Aktienmärkte

Investoren haken Downgrading rasch ab

16. Jänner 2012, 11:09

Kein Crash an den Märkten

Tokio/Singapur - Nach dem Rundumschlag der Ratingagentur Standard & Poor's gegen neun europäische Staaten, darunter Österreich, sind die Finanzmärkte überraschend zügig zur Tagesordnung übergegangen. Die Aktienbörsen machten am Montag ihre Anfangsverluste bis zum späten Vormittag wett und der Euro erholte sich etwas von seinem Kursrutsch am Freitag. "Die Herabstufung Frankreichs war allgemein erwartet worden", sagte Andrew Wells, der die Anlage-Entscheidungen am Anleihemarkt beim Vermögensverwalter Fidelity verantwortet. Schlimmer wäre es gewesen, wenn auch Deutschland seine Top-Note "AAA" verloren hätte.

Auch für Stefan Schilbe, Chefvolkswirt bei HSBC Trinkaus, stellte der Schritt der Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) keinen großen Belastungsfaktor dar. "Man muss ja auch sehen, dass es Abstufungen rund um den Globus gab." So lange es keine Serie von Herabstufungen gebe, würden die institutionellen Anleger sicher nicht die Nerven verlieren. S&P hatte neben Frankreich unter anderem die Kreditwürdigkeit Österreichs, Italiens und Spaniens schlechter benotet.

DAX und Euro-Stoxx-50 notierten nach anfänglichen Verlusten jeweils knapp im Plus bei 6.158 Punkten beziehungsweise 2.338 Zählern. Die Indizes hatten wegen der Spekulationen um eine unmittelbar bevorstehende Herabstufungswelle am Freitag schon verloren. Die Leitindizes der Aktienbörsen von Paris und Wien gaben 0,1 und 0,3 Prozent nach.

Der Euro kostete mit 1,2674 Dollar etwas mehr als zum New Yorker Vortagesschluss. Die Gemeinschaftswährung hatte am Freitag allerdings rund eineinhalb US-Cent eingebüßt. "Ich sehe für den Euro in den kommenden Wochen wenig Aufwärtspotenzial", betonte Niels Christensen, Währungsstratege bei Nordea. "Es gibt noch immer zu viele Negativschlagzeilen und zu viele Unsicherheiten."

Vor der mit Spannung erwarteten Emission französischer Anleihen hielt sich der Anstieg der Renditen und Risikoaufschläge (Spreads) bei den bereits gehandelten österreichischen, italienischen und spanischen Papieren in Grenzen. Nach Aussage von Händlern stützte allerdings die Europäische Zentralbank (EZB) die Kurse italienischer und spanischer Titel. Die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall dieser Staaten per Credit Default Swap (CDS) verteuerte sich leicht. Ein erneuter Run auf Bundesanleihen blieb aus. Der Bund-Future hielt sich mit 139,83 Punkten in Reichweite seines Rekordhochs vom Freitag.

Nach Einschätzung des Analysten Jacques Cailloux von der Royal Bank of Scotland (RBS) rufen die Herabstufungen den Anlegern vor allem in Erinnerung, dass die europäische Schuldenkrise noch einige Zeit andauern wird. "Entscheidender ist, dass die Herabstufungen die Erwartungen zementieren, dass weder der EFSF noch der ESM ihr 'AAA'-Rating halten können." Um dies zu erreichen, müssten die europäischen Staaten ihre finanziellen Zusagen für die Rettungsfonds deutlich ausweiten, oder eine geringere finanzielle Schlagkraft akzeptieren. Cailloux' Berechnungen zufolge könnten der EFSF 169 und der ESM 200 Mrd. Euro weniger für Stützungskäufe ausgeben als bisher geplant, wenn sie ihr "AAA"-Rating ohne zusätzliche Finanzspritzen halten wollen. Die Rendite des zehnjährigen EFSF-Bonds notierte fast unverändert bei 3,134 Prozent. (APA/red, derStandard.at, 16.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 26
1 2
Herr und Frau Österreicher
 
00
16.1.2012, 14:19

Warum sollte das zu einem crash führen? AA bedeutet ja nicht Zahlungsunfähigkeit! Im Gegenteil ist das ein Fest für "Anleger" weil sie nun sichere Staatsanleihen zu höheren Zinsen kaufen können...

ganzsichernicht
 
00
16.1.2012, 13:24
...abwarten. just in diesem moment gehen firmen pleite und banken müssen die kohle abschreiben.....

geduld, meine freunde, das zauberwort lautet: geduld!

