Landesrat

Pernkopf will Atomstrom "verbannen"

Andrea Heigl, 15. Jänner 2012, 19:04

Druck vor dem Atomstromgipfel aus Niederösterreich: Die Energieversorger sollen auf Atomstrom verzichten

Wien / St. Pölten - Vier bis fünf Prozent des in Österreich verbrauchten Stroms stammen aus ausländischen Atomkraftwerken; ob dieser Anteil auf Null gesenkt wird, darüber wird am Montag, beim Atomstromgipfel im Bundeskanzleramt verhandelt. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) hat bereits Zuspruch für die Forderung einiger Umwelt-NGOs signalisiert. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ist skeptischer, er will vorher die "rechtlichen und kostenseitigen Effekte" klären.

Nun kommt Druck auf Mitterlehner aus den schwarzen Reihen: Der niederösterreichische Energielandesrat Stephan Pernkopf plädierte am Wochenende dafür, die österreichischen Energieversorger dazu zu verpflichten, keinen Atomstrom mehr zu importieren. Sollten diese sich nicht selbst dazu bereit erklären, denkt Pernkopf an eine Strafabgabe. Es müsse künftig "ganz klar zwischen Ökostrom und Atomstrom unterschieden werden", er möchte "Atomstrom aus Österreich verbannt wissen".

Mit Studie gegen Mochovce

Zudem kommt aus Niederösterreich neuerlich Widerstand gegen die Inbetriebnahme der Reaktoren drei und vier des Atomkraftwerks Mochovce, die für 2012 bzw. 2013 geplant ist. Das Land hat dazu den Risikoforscher Wolfgang Kromp mit einer Studie beauftragt, darin ist eine ganze Reihe von Sicherheitsmängeln an den Reaktoren angeführt. Kromp kritisiert vor allem, dass sie der veralteten Generation II angehören und damit "keineswegs" das Sicherheitsniveau der Reaktoren der Generation III erreichen könnten, die weltweit mittlerweile in Betrieb gingen. Ungeklärt sei auch die Erdbebensicherheit.

Landesrat Pernkopf hat auch einen Brief an den slowakischen Umweltminister József Nagy geschrieben, der dem Standard vorliegt; er fordert darin einen "Safety-Dialog" zwischen der Slowakei und Österreich, bei dem offene Fragen geklärt werden sollten. Bis zu diesem Dialog, der Steigerung der Sicherheit der Anlage und einer Absicherung der Anrainerstaaten durch Haftungen, "lehnt das Land Niederösterreich selbst einen Probebetrieb der in Fertigstellung begriffenen Kraftwerksblöcke entschieden ab".

Weiters fordert Pernkopf die Slowakei in dem Brief zu einer "Kehrtwende" in der Energiepolitik hin zu erneuerbaren Energieträgern auf - und er kritisiert Brüssel: Dass trotz einer Reihe ausländischer Einwände die Inbetriebnahme der Mochovce-Reaktoren möglich ist, bezeichnet Pernkopf als "schweres Versäumnis der EU-Kommission".(Andrea Heigl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 16.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 38
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Erik Ziak
12
16.1.2012, 17:01
Mochovce

Ist schon richtige das Mochovce 3 und 4 alte Reaktoren der 2. Generation sind. Ich würde auch lieber sein wenn dort Reaktoren der 3 oder 3+ Generation stehen würden. Aber bei der Wirtschafstsituation in der Slowakei mache ich mir keine Illusionen... Immer besser als Kohle zu verbrennen.

nix fir unguad
00
16.1.2012, 19:24
Im Grund haben Sie recht

Nur wird halt Eni, der Miteigentümer darauf bestehen dass die Slovaken für den Strom aus diesem Kraftwerk den Preis bezahlen müssen als wie wenn der Strom aus einem AP-1000 kommen würde.
Da ist dann die Aufsichtsbehörde gefordert.

