Archäologen machen Fund aus der 22. Dynastie
Kairo - Mit dem 64. Grab im berühmten Tal der Könige haben ägyptische und Schweizer Archäologen ein ganz besonderes Exemplar entdeckt: Bestattet wurde darin eine Sängerin, und es ist das einzige jemals im Tal der Könige gefundene Grab einer Frau, die nicht mit den altägyptischen Herrscherfamilien verwandt war.
Die Sängerin soll den Namen Nehmes Bastet getragen haben (der zweite Namensteil eine Zuweisung zur katzenköpfigen Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe) und während der 22. Dynastie im 10. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung im Tempel von Karnak gesungen haben. Der Sarkophag zumindest gehört der Tochter eines Hohepriesters aus jener Ära, das Grabmal selbst hingegen ist deutlich älter: Aufgrund der darin gefundenen Artefakte glauben die Archäologen, dass es ursprünglich 400 Jahre zuvor für jemand anderen errichtet worden war und später wiederverwendet wurde.
Freude über den Fund
Das Grab sei zufällig gefunden worden, sagte die Ausgrabungsleiterin von
der Universität Basel, Elena Pauline-Grothe. "Wir haben nicht nach
neuen Gräbern gesucht." Das gefundene Grab sei ganz in der Nähe eines anderen, das vor 100 Jahren entdeckt worden war.
Der Sarkophag der Sängerin sei in erstaunlich gutem Zustand, sagte Mansur Boraik, Chef der ägyptischen Altertumsbehörde, am Sonntag in Luxor. In den kommenden Tagen sollte er geöffnet werden. Die Archäologen erwarten, dass die Mumie der Bestatteten noch darin enthalten ist. (APA/red)