Schwedens Heer hat "Erwartungen übertroffen"

Interview | 16. Jänner 2012, 16:17

Verteidigungsminister Sten Tolgfors über Stockholms Freiwilligenheer, das Norbert Darabos als Vorbild gilt

Standard: Schweden hat 2010 die Wehrpflicht ausgesetzt und nimmt Kurs auf ein Freiwilligenheer. Die neue Armee, mit 28.000 im In- und Ausland einsetzbaren Heeresangehörigen sowie 22.000 Angehörigen der Heimwehr, soll bis 2014 zu großen Teilen und bis etwa 2018 vollständig stehen. Was waren die Motive für die Reform?

Tolgfors: Für die Anforderungen nach der Zeit des Kalten Krieges müssen die Streitkräfte hier und jetzt zugänglich, anwendbar und beweglich sein. Die früheren Mobilisierungszeiten von ein bis drei Jahren waren zu lang. Wir mussten gesonderte, temporär zusammengesetzte Auslandstruppen unterhalten. Das verschlang Ressourcen - ebenso wie die Tatsache, dass 70 Prozent der Soldaten nach kostenintensiver Ausbildung die Streitkräfte verließen. Laut der Untersuchung zur Umstellung auf das neue System war das Wehrpflichtsystem pro Jahr rund zwei Milliarden Kronen (entspricht etwa 225 Millionen Euro) teurer als die Anstellung von Freiwilligen, wenn 3000 Soldaten einsatzbereit verfügbar sein sollen. Künftig investieren wir nun in hoch qualifiziertes und daher teureres Personal, das aber bleiben will. Das macht die Reform auch ökonomisch rationell.

Standard: Österreichs Verteidigungsminister sieht Schweden als Vorbild - werden Sie ihn in dieser Sicht bestärken?

Tolgfors: Wir freuen uns über das Interesse, so wie auch wir von anderen lernen. In ganz Europa läuft derzeit angesichts anstehender Verteidigungsreformen ein reger Erfahrungsaustausch. In einer Studie vom August hat die Nato Schwedens Reform sehr positiv bewertet, hinsichtlich der nationalen Verteidigung wie auch unserer Teilnahme an Friedenseinsätzen. Letztlich muss natürlich jedes Land selbst entscheiden, welche Erfahrungen es übernimmt.

Standard: Schweden wie auch Österreich wirken im Rahmen der Nato-Partnerschaft für den Frieden und fokussieren auf internationale Friedenseinsätze. Im Gegensatz zu Österreich setzt Schweden aber stark auf sicherheitspolitische Kooperation ...

Tolgfors: Schweden ist allianzfrei und entscheidet in jedem einzelnen Fall selbst über sein Engagement. Gleichzeitig ist Schweden ein Land, das Sicherheit gemeinsam mit anderen baut, in Nordeuropa und innerhalb der EU.

Standard: Durch Kooperation bei der Entwicklung und Produktion von Kriegsmaterial - also das sogenannte Pooling and Sharing - will Schweden sparen und Gelder unter anderem für die Truppe, für das Personal freisetzen. Welche Erfahrungen haben Sie mit dieser Strategie gemacht?

Tolgfors: Wir verfolgen die neue Strategie seit längerem sehr erfolgreich. So erbrachte die mit orwegen koordinierte Entwicklung unseres neuen Artilleriesystems Archer eine Einsparung von 400 Millionen Kronen. Gemeinsam mit Deutschland haben wir eine EU-weite Initiative für Pooling and Sharing gestartet. Europa braucht in diesem Bereich mehr Zusammenarbeit.

Standard: Schwedens Verteidigungsbudget ist etwa doppelt so hoch wie jenes Österreichs, allerdings unterhält Schweden mit Verweis auf geopolitische Gegebenheiten eine Reihe hoch entwickelter Systeme, etwa 100 Jas-Kampfflieger. Welche Spielräume gibt es für die Truppenverstärkung, welche Mehrinvestitionen sind geplant?

Tolgfors: Bereits beschlossen ist eine Verstärkung um 230 Millionen Kronen 2012 sowie um 700 Millionen Kronen 2013, finanziert jeweils vor allem durch Einsparungen im Logistikbereich.

Standard: Der von Ihnen erwähnte Nato-Bericht zur schwedischen Reform benennt die Rekrutierung geeigneten Personals als "große Herausforderung". Bis 2014 sollen rund 16.000 Soldaten angestellt werden. Wie ist der Stand bisher?