Textas
00
16.1.2012, 12:59

Was kümmert's die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt? Die Ratingagenturen sollen zum Teufel gehen mit ihren politisch gesteuerten Aussagen.

echtzeit2
21
16.1.2012, 12:55
Na ja, die Parteien der Wohlhabenden und der Reichen nutzen jeden Furz der Analysten um ihr Dauerprogramm "Einsparungen von Sozialleistungen" abzuspulen. Jedes Mittel ist diesen Herrschaften recht wenn es darum geht,

.

... sich vom BIP ein noch größeres Stück abzuschneiden. Ohne irgend eine Leistung dafür zu erbringen.

.

OCCUPY NOW!

EuroExpert
00
16.1.2012, 12:16
was sollt schon passieren !

die kleinanleger sind eh schon längst weg von den börsen und die großen haben dies schon längst in den kursen eingepreist.

Karl Krammer
16
16.1.2012, 11:31
1998 wurde Japan von Moody's das erste mal abgewertet

am 17. 11. 1998 war das genau: http://www.nytimes.com/1998/11/1... japan.html

mittlerweile steht Japan bei Moody's auf Aa3. Bei S&P sind sie auf AA-. Die Japaner haben damals Vertreter von Moody's vor einen Parlamentsausschuß geladen und ihnen zu verstehen gegeben, daß sie zur Hölle fahren können bevor sich Japan vorschreiben läßt, wie sie ihr Land führen sollen.

Und wie sieht es 13 Jahre nach dem ersten Downgrade und einige Jahre nach den nächsten Downgrades in Japan aus? niedrige Arbeitslosigkeit, niedrige Zinsen, null Inflation, Lebenserwartung auf Rekordhöhe. Die Naturkatastrophen kosten immer wieder etwas Wohlstand, aber das Land steht 1a da. Ratings? kümmern keinen.

facetoface
01
16.1.2012, 13:17
Totaler Unsinn: Japan ist seit Jahren in einer extrem schweren Krise!!!

...and miles to go before I scream
01
16.1.2012, 13:07

Ja, die können einen nicht kümmern, wenn man zwar 200 Prozent Verschuldung hat, aber 95 Prozent davon bei der eigenen Bevölkerung.

Van Braun
00
16.1.2012, 13:06
null Inflation?

Sogar Deflation!

Mit Japan geht es seit ca. 2 Dekaden wirtschaftlich bergab.

The Ghost in the Machine 2.0
 
00
16.1.2012, 21:08
mit dem Rest (USA, Österreich etc) ...

... gehts auch seit 2 Dekaden bergab (Realeinkommensverluste, schwindende Mittelschicht etc).

peace & love
02
16.1.2012, 10:53
nebelwerferei

heute ist in den usa ein feiertag, schaun wir mal morgen weiter, gegen 15 uhr.

Der Alte vom Berge
00
16.1.2012, 10:42
Cui bono ?

Denken Sie in Generationen ?

Nein ?

^^

echtzeit2
00
16.1.2012, 12:59
Jede Generation hat ja die Möglichkeit sich den Staat der Wahl neu zu Gründen. Mitunter geht das nur in Form einer Revolution. Aber es geht ....

.

Thats It !

.

Der Alte vom Berge
10
16.1.2012, 13:37
Nicht nur den Staat,...

...die Welt ist im Wandel.

Stünden nicht wie zu jeder Zeit diverse "Eliten" im Wege der Veränderung, um ihre Welt auf Kosten der Beherrschten zu Erretten, beschleunigte sich die Entwicklung, sowohl von Umfeld als auch des Individuums. Zu Bedauern ist, das der Mensch Vergisst, das System aber lernt effizienter zu versuchen die Welt zu Conservieren.

Millionen Existenzen wurden in der Vergangenheit geopfert diverse Welten zu Conservieren, Millionen sie zu Gestalten, ob unter Zuhilfenahme der Kriegstrommel oder über monetäre Mittel.

