Umfrage

Mehrheit akzeptiert höhere Steuern für Budgetsanierung

15. Jänner 2012, 17:51
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    grafik: der standard

    71 Prozent geben einer höheren Besteuerung von Spitzeneinkommen die Note eins.

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    Große Zustimmung gibt es auch für den Vorschlag, das Pensionsantrittsalter von ÖBB-Mitarbeitern hinaufzusetzen.

Höhere Steuern, womöglich in Bereichen, die weder Autofahrer noch kleine Einkommen treffen, finden als Instrument gegen die Krise zunehmend Akzeptanz

Die SPÖ hat am Sonntag den S&P-Bericht zum Downgrading Österreichs als Argument für die aktuelle Steuerdiskussion - und gegen den Koalitionspartner ÖVP - genutzt: "Wenn S&P als einen Grund für die Abstufung angibt, dass 'ein Reformprozess, der nur auf Sparpolitik fußt, Gefahr läuft, sich selbst negativ zu beeinflussen', dann müssen Spindelegger und Co endlich ihre Polit-Scheuklappen ablegen und erkennen, dass Österreichs Budget dringend auch einnahmenseitige Reformmaßnahmen braucht", argumentierte Kärntens SP-Chef Peter Kaiser. Sein oberösterreichischer Amtskollege Josef Ackerl warnte gleich die gesamte Bundesregierung vor einer "konservativen Politik, des Gürtel enger Schnallens'".

Ihr Appell für einnahmenseitige Budgetsanierung findet zunehmend Zustimmung in der Bevölkerung. Eine Market-Umfrage aus der Vorwoche ergibt, dass bereits eine Mehrheit auch höhere Abgaben befürwortet: Sechs Prozent der Befragten sind für rein einnahmenseitige Maßnahmen, weitere 47 Prozent sagen, dass man sowohl einnahmen- als auch ausgabenseitig sanieren sollte. Rein ausgabenseitig würden nur 46 Prozent agieren - eine absolute Mehrheit hat dieser Sparkurs nur bei Anhängern von ÖVP und FPÖ.

Die Grafiken verdeutlichen, welche Abgaben am wenigsten Widerstand hervorrufen: 71 Prozent geben einer höheren Besteuerung von Spitzeneinkommen die Note eins, weitere 16 Prozent einen Zweier. Auch innerhalb der ÖVP-Wählerschaft gibt es hohe Zustimmung.

Eine Strafsteuer für Arbeitgeber, die ältere Mitarbeiter in Richtung Frühpension drängen, wird von knapp zwei Drittel der Befragten befürwortet. Auf der anderen Seite - bei den Sparplänen, die in der zweiten Grafik dargestellt sind - sind die Befragten eher zurückhaltend, wenn es um Eingriffe bei den Pensionen geht. Es sei denn, es geht um das ÖBB-Pensionsalter, das allenfalls von einem kleinen Teil der SPÖ-Wählerschaft verteidigt wird. Eine generelle Erhöhung des Pensionsalters wird nur von 36 Prozent gutgeheißen.

Sparpläne, die breite Zustimmung finden, betreffen den Bundesrat (den acht von zehn Österreichern für verzichtbar halten) und den Aufnahmestopp in der allgemeinen Verwaltung.

Den Lehrern würden die Österreicher mehr Unterrichtszeit abverlangen, der Kultur (aber eher nicht den Bauern) die Subventionen kürzen. Auf größten Widerstand stößt die Besteuerung kleiner Einkommen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 501
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das ist fix
00

Politiker - egal welche Partei, geben das Geld meist für unsinnige Projekte aus, daher keine neuen Steuern, und keine höheren Steuern.

Zitronenbaum
00
19.1.2012, 12:53

400 Leute zu befragen ist aber ein bisschen wenig für so ein großes Thema.
(Siehe Grafik: 'n' gibt üblicherweise die Größe der Stichprobe an.)

jopc
 
00
17.1.2012, 19:51
natürlich, die schuldigen an der staatsverschuldung sind sofort gefunden

natürlich sind es die eisenbahner mit dem pensionsalter.

wie sagte doch stadler im NR:
die verblödung nimmt schon ungeahnte formen an.

selbstverständlich sind es die eisenbahner.
da kommen ja auf 1000 beitragszahler 950 pensionisten
bei den bauern kommen auf 1000 beitragszahler 1214 pensionisten.
aber selbstverständlich sind es die eisenbahner.

meine meinung ist:
WIRKLICH sinnhaften reformen wird sich keine gruppe verschließen (können), aber nur immer bei dem versuch klientelbeißpolitik der anderen zu betreiben wird nix rauskommen.

