Parlamentarier

Karas für "Vereinigte Staaten von Europa"

15. Jänner 2012, 20:08

EU-Parlament sichtbarer machen - Entscheidungsprozesse müssen schneller werden

Wien - Kurz vor der Wahl eines Vizepräsidenten des EU-Parlaments hat sich der österreichische Europa-Abgeordnete Othmar Karas für eine Stärkung des EU-Parlaments ausgesprochen. "Es darf in der EU nichts ohne das EU-Parlament, die Bürgerkammer Europas, geschehen", so Karas gegenüber dem "Neuen Volksblatt" (Montagausgabe). Der ÖVP-Delegationsleiter gilt als Favorit auf den Posten.

"Meine zweite Priorität ist, parteiübergreifend die Rolle der EU als Sprecher des Kontinents in der Welt außer Streit zu stellen", betonte der ÖVP-Abgeordnete weiter. Dramatische Wohlstandseinbußen seien nur verhinderbar, wenn man jetzt einen "Quantensprung in Richtung Vereinigter Staaten von Europa, also zu einer politischen Union" mache.

Derzeit erlebe man gerade ein Versagen der "halbherzigen Scheinlösungen" in der EU. Kleine Staaten wie Österreich könnten nur durch "Verlässlichkeit, Kompetenz und Engagement" in dem Spiel der größeren Länder mitmischen. Man müsse "klare Positionen beziehen und damit aktiv Verbündete suchen", sagte Karas.

Die Schuldenkrise sei ein Beweis dafür, dass Entscheidungsprozesse schneller werden sollten. Die Verzögerungen seien nicht durch zu viel Demokratie entstanden, sondern durch zu wenig EU. Das Problem seien nationale Vetos, Ankündigungen auf Gipfeln, die nicht sofort umgesetzt würden und die Einstimmigkeit im Rat.

Erneute Kritik übte Karas an dem von der EU geplanten Fiskalpakt. "Die neuesten Entwürfe des Vertrags über einen Fiskalpakt zwischen 26 EU-Ländern sind ein unverfrorener Akt gegen die parlamentarische Mitbestimmung", meinte der ÖVP-Delegationsleiter.

Othmar Karas wäre mit seiner Wahl zum Vizepräsidenten des EU-Parlaments ranghöchster Österreicher in der Brüsseler Institution. Die Wahl des nächsten EU-Parlamentspräsidenten und seiner 14 Vizepräsidenten durch die 754 EU-Parlamentarier findet Mitte Jänner statt. (APA)

Kommentar posten
21 Postings
zimbo
 
40
16.1.2012, 11:45
Austritt !

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
02
16.1.2012, 10:56

Der einzig sinnvolle Schritt. Auch wenn das unseren ganzen Nationalisten und Anti-Eu-aus-Prinzip Wurschtln nicht passen wird.

trampelpfad
11
16.1.2012, 10:15
Karas für ...?

Ich meine, wir sollten diesen (unseren) Volksvertreter dringend zurückrufen und in Wien (nur unter Aufsicht) "agieren lassen wollen"!

Sein Schwiegervater hatte bei seinen Entscheidungen (Visionen) wenigstens ein Pferd zur Hand!

spica
00
16.1.2012, 13:55
Diese Wortmeldung

hättest du auch besser einem Pferd überlassen.

schneebrunzer
 
13
16.1.2012, 08:39
Hoffentlich wird das noch was...

...sonst wird bald einer den Rückwärtsgang einlegen....und dann gute Nacht!!! Wer noch immer glaubt, dass Österreichs bzw. Europas Zukunftsaussichten ohne eine starke EU besser aussehen, sollte sich mal ein klein wenig mit Weltwirtschaft, Wirtschaftssystemen und den derzeitigen Entwicklungen beschäftigen. Leider ist den meisten Blauwählern schon ein grober Einblick in diese Materie bei Weitem zu hoch. Deshalb wird weiter gegen die EU und ein starkes Europa gewettert, wenn das Friedensprojekt EU dann den Bach runter gegangen ist, waren natürlich eh die anderen Schuld....allen voran die linkslinken Gutmenschen.

trampelpfad
10
16.1.2012, 17:50
... ein grober Einblick in diese Materie bei Weitem zu hoch?

`Na, da bin ich aber froh, dass wir solche Tausendsassa's wie Sie haben!

schneebrunzer
 
00
17.1.2012, 08:51
bitte gern!

stets zu diensten!

(sorry, wenn ich Sie beleidigt hab', aber mMn kann man nicht ganz bei sinnen sein, wenn man schaumschläger wie HC und co. wählt! probleme und missstände aufzeigen ist ja ganz schön....problemlösungsvorschläge und zukunftsfähige konzepte vorlegen würde dann aber konsquenterweise auch dazu gehören!!!)

fmi
23
16.1.2012, 08:22
Seinen Job retten

Er will doch bloß seien Job retten, oder warum arbeitet er gegen 80 % der Bürger?

schneebrunzer
 
00
16.1.2012, 08:29
können Sie Ihre Aussage erläutern?

verstehe nicht ganz was Sie meinen, wenn Sie sagen, dass er gegen 80% der Bürger arbeitet!
Danke!

trampelpfad
10
16.1.2012, 10:22
verstehe nicht ganz ...?

