Regierungschef Monti trifft Merkozy
Das Sparprogramm von 33 Mrd. Euro hat Standard & Poor's kaltgelassen, die Kreditwürdigkeit Italiens wurde gleich um zwei Grade auf BBB+ abgestuft. Die Empörung im Land ist groß, selbst der für seine Vorsicht bekannte Regierungschef Mario Monti sprach vom "Globalangriff auf die EU, den Europa mit vereinten Kräften abwehren muss". Am Wochenende beriet er mit Wirtschaftsminister Corrado Passera und Notenbankchef Ignazio Visco die Abwehr möglicher Spekulationen zu Wochenbeginn. Fazit: ruhig Blut bewahren und sich von der Abstufung nicht verunsichern lassen.
Die EZB wird aufgefordert, ihre Anstrengungen zur Unterstützung der Banken und Interventionen am Sekundärmarkt für Staatsbonds zu verstärken. Gleichzeitig soll die Entstehung des Europäischen Währungsfonds beschleunigt und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert werden, ihre vorsichtige Haltung in punkto Schuldenpolitik aufzugeben. Diese Botschaft kann Monti am Freitag persönlich überbringen: Da soll er Merkel und Frankreichs Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy treffen.(Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.1.2012)