Walter Bimini
00
17.1.2012, 20:11
vor der offiziellen staatspleite wird in österreich nicht mehr viel geändert werden.

bei ihrem eisenbahner beispiel haben sie geflissentlich das doch etwas frühe antrittsalter der eisenbahner unter den tisch fallen lassen.

Charly Blecher
00
17.1.2012, 11:00
Eine brennede Frage:

Wer gestaltet für uns Wutbürger die homepage www.watschenmann.at, um es unseren Politikern
ordentlich "hineinsagen" zu können?

Walter Bimini
00
17.1.2012, 20:15
das ist wahrscheinlich sogar contraproduktiv

denn einerseits ist es den politischen völlig egal was die österreicher von ihnen halten solange ihre gehälter und pensionen regelmäßig ausgezahlt werden, sie kostenlose diplomatenpässe erhalten, ....

andererseits reagieren sich die wutbürger auf diese art nur ab anstatt die wut für die zeit nach dem staatsbankrott aufzustauen.

MiFi
00
16.1.2012, 21:11
Also mit den 3 letztgereihten Punkten

- Einkommenssteuer für alle
- ein bis zwei Prozent mehr Umsatzsteuer
- signifikant erhöhte Mineralölsteuer
könnte man wohl schnell am meisten erreichen - alle anderen generieren nur Verwaltungsaufwand den keiner braucht und die Mehrerlöse auffrisst ...

Und gerecht wäre es auch noch - dann zahlen wenigstens alle ...

Aber nur, nachdem man die Ausgaben um mindestens 10% reduziert hat ...

byron sully
01
16.1.2012, 15:59

die beiden größten überraschungen dieser umfrage für mich:
die positive: ich hätte erwartet, daß im kulturfeindlichen österreich die kürzung der kultursubventionen an erster stelle stehen würde. das ist zum glück nicht der fall.
die negative: daß die finanztransaktionssteuer nicht weit oben, sondern nur irgendwo in der mitte zu finden ist.
alles andere in etwa im erwartbaren bereich...

higgs - wozu?
03
16.1.2012, 16:23

die allergrößte überraschung:
manche scheinen echt noch daran zu glauben, daß wir die schulden zurückzahlen müssen bzw. können, es gibt also noch eine ganze menge an mitbürgern, die das geldsystem noch nicht verstanden haben und bereit sind, ihr letztes hemd, oder besser das letzte hemd vom nachbarn zu opfern, um diese irre system weiterhin am laufen zu halten weil ihnen medium a und politiker b die absolute alternativlosigkeit unseres schuldgeldsystems eingeredet hat, und sie zu faul sind, sich mal selbst zu informieren.

Friedman Tobin
10
16.1.2012, 19:51

Ich fürchte, Sie haben da was nicht verstanden. Erstens, es geht hier nur um die Schulden der Regierungen, nicht um alle Schulden. Zweitens, nicht alle Staaten der Welt sind verschuldet. Drittens, durch Steuern für Reiche (die es aber nicht geben wird) ließen sich die Schulden durchaus abbauen. Viertens, man kann Bankgeld problemlos durch Umlaufgeld ersetzen, wenn es darauf ankommt (ist hier aber wie gesagt egal).

higgs - wozu?
00
17.1.2012, 11:02

naja, das ist ansichtssache - zeig mir einen staat der keine schulden hat, und sich zeig dir einen staat der ein anderes geldsystem als das vom internationalen finanzmonopol installierte hat.
sobald du dich dem dollardiktat unterwirfst, und auch der euro ist eine astreine dollarwährung, hast du schulden, vollkommen egal, wie du wirtschaftest - das hat einen simplen grund:
geld bekommst du nur, indem du es dir bei den inhabern der geldrechte ausborgst - wenn du also geld verwenden willst, hast du automatisch schulden, diese schuld ist verzinst, durch die zinsen hast du immer mehr schulden als du eigentlich an geld bekommen hast - und genau da fängt die schuldenspirale an, und keine kann ihr entkommen.
alles klar??

Dimple
11
16.1.2012, 15:36
Lieber Standard, S.g. Herr Seidl

wann wird die Überschrift endlich in
"Mehrheit ist für Ausgabensenkungen statt Steuererhöhungen" o.ä. geändert?

lg
Dimple

samoht0711
01
16.1.2012, 17:54
Woher...

