"Saujude"

Pianist Schiff tritt nach Beschimpfungen nicht mehr in Ungarn auf

15. Jänner 2012, 17:06

Alle Konzerte abgesagt

Berlin - Der Pianist Andras Schiff meidet sein Heimatland Ungarn. Grund ist ein kritischer Leserbrief über die Zustände im Land, den er in der "Washington Post" veröffentlicht hatte und der ihm in Ungarn Beschimpfungen wie "Saujude" eingebracht hat.

"Vor etwa einem Jahr habe ich in der 'Washington Post' einen Leserbrief veröffentlicht, in dem ich die leise Frage stellte, ob Ungarn, das damals die EU-Präsidentschaft innehatte, reif für diese Aufgabe ist", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Die Gewalt gegenüber den Roma, der Antisemitismus, der Nationalismus der Regierung - das alles sei "nicht besonders europäisch".

Der Brief habe in Ungarn Stürme der Entrüstung ausgelöst. In einer der Regierung wohlgesinnten Zeitung seien abstoßende Dinge über ihn geschrieben worden, im Internet sei er als "Saujude" beschimpft worden. Danach habe er alle Konzerte in Ungarn abgesagt, sagte der 58-Jährige. (APA)

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JazzPianist
01
17.1.2012, 11:51
zu hause

wie sang schon einst georg kreisler

".. ich fühl mich nicht zu hause...."

Traurig, was da in Ungarn abgeht.

Schön langsam kann auch orban sagen (wie einst der sozial. premier): wir haben´s verschissen...

[(x+y)]
12
16.1.2012, 16:18

den unterschied zwischen schiff und dem "saujuden"-poster würd' ich gerne klavierspielen können.

byron sully
00
16.1.2012, 14:13

ein verständlicher schritt. leider.

chrilly donninger1
20
16.1.2012, 17:13
Er spielt dann mehr bei uns und sie können

mehr in Schiff Konzerte gehen. Warum bedauern Sie das?

byron sully
01
17.1.2012, 14:33

es ist grundsätzlich bedauerlich, wenn die eigene heimat einen künstler derart beschämend behandelt.

Pink Fanta
00
16.1.2012, 12:28
wiseo nicht europäisch?

für norwegen würds reichen

http://en.wikipedia.org/wiki/Anti... _in_Norway

concertina8
01
17.1.2012, 12:34

Die kriegen ja auch nicht so bald die EU-Präsidentschaft.

propagandaresistent
013
16.1.2012, 10:34

Ungarn scheint mir dzt. ein Land zu sein, in dem man sich mit den Mächtigen arrangieren muss, um akzeptiert zu sein bzw. in Ruhe gelassen zu werden. Ziemlich bedenkliche Situation. Erinnert mich an Diktaturen.

videoopa
00
16.1.2012, 17:13
16.1.1938-----16.1.2012 ?

-------
die Wiederkehr des Bösen auf unserem Planeten---

chrilly donninger1
11
16.1.2012, 17:22
Was ist den heut schon so Böses passiert?

Es hat meine Katz über Nacht in die Speiss geschissen. War aber meine Schuld, ich hab sie am Abend irrtümlich eingesperrt und nicht gehört wie sie miaut.
Aber ansonsten is mir noch nix extra Tragisches aufgefallen.

chrilly donninger1
10
16.1.2012, 17:11
Propagandaresistent

ist in diesem Fall ein sehr skurriller Nick.
Es läuft - nicht nur im Standard - seit einiger Zeit eine Anti-Ungarn Kampagne. Unsere tägliche Ungarn-Pfui Meldung gib uns heute. Im Grunde so wie bei der Krone bezüglich der EU. Da heulens mit.

Hornhifi
01
17.1.2012, 04:16

Nojo, ganz soooo leinwand ist die politische und kulturelle Situation bei den Magyaren zur Zeit aber wirklich nicht.

Nebstbei: Ein ca. 23-jähriger ungarischer Kollege hat am Unterarm einen SS-Mann gepeckt ...

Kontrahent1
44
16.1.2012, 12:26
Diktatoren putschen sich an die Macht

und sorgen erst im Anschluss für den 'überwältigenden' Wahlerfolg. In Ungarn war man über die Vorgängerregierung sosehr angefressen, daß es eine Zweidrittelmehrheit gab. Also ist diese Regierung legitimiert, das darf man nicht vergessen. Bei den nächsten Wahlen kann man das korrigieren, finden sich genug ablehnende Abgeordnete im Parlament, geht es auch früher. So funktioniert Demokratie.

Di Fazz
00
16.1.2012, 16:11

Die NSDAP wurde von den Bürgern an die Macht gewählt. 1933 in Deutschland und indirekt 1938 auch in Österreich.
Der Putsch davor war ironischerweise misslungen.

Kontrahent1
00
17.1.2012, 13:49
Aber die 'Wahlwerbung'

der NSDAP zum Ende der Weimarer Republik ist Ihnen schon geläufig? Wollen Sie Ungarn damit vergleichen? Obwohl die Vorgängerregierung die Wirtschaft ganz schön vor die Wand fuhr ist da doch ein ziemlicher Unterschied;-)

Florian Brandner1
10
18.1.2012, 09:27
Durchaus bekannt

aber wichtig ist schliesslich, was die gewählte Regierung mit der ihr durchs Volk zugestandenen Macht tut.

Kontrahent1
01
18.1.2012, 12:34
Orban hatte sich aber im Wahlkampf

nicht verstellt und seine Wähler angelogen, wie das bei uns gang und gäbe ist.

Florian Brandner1
10
18.1.2012, 17:38
Gang und gäbe - ich hoffe nicht, aber vielleicht mache ich mir zu viele Illusionen

Kontrahent1
00
19.1.2012, 12:23
Hoffen Sie weiter!

Aber denken Sie nicht an die Märchen anlässlich des EU-Beitritts und der Euro-Einführung. Alleine das 'S' bei der SPÖ und das 'V' bei der ÖVP sind schon Lüge.

Florian Brandner1
10
19.1.2012, 21:17
Verbittert?!?

Kontrahent1
00
20.1.2012, 12:05

eher enttäuscht.-

Bagolyvár
00
17.1.2012, 12:29
Da sehen Sie wenigstens wohin die Demokratie führt!

Blättern Sie mal in Geschichtsbücher!

Di Fazz
00
17.1.2012, 15:40

Im Gegensatz zu manch anderen blättere ich die Bücher nicht nur durch sondern lese sie auch.

chrilly donninger1
12
16.1.2012, 17:19
Die FIDESZ ist die Schwesterpartei der ÖVP

Pröll J. hat Orban überschwenglich zum Wahlsieg gratuliert. Wahrscheinlich würd sich auch bei uns jede Partei so aufführen, wenn sie bei der nächsten Wahl 70% der Stimme bekommen würde.
70% für eine Partei ist für die Demokratie nicht gesund. Aber deswegen gleich den Faschismus ausbrechen sehen ist vollkommen hysterisch.

ositolindo
01
16.1.2012, 16:52

Ja, aber die NSDAP hatte in keinem der beiden Laender eine absolute Mehrheit bevor und durch die sie an die Macht kam.

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