Proteste gegen Sparkurs: Ausschreitungen in Bukarest

15. Jänner 2012, 18:47
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    foto: epa/bogdan baraghin

    Brennende Barrikaden in Bukarest.

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    foto: octav ganea/ap/dapd

    Demonstranten, umringt von Sicherheitskräften in Bukarest. Die Polizei macht Fußballfans verantwortlich.

Polizei setzt Tränengas ein - Den friedlichen Demonstranten hatten sich gewalttätige Fußballfans angeschlossen

Bukarest - Bei Protesten gegen die Sparpolitik der rumänischen Regierung ist es in der Hauptstadt Bukarest zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte am Samstagabend Tränengas ein, nachdem einige Demonstranten die Sicherheitskräfte mit Wurfgeschoßen angegriffen hatten. Aus Protest gegen die Mitte-rechts-Regierung hatten zuvor etwa 1000 Kundgebungsteilnehmer Hauptverkehrsstraßen blockiert. Den ursprünglich friedlichen Demonstranten hätten sich gewalttätige Fußballfans angeschlossen, teilte die Polizei mit.

In neun weiteren Städten des Landes blieben die Kundgebungen am Samstag friedlich. Die Demonstrationen hatten sich ursprünglich gegen die geplante Gesundheitsreform gerichtet; der beliebte stellvertretende Gesundheitsminister Raed Arafat war aus Protest gegen den Entwurf zurückgetreten. Sie hatten sich dann zu Demonstrationen gegen die gesamten Sparmaßnahmen ausgeweitet, die das Kabinett von Premier Emil Boc in den vergangenen zwei Jahre durchgesetzt hatte.

Den Entwurf für die Gesundheitsreform nahm die Regierung aufgrund des Widerstands am Freitag zurück. Trotzdem gingen die Demonstrationen am Wochenende weiter, die Kundgebungsteilnehmer verlangten am Samstag Neuwahlen und den Rücktritt von Präsident Traian Basescu. Mit dem Sparprogramm will das von der Finanzkrise betroffene EU-Land Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfüllen. (dpa, Reuters, red, DER STANDARD-Printausgabe, 16.01.2012)

Kommentar posten
18 Postings
py rx
15
16.1.2012, 15:00
weiter so

ohne auschreitungen -> sicher kein erfolg. nieder mit dem kapitalismus, es lebe der aufstand!

Jürgen Rembremerding
12
16.1.2012, 15:09
Diethelm,

12 Jahre!

Der Kluge
04
16.1.2012, 14:54

Finde es schade, dass über Osteuropa wenn dann fast immer nur negativ berichtet wird.

Ungarn, Rumänien und die Staaten Ex-Jugoslawien kommen ja fast nur in die Medien wenn es soziale Unruhen, Rechtsextreme, Vorfälle mit Roma usw. usf. geht.

Über England, USA wird 100mal mehr berichtet wie über den Balkan. trotz der geographischen Nähe

Scherberich
 
00
16.1.2012, 17:44

es gibt nichts Positives in Rumänien, außer vielleicht die recht ansehnliche Kulisse. Ansonsten gilt, wer bis jetzt nicht von dort abgehauen ist, ist selber schuld.

Mormoloc
00
17.1.2012, 09:42
LALL!

austriacu
 
00
16.1.2012, 16:11

Bitte nicht verwechseln. Rumänien ist keinesfalls am Balkan!

Mormoloc
00
17.1.2012, 09:43
Und Osteuropa ist es auch nicht...

Aber es ist in der Tat schon erstaunlich, wie festgefahrene Bilder doch gerne mal im Kopf hängen bleiben...

austriacu
 
01
16.1.2012, 16:17

Zumindest nur ein ganz kleiner Teil Rumäniens liegt auf der Balkan-Halbinsel (Nord-Dobrudscha).

Mein Grossvater hiess Israel Blank
01
16.1.2012, 12:53
Ueber das Elend und Unzufriedenheit in Griechenland wird gar nicht mehr berichtet....

Jürgen Rembremerding
01
16.1.2012, 14:38
Die hatten ja jetzt viel Trost, die Griechen:

http://www.spiegel.de/politik/a... 37,00.html

Ernst Guevara
00
16.1.2012, 13:15
"Die auf der Straße sind Würmer. Sie verdienen vorzeitig im Krankenhaus zu sterben, weil sie gegen das neue Gesundheitsgesetz sind."

meint ein politiker der rumänischen regierungspartei. man bemerkt also anhand dieser nazirhetorik, dass die konservativen es nur gut mit den menschen meinen... deshalb wird das privatisierungsdogma durchgedrückt und alle, die anderer meinung sind und/oder es sich nicht leisten können, sollen bei unfällen oder an krankheiten verrecken. werden dann auch die rettungsfahrer, die schwer verletzte menschen einfach auf der strasse verbluten lassen, weil sie kein geld haben, mit auszeichnung befördert?

theEdge
 
22
16.1.2012, 08:55
Proletariat gegen Bourgeoisie

Was macht dieser Artikel eigentlich irgendwo ganz klein im internationalen Ressort? Er ist ein weiterer, aufgrund der geografischen (und vermutlich auch wirtschaftlichen) Nähe, sehr wichtiger Baustein der globalen Revolution, die die Menschen immer noch nicht wahrhaben wollen.
Proletariat gegen Bourgeoisie gab es immer und wird es immer geben. Der Spread zwischen der obersten und untersten Schicht ist allerdings wieder einmal ganz extrem.
Lasst es krachen!

Martin Müller10
 
16
16.1.2012, 04:31
Die Stufen der Entmachtung einer Regierung: Rating-Agenturen,

EFSF, IWF

rggre rewqfew
71
16.1.2012, 10:45

du hast den ersten schritt vergessen. vor den ratingagenturen kommt: "sich über beide ohren verschulden".

dieser erste schritt dauert mehrere jahrzehnte, die anderen drei gehen dan ruck-zuck in ein paar monaten.

Mormoloc
01
16.1.2012, 15:43
Wo isi Rumänien "über beide ohren verschuldet"?

dasandere
00
16.1.2012, 03:46
Wie schrecklich..

der IWF!! Rette sich wer kann!

delero ( der rumäne )
 
01
15.1.2012, 22:57
Nicht gegen Sparkurs !!!

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