Tolgfors: Zumal für die Grundausbildung hat das Interesse mit fast zehn Bewerbern pro Platz, wobei 18 Prozent der Bewerber Frauen sind, alle Erwartungen übertroffen und Befürchtungen widerlegt, wonach Soldat vor allem jene werden wollen, die ansonsten wenig Chancen sehen. 90 Prozent der Ausgebildeten bleiben zudem in der Armee. Auch für die ausgeschriebenen Stellen ist das Interesse mit etwa sieben Bewerbern pro Platz groß. Bis zum Jahr 2014 wollen wir 6900 Soldaten in Vollzeit anstellen, rekrutiert sind jetzt 4000. Bei den Teilzeitsoldaten, die aus dem Zivilberuf jeweils zeitweise abberufen werden, sind 9000 Stellen geplant. Bislang haben wir rund 3000 Interimsverträge geschlossen.

Standard: Sämtliche Stellen werden zeitlich befristet, das Soldatsein soll keine Lebensstellung sein, die Verbindung zum zivilen Leben bestehen bleiben. Für die Teilzeitsoldaten sind die Anstellungsbedingungen aber ungeklärt, daher die Interimsverträge. Wie geht es da weiter?

Tolgfors: Entsprechende Gesetze wird es im Frühjahr geben, noch vor der Sommer-Zielvorgabe der Streitkräfte.

Standard: Große Schritte will man 2012 bei der Reform des Offiziersberufs tun. In den Streitkräften herrscht Unruhe - werden viele gehen müssen? Wird es höhere Kosten für Pensionen geben?

Tolgfors: Ich möchte betonen, dass es sich hier nicht vorrangig um Einsparungen handelt, sondern um mehr Qualität. Wir brauchen weniger Offiziere, die in der Truppe Karriere machen - ihre Zahl soll von 9500 auf 3500 sinken - und es soll mehr Spezialisten geben, statt bisher 3000 etwa 6000. Der Fokus liegt nicht auf Pensionierung, sondern auf Aus- und Weiterbildung. (Anne Rentzsch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.1.2012)

STEN TOLGFORS (45) ist seit 2007 Verteidigungsminister in Schwedens Mitte-rechts-Koalition unter Fredrik Reinfeldt. Von 2006 bis 2007 war er Handelsminister. Er saß seit 1998 im Reichstag und vertrat die konservative moderate Sammlungspartei unter anderem in sozial- und bildungspolitischen Fragen.

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Leider hat er bisher praktisch gar nichts gemacht. Und sogar die 100% Chance zur Abschaffung der Wehrpflicht hat er verpfuscht. Er führt ein Ministerium wo jeder Bedienstete seit Jahren auf Reformen wartet und er bringt absolut nichts zustande. Und so eine Politik gefällt dir?

Leider will kein Offizier irgendwelche Reformen. Leider kann sich Darabos nichtmal die engsten Mitarbeiter(Generalstabschef zB) aussuchen.

Leider hält nichtmal die eigene Partei zu ihm(die ÖVP ist sowieso gegen jede Reform).

Leider wird sich aus genau diesen Gründen nichts verändern/verbessern in unsrem Heer.

Deshalb bekommt das "pro-Darabos-posting" auch von mir grünes Licht:)

1. Wie viele Offiziere kennst du denn persoenlich?

2. Er selber hat sich ha den Entacher ausgesucht. Und rechtswidrige Entlassungen sind in jedem Unternehmen rechtswidrig!

3. Die Partei wollte auch nie die Wehrform wechseln. Das wollte nur der LH von Wien um seine Wahlniederlage zu mildern.

4. Das Heer hat bereits vor 10 Jahren eine sehr beachtliche Reform angestossen, nachdem der Bundesheerreformbericht durch alle Parteien abgesegnet wurde. Rate mal wer diese Reform zum Stillstand gebracht hat: Richtig, der Darabos!!

Persoenlich kenne ich keinen. Aber es gibt Fernsehen, Zeitungen etc;)

Den oesterr. Offizieren Reformwillen zu Bescheinigen finde ich in etwa so witzig als ob jemand behaupten wuerde Neugebauer wolle eine grosse Schulreform:D

PS: Leider werden wir noch Wehrpflich haben, wenn sie sogar die letzten europaeischen Diktatoren abgeschafft haben...aufgrund eben dieser Betoniererpartie(OVP und Bundesheer).

Aber warum redet er mit niemanden darüber?