freimann1
35
16.1.2012, 14:47
Offener Brief an den Herrn Umweltminister József Nagy in der Slowakei

Sehr geehrter Herr Minister Nagy!
Nehmen sie dieses Würstl Pernkopf aus NÖ nicht ernst. Dem geht es doch nur darum, den hochsubventionierten Ökostrom konkurrenzlos an den Mann zu bringen und seine Freunderl von der IG Windkraft weiter subventionieren zu können.
Wie ehrlich die NÖ Politiker sind, können sie daran erkennen, dass das einzige AKW in NÖ in Zwentendorf gebaut wurde. Dieses Werk ist nur deshalb nicht in Betreib gegangen weil die Schwarzen dem Kreisky eins auswischen wollten.
Dem Zeitgeist entsprechend hängen sie jetzt ihr Fähnchen wieder nach dem Wind. Wenn in ein-zwei Jahren die Hype mit den "Erneuerbaren" vorbei ist, wird wieder eine andere Sau durch das Dorf getrieben.
Freundliche Grüße
Ihr Freimann1

byron sully
22
16.1.2012, 14:15

auch wenn pernkopf vermutlich nicht aus tiefster überzeugung, sondern aufgrund des langsam beginnenden niederösterreichischen landtagswahlkampfs diese meinung vertritt, so ist ihm dennoch rechtzugeben.

milch und zucker
03
16.1.2012, 14:07

Wenn ein Kunde keinen Atomstrom will, dann kann er einfach zu einem Energieversorger wechseln, der 100% Ökostrom liefert. In Österreich sind das AAE Naturstrom und oekostrom AG.
So einfach ist das.

Christine Berndl
00
17.1.2012, 00:33
Der Ökostrompionier

Alpen Adria Energie Naturstrom ist schon seit 2004 mein Ökostromanbieter.
Ich kann nur Gutes berichten und das sehen sicher die anderen 13000 KundInnen so.

Martin Purtscher
11
16.1.2012, 13:54

Kauft Strom aus Freilandhaltung!

curieux
00
Das ist auch keine Lösung.

Pumpspeicherkraftwerke werden heute schon in Kavernen gebaut, so dass sie keiner sieht - und liefern pico bello reingewaschenen Strom.

(Wissen viele nicht, dass in Kaprun / Limberg im Berg drin ein 2. Kraftwerk pumpt und speichert. Das heißt, Wasser hochpumpt und beim Runterrinnen bares Geld produziert. Und wenn die dicke Leitung an die deutsche Grenze genehmigt ist, wird ein drittes Werk in den Berg gebaut. So wird gaaanz billiger überschüssiger Wind- Atom- oder Kohlestrom in gaaaanz teuren Spitzenstrom verwandelt. Recht hat der Verbund - äh, Austrian Hydropower)

/dev/urandom
11
16.1.2012, 13:23
Kauft einfach meinen Atomstromfilter

Und es kann nichts mehr passieren ;-)

Gerhard56
13
16.1.2012, 11:09
Kann man nicht mal den Pernkopf 'verbannen'??

checkmate
15
16.1.2012, 10:42

und Pernkopf hat erreicht, was er erreichen wollte:

Er kann sich in den Medien als der neue Beschützer gegen die übermächtige Atomlobby. (wie schon praktisch eh jeder Politiker vor ihm) aufspielen.

Auch ein bisserl gegen das böse Brüssel sein kommt hierzulande immer gut an.

Die Sinnhaftigkeit seines Vorschlages ist eher sehr bescheiden, aber das ist ja egal, oder??

Kann doch eh schon jeder Stromkunde entscheiden, ob er zertifikatgutgewaschenen Atomstrom bekommt oder eben schon normalen....

pay cough
15
16.1.2012, 10:07
Und damit keiner schwindeln kann

wird Atomstrom ab sofort gelb eingefärbt!

