

man wartet auf freitag, den 13. um die show zu starten. historisches datum in der firmenchronik von s&p kommt sicher gut. wie werden die politischen entscheidungen in 20, in 50 jahren zu bewerten sein? verantwortungslose us-manager, deren land immer wieder am rande der zahlungsunfähigkeit ist, treiben europa in die enge und europa verbeugt sich auch noch tief, um den arschtritt möglichst schmerzvoll zum empfangen. ich fürchte mich vor den leuten von s&p, aber mehr noch vor den bewegungslosen finanzmenschen. wer soll eine frau fekter in verhandlungen ernst nehmen?

Dreistein
 
00
16.1.2012, 15:15
Ich würde Ihnen gerne recht geben, wenn es tatsächlich so wäre.

S&P hat auch die USA downgeratet, meiner Meinung sogar zu wenig. Ein Triple A würde in Europa vielleicht auf die Schweiz und Norwegen zutreffen, möglicherweise auch auf Schweden und vielleicht auf Finnland, auf Österreich mit 72 % Überschuldung aber sicherlich nicht. Auch für Deutschland nicht. Dass solche Downgadings allerdings in den letzten Monaten immer zu Unzeiten kommen, dann, wenn tatsächlich Maßnahmen gesetzt werden, ist freilich bemerkenswert. Für Österreich ist dieses AA+ nicht so schlimm, weil sich an Zinsen für Staatsanleihen nicht ändern wird. Wohl aber für Italien und andere, die nun noch tiefer geratet wurden. Das schadet uns letztendlich mehr, als unser eigenes Rating.

theKane
00
16.1.2012, 15:29
schwere sprache

72 % VERschuldung ist noch nicht unbedingt eine Überschuldung. Überschuldung ist es erst dann, wenn a) mehr schulden hat als Vermögen (was eher 100% des BIP an Schulden entspräche) oder b) seine Verbindlichkeiten nicht mehr bezahlen kann.
siehe hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%... rschuldung

Dreistein
 
00
16.1.2012, 21:00

Eine Überschuldung liegt wohl auch dann vor, wenn der Zinsendienst nicht aus dem normalen Budget gedeckt werden kann, sondern durch neue Schulden. Das ist in Österreich leider der Fall.

Ceterum Censeo2
00
16.1.2012, 13:57
Hallo, Herr Faymann

Wo sind Sie? Sonst melden Sie sich zu jeder Kleinigkeit, warum jetzt die große Stille? Kenn Sie sich schon wieder nicht aus?

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