Es gibt keine Kommission, keinen Ausschuss und keine Gespräche mit Sozialpartnern. Mit der Innenministerin hat er im Frühjahr 11 das letzte mal darüber gesprochen.
Was will der Mann eigentlich noch?
Im Alleingang mit seinem Lokführer wird er es nicht derheben können!

sorry, aber wir färben deinen donnerbalken grün ein ;)

ende der zwangsarbeit

wird zeit das auch wir in Österreich endlich die Zwangsarbeit beenden.

Soll das heißen, ich muss dann nicht mehr die Hälfte des Jahres für den Staat arbeiten?

Staatsdiener..

keine sorge...du arbeitest nicht fuer den staat-du bist bestenfalls kellner fuer einen nutzlosen offizier.

Wenn du deine Arbeitskraft zu Gunsten des Staates anbieten willst empfiehlt es sich Lehrer, Polizist Kankenpfleger/Arzt usw zu werden.

So ziehmlich jeder Arbeitnehmer, der seinen eigenen Unterhalt erwirtschaftet, arbeitet ca. die Hälfte des Jahres zwangsweise für den Staat.

Oder zahlen Sie keine Steuern und Sozialabgaben?

Doch. Aus Ihrem Kommentar koennen Sie auch selbst schlussfolgern, dass es dem Staat mehr hilft wenn sie irgendeine(!) Arbeit ergreifen und Steuern zahlen als 6 Monate Zeit sinnlos auf Staatskosten todzuschlagen.

Mein vorhergehender post bezog sich auf Ihrem Wunsch "direkt" dem Staat zu dienen.

Was Sie nicht alles aus meinem Posting herauslesen ;-)

Ich habe auch nicht im vorigen Posting den Wunsch geäußert direkt dem Staat zu dienen, sondern wollte Ihnen begreiflich machen, dass jeder steuerzahlende Arbeitnehmer einen Großteil seiner Erwerbsarbeit zwangsweise für den Staat erbringt.

Wenn Sie im Grundwehrdienst keinen Sinn entdecken können, dann sollten Sie sich vielleicht ein bisserl näher damit beschäftigen, welche Aufgaben unser Bundesheer in den letzten Jahren wahrgenommen hat und welche Aufgaben es im Notfall wahrnehmen würde.

Ist eine Feuerversicherung leicht nur sinnvoll, wenn es brennt?

Unser Bundesheer, vor allem der Grundwehrdienst, gleicht einer Brandschutversicherung für Eisberge. Also ja...ich empfinde es als komplett sinnlos.

Könntens dazu übergehen wenigstens irgendein sachliches Argument zu liefern?

Ihre Meinung in Ehren, setzen Sie sich doch bitte mal sachlich damit auseinander welche Aufgaben das Heer in den letzten Jahrzehnten erfüllt hat und zu welche Aufgaben es im souveränen Staat Österreich theoretisch erfüllen soll.

So als Denkanstoß:

-Jugoslawienkonflikt
-Naturkatastrophen
-Evakuierung österr. STaatsbürger aus Konfliktregionen
-Luftraumüberwachung (Überprüfung von Flugzeugen, die nicht identifizierbar sind bzw. nicht auf Lotsenanweisungen reagieren)
-Katastrophenschutz bei Großkatastrophen (Supergau im Grenzgebiet)

na dann:

Sachlich:
-Wir waren nicht im Jugoslawienkrieg beteiligt. Zum Glück. Und zum Glück auch keine Wehrpflichtigen.
-Naturkatastrophen können von einer besser ausgestatteten Feuerwehr(oder einem THW) besser gelöst werden. Das Bundesheer ist hier nur eine Notlösung.
-Evakuierung aus dem Ausland wird bereits jetzt meist von der Cobra durchgeführt(Libyen). Natürlich kann man das bei Bedarf ausbauen. Jedenfalls machen das keine Grundwehrdiener.
-Zur Luftraumüberwachung(ob sinnvoll oder nicht) brauchen sie definitiv keine Grundwehrdiener-nur viel Geld.
-siehe Punkt 2.(im Fall des Supergaus von Tschernobyl hat uns unser super Bundesheer nicht über die erhöhten Messwerte informiert-weil es politisch unerwünscht war)

Sachlich genug?

Sachliche, interessante, zutreffende Argumente kann ich keine erkennen.

1)Kampfflugzeuge, Kampfhelikopter überflogen das österrreichische Staatsgebiet. Ein Kampfpanzer wollte die Mur überqueren. Kampfhandlungen fande so nahe am österreichischen Staatsgebiet statt, dass es auch hier Verletzte gab....ich nehme an, Sie hätten diese Grenze mit Ihrer Heugabel gesichert.