Hudri Wudri
00
16.1.2012, 11:38
Kundentrend isr aber auch wichtig...

fuer die Marktwirtschaft. Wenn dann tatsaechlich kein Biostrom verkauft wird, ist dies Angelegenheit der Richter. Wenn jedoch niemand Biostrom kauft, weils den eh nicht gibt, weiss die Marktforschung sofort, dass die Leute an sauberem Strom nicht interessiert sind.

Zorro, der Rächer der Enterbten
00
16.1.2012, 09:06
Das wird den Mitterlehner unheimlich beeindrucken!

Herzerzog Johann
03
16.1.2012, 06:36
Man kann aus jedem Strom "sauberen" Strom machen.

Mit dem richtigen Zertifikaterl versehen ist alles wieder Friede-Freude-Eierkuchen.

Gerhard56
10
16.1.2012, 11:03
Stimmt nicht, Atomstrom hat eine andere Farbei

Wenn man dann sieht, daß plötzlich gelbfarbiger Strom durch die Leitung zischt, kann mann schnell den Hahn abdrehen :-)

O5
37
16.1.2012, 01:06

Sollten wir uns nicht eher auf den Schuldenabbau konzentrieren als krampfhaft die hochsubventionierten Ökostromabzocker zu fördern?

András Heinzerle, PhD
11
16.1.2012, 08:51

Hier einmal ein Dank an alle österreichischen Stromverbraucher, die mir eine sehr schöne Photovoltaikanalage finanziert haben.

thatslife
27
15.1.2012, 22:33
einer dümmer als der andere

was ist der einzige effekt davon? österreich wird vorm eugh verurteilt, kann zuerst an die eu eine strafzahlung leisten und mit pech noch schadensersatzforderungen der in- und ausländischen stromkonzerne abdecken.
offensichtlich ists heutzutage wirklich vorraussetzung ein vollidiot zu sein um politiker zu werden.

Der Kluge
44
16.1.2012, 00:53

99% der Österreicher sind gegen Atomstrom, deswegen veranstaltet die Politik mit beeindruckender Regelmäßigkeit diesen Affenzirkus.

Strache gegen Temelin, Haider gegen Euratom, Faymann für Eu-Volksbegehren gegen Atomkraft, jetzt wieder einmal die ÖVP für Atomstrom-importverbot, die Grünen ohnehin gegen sämtliche Energieerzeugung

Ohne Atomenergie würde der Strompreis angesichts steigender Nachfrage explodieren. Das wissen auch die Politiker, hindert sie aber nicht daran, trotzdem dieses Thema zu besetzen.

Den Mut sich der Wahrheit zu stellen, hat keiner.

Erik Ziak
20
16.1.2012, 16:59
99% der Österreicher sind gegen Atomstrom?

Woher haben sie diese Nummer? Ich würde gerne das 1% sehen die FÜR Atomstrom sind. Und mich würde interressieren WARUM. Ich bin persönlich nicht gegen Atomkraft an sich, aber ein unkritischer befürworter werde ich nie.

wolkenlos und ozeanblau
 
23
16.1.2012, 15:25
Ohne Atomstrom

würde der Strompreis nicht explodieren. Der Strompreis an der deutschen Börse ist nach Fukushima und dem Abschalten von sieben Atommeilern jetzt schon wieder auf dem Niveau von vor Fukushima bzw. sogar etwas billiger.
Dass die Stromkonzerne die Kostensenkung nicht an die Verbraucher weitergeben, steht auf einem anderen Blatt. Würde ja auch echt nicht gut für das Oligopol aussehen, dass der Strom billiger wird, wenn man Akws abschaltet.

rompitasche
00
16.1.2012, 13:25

wieso entwerten Sie ein gutes posting mit so einem Blödsinn wie "99%" ?

gigngogn
 
14
16.1.2012, 11:09

>99% der Österreicher sind gegen Atomstrom
Sie meinen so, wie angeblich 99% der Bürger gegen Stuttgart21 waren?

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