...nehmen Sie diese Information??

Ich zitiere die Zahlen der Umfrage:
47% befürworten eine gleichermaßen einnahmen- als auch ausgabenseitige Budgetkonsolidierung.
6% Sind alleine für einen einnahmenseitige Konsolidierung.
Ergo: 53% befürworten höhere Steuern (welche Steuern auch immer damit gemeint sind...)

Zukunftsoptimist1
00
16.1.2012, 16:10
Das wäre ja so wie

Hund beißt Mann, das interessiert niemanden.
Mann beißt Hund ist interessanter, wobei es nicht darauf ankommt, ob der Hund aus Schokolade ist. Hauptsache die Überschrift erregt Aufmerksamkeit.
No na, ich akzeptiere ja auch gerne höhere Steuern, wenn sie andere zahlen müssen.

Android1337
01
16.1.2012, 15:40

Die Wahrheit wäre wohl: Überwältigende Mehrheit ist für Ausgabensenkungen, da wo sie persönlich auf nichts verzichten müssten, und für Steuererhöhungen, wo sie nicht betroffen wären.

Dimple
10
16.1.2012, 15:49
Richtig

wobei die Ausgabensenkungen mehr Zuspruch bekommen.

lg
Dimple

cannery row
00
16.1.2012, 13:27
und bitte auch erwähnen..

dass kritiker des sparkurses überwiegend über pflichschulabschluss oder geringer verfügen, pensionisten und arbeiter sind. hat sich bei anderen propagandamassnahmen bereits bewährt.

Dagmar Rehak Wien
 
04
16.1.2012, 13:17
Weil sie sich nicht auskennen.

Allein schon die zur Auswahl stehenden Antworten zeigen, dass das Bild, das die Leute von unserem Geldsystem haben, nur noch fester einbetoniert werden soll. Die Möglichkeit, "Ausgaben wurscht, Einnahmen wurscht, Xxxxxxxxx xxxxxx" zu antworten gibt es nicht, sonst ist man disqualifiziert.

Ergates faber
30
16.1.2012, 12:58
Pensionsalter raufsetzen bringt gar nichts..

außer 2 Jahre Verschnaufpause...und dann? Die nächste Erhöhung...gar gleich auf 75?

Zweitgeist
02
16.1.2012, 14:28

das raufsetzen des pensionsalters verkürzt den leistungszeitraum.

Ergates faber
00
16.1.2012, 21:33
Durch das Raufsetzen bleibt durch die erhöhte Lebenserwartung

der Leistungszeitraum gleich....nur Einzahlen darf man dafür 2 Jahre mehr!
Ich bin für die Abschaffung der staatlichen Pension. Es muß eine Pensionsvorsorge verpflichtend sein - aber wo soll jeder selbst entscheiden.
Es macht ja schlußendlich keinen Unterschied von wem man dann nichts bekommt. Dem Staat und seiner mutwilligen Mißwirtschaft gönne ich keinen Cent mehr.

fandoc
01
16.1.2012, 12:50
Nicht vergessen!

Die Befragung war wirklich aufgelegt. Ich würde zunächst in der Verwaltung sparen (Bundesrat, Länder, etc.), dann die Finanzbranche, wie es Ökonomen schon lange fordern, endlich regelmentieren - die hat uns nämlich mit ihren Blasen erst die Schulden- und Eurokrise eingbro(c)kt - und dann kann man über zusätzliche Steuren, besser über adaptierte Steuern nachdenken. Kürzen von Löhnen und Pensionen sind bei der derzeitigen Inflation jedenfalls abzulehnen.

Zukunftsoptimist1
11
16.1.2012, 16:15
Es ist ganz einfach:

wir haben 40 Jahre über unsere Verhältnisse gelebt, ein Finanzminister, der darangegangen ist, gegenzusteuern, ist demontiert worden und jetzt haben wir die Quittung für 40 Jahre Dilettieren in der Regierung.

Zukunftsoptimist1
10
16.1.2012, 16:13
Es ist ganz einfach:

Chien de Pique
00
16.1.2012, 15:23

Die Länder sind eben nicht einfach Verwaltungszonen (und ich bezweifle, dass ein Zentralstaat leicht ohne ein Pendant auskäme) , der Staat ist als Bundesstaat begründet. Wie immer man das sieht, ohne Zustimmung der Bevölkerung wird das nicht gehen, das wäre auch der größte Umbau des Staates seit Ausrufung der Republik, alles andere als eine einfache Maßnahme.

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