2)Die Feuerwehr deckt die Aufgaben des deutschen THW zur Gänze ab. Sie werden hoffentlich verstehen, dass eine Freiwilligen-Organisation strukturbedingte Grenzen hat.

3)Die Cobra unterstützt maximal bei Evakuierungen, nachdem Jagdkommandoausbildung und Cobra-ausbildung sehr ähnlich sind (beides in WN angesiedelt). Wie kommt die Cobra nach Lybien?

4)Sie zweifeln ja auch die Existenzberechtigung des ganzen BH an.

in zeiten der krise sollten wir beim heer einfach einsparen. ausgabenseitig sparen ist doch gerade eh sehr in.

In Zeiten der Krise sollten wir vielleicht genau beim Heer nicht sparen. Koennte ja sein, dass wir es schneller brauchen als uns lieb ist. ;-)

krisenplan

Guter Plan: Wir brauchen das Heer um die Schweiz zu ueberfallen, deren Gold zu rauben und schon ist unser Budget saniert:)

Ernsthaft: Nein man sollte schon beim Heer spaaren.

gegen die bevölkerung im fall eines schon lange überfälligen aufstandes?

steht zu befürchten

Assange ist jetzt schwedischer Verteidigungsminister???

... und Breivik in Norwegen?

erwartet hier jemand wirklich das der herr minister sich kritisch zu seiner eigenen tätigkeit äußert? doch wohl nicht ernsthaft,oder? (so kann man dann den informationsgehalt dieses interviews auch recht schnell einordnen)

zb saab gripen

die die schweden selber bauen. hilft vermutlich beim sparen, das verteidigungsbudget ist laut wiki dort um 1/3 höher als in ö (1,2% vs 0,9% des bip bzw gdp). besser wärs, andere minister würden sich an leistungen dort orientieren - und vor allem auch verstehen, wo der unterschied zu österreich liegt. eine diskussion über die wehrpflicht kann man führen, dann sollte man aber auch bei den fakten bleiben.

Die Fakten wollen ja unsere ÖBH Gegner gar net hören! :-)

Die 0,9% sind veraltet (so ca 2005). Nun sind wir bei ca 0,7%, Schweden hat zwar auch gesenkt, aber dennoch, Schweden gibt in % des BIP noch immer ca 50% mehr aus als wir.

In absoluten Zahlen gibt Schweden das doppelte auselte

Wobei der direkte Vergleich insofern nicht zulässig hinkt, weil Österreich ein Binneland ist und sich daher Marine und Seeüberwachung spart.

und wieso hab ich 2 rote stricherl? nur eingerauchte zivis unterwegs heute?

kriegst noch eins von mir dazu für diesen "intelligenten" Kommentar

Oje. Das hättest du nicht sagen sollen.

Ich habe mir überlegt dir oben grün zu geben, aber nun habe ich das gelesen und muss rot vergeben.

vor allem weil es in österreichs kasernen so gut wie keinen drogenmissbrauch gibt!

bei meiner ehr!

wie schön sie sich selbst disqualifizieren

gratulation.

vergessen wird jedoch:

Schweden ist seit Mitte der 90er nicht mehr neutral sondern blockfrei.

die schwedische Armee ist mit einem Infanteriebataillon im Kampfeinsatz in Afghanistan.
Wenn es das ist. was Darabert will, muss mehr Geld in Ausrüstung und Personal fließen.
Ansonsten sind unsere Soldaten Kanonenfutter.
Minensichere Fahrzeuge wie Dingos sind nämlich nicht sicher gegen Panzerfäuste wie RPGs wie die Deutschen Soldaten aus eigener Erfahrung wissen.

Die schwedische Armee zum Vorbild zu haben, zeigt wie planlos unsere Politiker sind, wie sehr sie sich hinter Phrasen verstecken und mit derartigen Stumpfsinn die Bevölkerung komplett für blödverkaufen.

Wir waren und sind auch in Afghanistan ;)

Lach

Mit 2 bis 4 Mann.

andere verwendung bedeutet andere struktur

gerade afghanistan rechtfertigt sich nur, wenn jeder zu einem solchen heer einberufen werden kann.
sonst fehlt völlig das demokratische regulativ - den leuten wäre es noch viel egaler als so.
was die eskalierer natürlich lieben.

Unvorstellbar, dass in Ö die Pfründengenießer derart hartnäckig jeder Veränderung entgegentreten können. Jetzt wird auch noch ins Treffen geführt, wir hätten dann keinen Zivildienst. Mit Verlaub - das ist das perfideste Argument von allen.

