Gelddrucktochter soll sich in Syrien und Libanon mit dem deutschen Unternehmen Giesecke & Devrient abgesprochen haben
Wien - Die Affäre um die Gelddrucktochter der heimischen Notenbank (OeBS, Banknoten- und Sicherheitsdruck) schlägt weiter Wellen: Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre Ermittlungen im mutmaßlichen Korruptionsskandal um die Banknotendruckerei ausgeweitet, berichtet das Nachrichtenmagazin "Profil". Die OeBS soll sich bei Preisen und Mengen bei zwei Aufträgen im Libanon im Jahr 2004 und in Syrien im Jahr 2007 mit dem privaten deutschen Anbieter Giesecke & Devrient (G&D) abgesprochen haben, schreibt das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf eine Sachverhaltsdarstellung eines früheren Geschäftspartners der OeBS.
G&D-Pressesprecher Heiko Witzke betonte gegenüber "profil", dass es "zu keinem Zeitpunkt Preisabsprachen zwischen Giesecke & Devrient und der OeBS gegeben hat". Auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat gegenüber dem Magazin die Vorwürfe zurückgewiesen: "Der pauschale und unbewiesene Verdacht auf Absprachen bei Gelddruck-Aufträgen zwischen OeBS und Giesecke & Devrient ist für uns nicht nachvollziehbar. Dem Aufsichtsrat sind diese Vorwürfe völlig neu."
Im vergangenen Oktober hatte die OeNB die beiden Geschäftsführer ihrer 100-Prozent-Tochter OeBS gefeuert. Laut der Nationalbank hat sich damals bei einer routinemäßigen internen Revision bei der Gelddrucktochter der Verdacht "auf rechtswidriges Vorgehen in der Geschäftsgebarung bzw. auf unterlassene Informationen an den Aufsichtsrat" ergeben. (APA)