Krise entsteht wenn Altes dem Neuen nicht Weicht.

Nach dem Verlust der "Globalsteuerung" in den 80er Jahren stoplpert das System entlang eines Unvermeidbaren Absturzes,weigert es sich zu EVOLUIEREN.^^

morgen war gestern
01
16.1.2012, 11:02

weder
-politikerInnen
-wirtschaftsakteure
-spekulanten
-medien
denken in generationen.

nachfolgende generationen befinden sich ausserhalb jeglicher moeglicher gewinnberechnungen und sind deshalb keine konstante in deren berechnungen.

Der Alte vom Berge
10
16.1.2012, 12:44
Exact,...

...sind jene von Ihnen Aufgezählte auch lediglich Werkzeug zur Massenmenschenhaltung, vor allem Medien Produzieren ja nicht information sondern die Gesellschaft über kolportierte Information.

Es geht nicht um Gewinn sondern Systemerhalt.

Gewinn ist in der jetzigen Systemspielart christlich-kapitalistischer Prägung lediglich systemtragender Factor wie Zeit und letztlich auch der Mensch.

Menschen sind längst statistischer Wert.

Was bedeutete eine Verkleinerung des EUR-Raumes wenn nicht eine Vergrösserung des $-Raumes ? Die in systemischer Wiederkehr der Wertvernichtung verschuldeten Staaten Europas leiden nicht Umsonst unter der Entscheidung Mr.Nixons die US-Währung seit 1971 einfach zu Vermehren.

Denken sie an Mr.Weismann.^^

Nexialist
02
16.1.2012, 10:10
vielleicht ist den Investoren die offensichtliche Intervention der USA zu einfach gestrickt

als daß sie extrem auf diese Bewertung durch ein amerikanisches Unternehmen zu hoch bewerten.

...in Anbetracht der Irrationalität die oft an den Aktienmärkten herrscht eigentlich verwunderlich und auch beruhigend, daß die Ratio nicht völlig außen vor bleibt.

Frühlingsrolle
00
16.1.2012, 10:39
so unsympathisch mir die Ratingagenturen auch sind...

...diesmal muss ich sagen, dass die leichte Abstufung Österreichs gar nicht mal so unberechtigt ist:
Wir machen jedes Jahr neue Schulden (seit Ewigkeiten) und unseren Banken drohen aktuell große Verluste aus ihrem Ungarn-Geschäft. Wenn das wirklich passiert sind Bankensanierungen auf Staatskosten sehr wahrscheinlich, und das bedeutet noch größere Schulden. Also an sich ist diese Abstufung gar nicht mal so irational.

Das Einzige was ich immer schon bemängle ist, dass die USA immer noch AAA sind, obwohl sie Länge mal Breite Geld drucken und auf Pump leben.

hoba goas
01
16.1.2012, 11:17

USA ist bei S&P schon lange nicht mehr AAA

aculus populus
 
00
16.1.2012, 10:39
Ziel war vielleicht gerade der

den Euro zu schwächen damit noch mehr Dollars gedruckt werden können. Die Amerikaner setzen Maßnahmen der Geldmenge, meiden aber Reformen.

</ lustig>
21
16.1.2012, 10:14
Tut das nicht weh?

Sich so verbiegen zu müssen, um eine Verschwörungstheorie aufrechtzuerhalten?

Nexialist
00
16.1.2012, 19:37
nicht Verschwörung

sondern nur logisch...

samis
00
16.1.2012, 10:06
wann

wachen endlich europas politiker auf? Diese raiting argentiren machen bewust druck auf europa um den eiro zu schwächen! seht euch mal die doku inside job an und ihr werdet auf den gleichen schluss kommen!

samis
00
16.1.2012, 10:06
wann

wachen endlich europas politiker auf? Diese raiting argentiren machen bewust druck auf europa um den eiro zu schwächen! seht euch mal die doku inside job an und ihr werdet auf den gleichen schluss kommen!

BFR_strikes_back
00
16.1.2012, 08:55
¥97 : € 1?????

Bist du wahnsinnig!
Wie ich Ende 2009 drüben war, hab ich noch 133-136¥ bekommen.

Also ich seh hier auch keine andere Möglichkeit, als dass der Euro systematisch (politisch?) noedergemacht wird.

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