Ich sage es noch einmal. Und wiederhole mich gerne dabei:

Ö. Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsmerkmale (hier: Hoden, Penis, Prostata,...) zu einem Zwangsdienst unter drakonischer Strafandrohung zu verpflichten (Art9aAbs 3) ist nicht nur widerwärtig, sondern eine äußerst tiefgreifende Verletzung des Rechtes auf Gleichheit vor dem Gesetz.

Roman Herzog, Richter u Präsident des Bundesverfassungsgerichts, hat dies vollkommen richtig bereits vor Jahren harsch aufgezeigt.

In Ö haben wir einen BP, der mit der Wehrpflicht die Zukunft des Landes erhalten will.

Mir graut inzwischen vor dieser Zukunft.

Würde man das mit Frauen machen, wäre die Hölle los: 4 Mio Frauen auf den Barrikaden, Gleichbehandlungsanwältin, ...

Erbärmlichst.

Welche Gespräch führt Darabos mit wem?

- weder mit der ÖVP
- noch mit der FPÖ oder Grünen oder BZÖ
- noch mit der Innenministerin
- noch mit irgendeinem Sozialpartner
- noch mit ...

es gibt keine Reform-Kommission!!!

Wie will er es derheben, der Schwindler?

das Allerschlimmste daran sind die Argumente, die dann oft kommen

Frauen müssen ja Kinder austragen? Müssen? Mir als Frau graut vor so einer Vorstellung. Die Gleichsetzung "Kinderkriegen" und "Kriegsdienst" (Leben geben, Leben zerstören) ist NS- Denke, die hartnäckig ist wie Schneckenschleim. Und ja: Wehrpflicht und Zivildienst sind Zwangsarbeit, nichts anderes. Und gehören daher abgeschafft. Die Zwangsverpflichtung aufgrund des Geschlechts widerspricht eigentlich dem Gleichheitsgrundsatz (Art 7 B-VG), wird aber immer noch zurechtgebogen, wies gerade passt. Mal gegen Männer, mal gegen Frauen, nach dem Motto "wo kämen wir denn hin, wenn auf einmal alle gleichgestellt wären?"

Ich bin prinzipiell voll und ganz bei Ihnen, muss aber anmerken, dass es immer noch kein ausgereiftes Konzept zum Ersatz des Zivildienstes gibt.

Solange unsere Regierungskapazunder sich nichts zum Thema Wehrersatzdienstersatz (:-)) einfallen lassen, muss man sich gegen eine Hauruck-Reform der Wehrpflicht sträuben. Wohin mit den grob 14.000 Zivildienststellen? Glauben Sie mir, wenn Sie die Wehrpflicht bereits als Zwangsarbeit sehen - warten Sie ab was der VfGH sagen wird, wenn 18-jährige nicht mehr für die Landesverteidigung, sondern explizit fürs Bettpfandlwechseln eingezogen werden.
Bei einer Volksabstimmung zur Abschaffung der Wehrpflicht (oder ähnlichem populistischen Trara) müsste ich also momentan noch mit "Nein, solange Ihr keinen gescheiten Plan habts - lieber nicht" antworten.

Das Konzept, dass Ihnen nicht einfaellt nennt sich Vollarbeitskraft. Davon gibt es naemlich generell zu wenig in unserem Land. Diese Menschen koennen dann auch Steuern zahelen, nebenbei eine Famiele gruenden usw.

Und kommen Sie mir nicht mit dem Roten Kreuz o.A.rein profitorientierten Unternehmen.

ich glaube das war auch das argument gegen die abschaffung der sklaverei.

a) W<s hat das mit dem Thema Wehrdienst zu tun?
b) Die Sklaverei wurde gerade wegen ihren hohen Kosten abgeschaft.

Mei liab - eine größere Populismuskeule hatten Sie nicht zur Hand, vielleicht einen Godwin? Alles was ich damit sagen wollte ist, dass die betroffenen Institutionen (zB. Rotes Kreuz) das Geld zur regulären Besetzung selbiger Posten nicht haben, die Regierung unwillig scheint auch nur einen Cent locker zu machen und das System zusammenbrechen wird wenn die Zivildienststellen nicht adäquat nachbesetzt werden.
Dementsprechend - haben Sie auch Argumente?

So wie in Deutschland das System zusammengebrochen ist?

-.-

Das die Pflegekrise in Deutschland seit der Umstellung sich

deutlich verschärft hat, dürfte ihnen wohl entgangen sein.

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