Einfach erklärt - EU Pessimisten blieben so circa auf dem "Beitrittergebnis" von rund <33%, "die Euphoren" aber schrumpften überproportional. Ein paar Rechenformeln, Kürzel und Quadrierungen und Sie haben das erwähnte Ergebnis !

schneebrunzer
 
00
16.1.2012, 14:56
sehe ich nicht so!

das würde bedeuten, dass 80% aller Österreicher nicht mal im ansatz verstanden hätten, was die EU wirklich bringt bzw. bringen könnte, würde das projekt voll forciert und unterstützt!
vl bin ich zu gutgläubig, aber dass 80% aller Österreicher auf simplen populismus und angstmache reinfallen, kann und will ich einfach nicht glauben!

trampelpfad
00
16.1.2012, 17:56
... nicht mal im ansatz verstanden hätten, was die EU wirklich bringt?

Sind auch eines Besseren belehrt worden und verstehen jetzt nur mehr "Bahnhof": Korrumpierte Politiker, Rettungsschirme en Mass', Inflation jenseits der Verträglichkeit, Beteiligung an Eroberungskriegen und, und, ... Staatspleiten!

schneebrunzer
 
00
17.1.2012, 08:57
es ist wie...

..mit der nationalen politik...nicht großartig viel mehr und nicht großartig viel weniger...korruption wird's immer geben, hie wie dort, ebenso unterschiedliche meinungen bzw. entwicklungen die nicht allen gefallen oder die auch nicht gewünscht werden...davor sind weder nationalstaaten noch EU gefeit.
generell ist es aber doch so, dass im global-wirtschaftlichen gefüge wie es sich heute darstellt und welches entsprechende rückschlüsse auf zukünftige entwicklungen zulässt, eine starke europäische gemeinschaft (union) wichtig wäre, um den europäischen "klein"-staaten einen starken unterbau für ein erfolgreiches agieren in der weltwirtschaft zu sichern. oder denken sie wirklich Ö, Belgien, Holland etc. wären als Einzelkämofer besser dran???

trampelpfad
00
17.1.2012, 09:28
... Ö, Belgien, Holland etc. wären als Einzelkämofer besser dran?

Zumindest hätten die nicht auch dasselbe Desaster wie Österreich.

Unsere Alpenrepublik war mit dem DMSchilling gut beraten und fürchtete USamerikanische Finanzscharmützel zumindest weniger. Der IWF steuert den Transfer von Vermögen in die Neue Welt - der EURO ist nicht in Europa erfunden worden; das Imperium der Weltherrschaft drängte über das gemeinsame Währungssystem die unliebig/vielfältige Konkurrenz in eine gemeinsame Sackgasse.
.
Gestern Abend sah ich im TV den EX-Kommisar Verheugen, welcher nun seine Weisheit per Radiowellen über den Kontinent breitet. Ein regelrechter Schwall kommt das von seinen Stimmbändern. Es sind alles Versäumnisse, die er mitzuverantworten hat, ja lässt sich seine Auftritte nun auch noch gebührend entlohnen.

Hadik1
00
16.1.2012, 06:28
"Sprecher des Kontinents in der Welt" - nichts weniger!

"Sprecher des Kontinents in der Welt" - schade hat das der Herr Schwiegerpapa nicht mehr erlebt! Worüber wird der Tochtergatte denn sprechen wollen?

02515151541
43
16.1.2012, 00:52
Karas für "Vereinigte Staaten von Europa"

tja, aber ich bin dagegen!

wo kann ich abstimmen?

styx12
20
16.1.2012, 08:25

Abstimmen ist blöd, da könnte ja das falsche Ergebnis herauskommen. Herr Karas und andere "Volksvertreter" werden es uns schon sagen, wo es lang gehen soll.

Martin Müller10
 
36
15.1.2012, 21:03
Aus der ÖVP kommen vernünftige Ideen, man soll die Hoffnung

nie aufgeben ;-)

Chien de Pique
15
15.1.2012, 21:53
Ich habe keine Lust auf einen höchstwahrscheinlich in aller Welt militärisch engagierten Superstaat,Entscheidungsprozesse à la "Eine kaiserliche Botschaft" und das dafür nötige aggressive Nation-Building der Politik sowie dutzende nicht minder

nationalistische Separatismen, nach einer Verfassung, die evtl. so klug durchdacht ist wie der Euro (mir ist schon klar, dass dessen Fehlkonstruktion uns nun mehr Vergemeinschaftung aufzwingt; was zwänge uns dann ein scheiternder Superstaat auf? Am ehesten einen Außenfeind, Krieg?)
... Ich bin begeisterter Europäer, aber aggressiver Euronationalismus ("wir werden es den Chinesen und Amerikanern schon zeigen!"), ist kaum ungefährlicher als der in vielen Staaten endlich in den letzten Zügen liegende Kirchturm-Nationalismus. Kooperation weiter ausbauen und vertiefen, das ist natürlich geboten, wobei ich mir auch da ein Europa der vielen Geschwindigkeiten wünschen würde. Kopfgeburten erweisen sich nur ganz selten als Weisheitsgöttinnen...

JosefHader
03
15.1.2012, 20:14
Quantensprung

Ein Quantensprung ist doch die kleinstmögliche Zustandsänderung. Wow.

unattached
00
15.1.2012, 21:14

also ich hab verstanden, was gemeint war.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.