Triumphe für Peterhansel und Despres

  • Die beiden Triumphatoren: Cyril Despres (L) und Stephane Peterhansel.
    foto: reuters/enrique castro-mendivil

    Die beiden Triumphatoren: Cyril Despres (L) und Stephane Peterhansel.

Peterhansel holt im Mini seinen zehnten Sieg - Despres entschied faszinierendes KTM-Stallduell mit Coma für sich

Lima - Dakar-Triumphe für "Peter den Großen" und Cyril Despres: Mit dem zehnten Gesamtsieg des französischen Rekordgewinners Stéphane Peterhansel im Mini  und dem vierten Erfolg von Motorrad-Pilot Cyril Despres ist am Sonntag nach mehr als 8300 Kilometern durch Argentinien, Chile und Peru in Lima die Rallye Dakar zu Ende gegangen.

Erster Erfolg in Südamerika für Peterhansel

Der 46 Jahre alte Peterhansel, der die Rallye bereits sechsmal mit dem Motorrad gewonnen hatte, bevor er 2004, 2005 und 2007 im Auto triumphierte, war als großer Favorit in die Rallye gegangen. Allerdings hatte er auf dem Weg zu seinem ersten Sieg auf südamerikanischen Boden lange Zeit mehr Mühe als erwartet, die Angriffe zuerst von Hummer-Pilot Robby Gordon (USA) und später von Roma abzuwehren.

"Wenn man bedenkt, wie kompliziert es ist, eine Dakar zu gewinnen, ist es unglaublich, dass es mir gelungen ist, deren zehn zu gewinnen. Es hat so lange gedauert, fünf Jahre, bis es nochmal geklappt hat. Und das in Südamerika zu schaffen, ist eine gewaltige Erleichterung, einer meiner schönsten Siege", sagte Peterhansel.

Noch am Freitag auf der drittletzten Etappe hatte der Franzose seine Sieghoffnungen schwinden sehen, als er sich in einem tückischen Sandloch festfuhr. Roma passierte allerdings das gleiche Missgeschick, sodass Peterhansel vorne blieb und am Samstag mit seinem insgesamt 60. Tagessieg schließlich für die Vorentscheidung sorgte.

Triumphzug auf der letzten Etappe

Die letzten 29 Wertungskilometer am Sonntag auf dem 283 Kilometer langen Weg von Piso nach Lima wurden somit für Peterhansel ebenso zum Triumphzug wie für seinen Landsmann Despres. Beide begnügten sich mit Rang zehn in der Tageswertung. Die letzten Siege gingen an Gordon und den Norweger Per Anders Ullevalsetter (KTM).

KTM-Pilot Despres hatte sich erst am Samstag die Führung von Vorjahressieger Marc Coma zurückgeholt und sich das entscheidende Polster von mehr als elf Minuten erarbeitet. Im Ziel lag er schließlich 53:20 Minuten vor dem Spanier, der noch 45 Minuten Zeitstrafe für einen Motorwechsel kassiert hatte. Bis zum vorletzten Tag hatten sich die beiden Markenkollegen ein faszinierendes Duell auf allerhöchstem Niveau geliefert.

Der Franzose Despres, der am 24. Januar 38 Jahre alt wird, hatte die Wüstenrallye, die in diesem Jahr erstmals auch durch Peru führte, zuvor 2005, 2007 und 2010 gewonnen. Sein großer Rivale Coma hatte 2006 und 2009 triumphiert. 2008 war die Rallye wegen Terrorwarnungen in Afrika abgesagt worden, seitdem findet der Klassiker in Südamerika statt. 2013 soll die Rallye erstmals in Lima starten und in Chile zu Ende gehen.

Überschattet wurde die Rallye vom tödlichen Unfall des argentinischen Motorradfahrers Jorge Martinez Boero auf der ersten Etappe. Das 59. Opfer in der Geschichte der Rallye blieb aber trotz einiger spektakulärer Unfälle und Stürze aber das einzige in diesem Jahr. (SID)

Autowertung:

14. und letze Etappe von Pisco/Peru nach Lima/Peru (283 km davon 29 km Wertungsprüfung): 1. Robby Gordon/Johnny Campbell (USA) Hummer H3 22:43 Minuten 2. Ricardo Leal Dos Santos/Paulo Fiuza (Portugal) Mini All4 00:21 Sekunden zurück, 3. Krzysztof Holowczyc/Jean-Marc Fortin (Polen/Belgien) Mini All4 00:38, 4. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) Toyota Hilux 01:28, 5. Carlos Sousa/Jean-Pierre Garcin (Portugal/Frankreich) Great Wall 01:36, 6. Lucio Ezequil Alvarez/Ronni Graue (Argentinien) Toyota Hilux 02:01, 7. Leonid Nowizki/Andreas Schulz (Russland/München) Mini All4 02:10, 8. Joan Roma/Michel Périn (Spanien/Frankreich) Mini All4 02:11, 9. Bernhar Ten Brinke/Mathieu Baumel (Niederlande/Frankreich) Mitsubishi 02:49, 10. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich) Mini All4 03:12

Endstand nach 14 Etappen: 1. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich) Mini All4 38:28:51 Stunden, 2. Joan Roma/Michel Périn (Spanien/Frankreich) Mini All4 0:41:56 Stunden zurück, 3. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) Toyota Hilux 1:13:25, 4. Leonid Nowizki/Andreas Schulz (Russland/München) Mini All4 2:11:54, 5. Robby Gordon/Johnny Campbell (USA) Hummer H3 2:16:53, 6. Lucio Ezequil Alvarez/Ronni Graue (Argentinien) Toyota Hilux 4:05:52, 7. Carlos Sousa/Jean-Pierre Garcin (Portugal/Frankreich) Great Wall 4:30:24, 8. Ricardo Leal Dos Santos/Paulo Fiuza (Portugal) Mini All4 5:03:18, 9. Bernhar Ten Brinke/Mathieu Baumel (Niederlande/Frankreich) Mitsubishi 5:11:18, 10. Krzysztof Holowczyc/Jean-Marc Fortin (Polen/Belgien) Mini All4 6:59:38

Motorradwertung:

14. und letzte Etappe: 1. Pal Anders Ullevalseter (Norwegen) KTM 22:26 Minuten, 2. Marc Coma (Spanien) KTM 01:08 Minuten zurück, 3. Stefan Svitko (Slowakei) KTM 01:43, 4. Gerard Farres Guell (Spanien) KTM 02:01, 5. Alessandro Botturi (Italien) KTM 02:11, 6. Olivier Pain (Frankreich) Yamaha 02:55, 7. Jordi Viladoms (Spanien) KTM 03:35, 8. Helder Rodrigues (Portugal) Yamaha 03:41, 9. Joan Barreda Bort (Spanien) Husqvarna 03:44, 10. Cyril Despres (Frankreich) KTM 03:51

Endstand nach 14 Etappen: 1. Cyril Despres (Frankreich) KTM 43:01:54 Stunden, 2. Marc Coma (Spanien) KTM 0:53:20 Stunden zurück, 3. Helder Rodrigues (Portugal) Yamaha 1:11:17, 4. Jordi Viladoms (Spanien) KTM 1:40:56, 5. Stefan Svitko (Slowakei) KTM 1:47:28, 6. Pal Anders Ullevalseter (Norwegen) KTM 2:11:56, 7. Gerard Farres Guell (Spanien) KTM 2:14:22, 8. Alessandro Botturi (Italien) KTM 2:59:04, 9. Olivier Pain (Frankreich) Yamaha 3:17:50, 10. Zanol (Brasilien) Husqvarna 3:25:56

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