Umfrage

Papademos' Popularität schrumpft

15. Jänner 2012, 11:50

Auch die Sozialisten brachen in der Gunst der Wähler ein

Athen - In Griechenland trauen immer weniger Wähler Ministerpräsident Lucas Papademos zu, das Land aus der Krise zu führen. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die die Athener Zeitung "Kathimerini" am Sonntag veröffentlichte. Hintergrund ist die andauernde dramatische Schuldenkrise. Auch die Sozialisten, die bis November 2011 regierten, brachen in der Gunst der Wähler ein. Jedoch werde es den Konservativen im Falle von vorgezogenen Wahlen ebenfalls nicht gelingen, alleine das Land zu regieren.

62 Prozent der Befragten trauen dem parteilosen Papademos nicht zu, das Land aus der Krise führen zu können. Der Anteil hat sich binnen zwei Monaten fast verdoppelt. Vergangenen November zweifelten lediglich 35 Prozent daran. 91 Prozent der Befragten äußerten sich insgesamt "unzufrieden" mit der Arbeit der Regierung des Finanzexperten.

Papademos' Regierung wird von den Sozialisten, den Konservativen und einer kleinen rechtsgerichteten Partei unterstützt. Sie soll das Land nur wenige Monate führen, bis der geplante Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent der griechischen Staatsanleihen und das neue Hilfsprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro unter Dach und Fach sind.

Für die Sozialisten ergab die Umfrage einen radikalen Einbruch. Sie erhielten - sollte es kommenden Sonntag Wahlen geben - nur 14 Prozent (2009: 44 Prozent). Den Konservativen ihrerseits würde es nicht gelingen, alleine eine Regierung zu bilden. Sie kämen auf 30,5 Prozent (2009: 34 Prozent). Dagegen erhielten die Kommunistische Partei und andere, untereinander zerstrittene linke Oppositionsparteien zusammen gut 38 Prozent. Die beiden großen Parteien wären dann auf einen oder mehrere Koalitionspartner angewiesen.

Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Public Issue. Insgesamt wurden 1018 Menschen befragt. Das Ergebnis gilt jedoch als eine Momentaufnahme mitten in der Krise, die nicht das klare Bild der Absichten der Wähler wiedergebe: 32,5 Prozent der Befragten wollten sich nicht äußern, wem sie ihre Stimme geben würden. (APA)

 

fmi
00
17.1.2012, 08:56
Wer kann es bitte?

Die Mamas und Papas in Griechenland sind doch an der Krise Schuld. Man müßte ein Übermensch sein, um sie aus der Krise zu führen (= wieder EU Gehälter zu bezahlen) . Spätestens dann wenn er sagt: die Sparmaßnahmen werden mit Schuldenschnitt 20 Jahre dauern mindestens, und mit Konkurs gibts von den Märkten nie wieder Geld, nur noch von der EU mit Sparauflagen, gibt es nur eine Möglichkeit: zurück zum Agrarland mit König.

egal9
03
15.1.2012, 13:17

Und die Selbstmordrate explodiert und Menschen verbrennen sich bereits öffentlich, weil ein im wahrsten Sinne des Wortes vernichtender Krieg gegen die Masse der Menschen geführt wird
http://www.occupiedlondon.org/blog/2012... f-lefkada/

Der wirtschaftliche Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt so weit, dass Familien ihre eignen Kinder weggeben müssen, weil sie sie nicht mehr versorgen können (sich selbst auch nicht!)
http://www.bbc.co.uk/news/maga... e-16472310

Gummi
 
00
15.1.2012, 12:54
Demokratie funktioniert über Interessenvertretungen ...

das sind die PARTEIEN. Wie unser Herr Ostermayer/SPÖ mal im Dezember gesagt hat.
Was mit einem Land passiert, wo diese "Interessensvertretungen = Parteien" nicht mehr im Sinne des Volksinteresses agieren, kann man jetzt anhand von GR beobachen. Auch ein unabhängiger Regierungschef kann den laaaaaaangen Raubbau der Vergangenheit nicht mehr "schnell" rückgängig machen. So ist die REALITÄT ... Da kann der Wähler hin- und herhupfen wie er will! LEIDER ...

h 90
01
15.1.2012, 14:24

"unabhaengiger" Regierungschef?

Walter Bimini
01
15.1.2012, 12:33
nona - steigen wirds

mike sierra
10
15.1.2012, 14:41

Die Popularität von Monti ist gestiegen.
In Italien ist aber auch eine besseres Lösungs-Szenario vorhanden.

glitsch
00
15.1.2012, 17:26
Auf jeden Fall steht Italien besser da

Die haben eine große Auto- sowie Schienenfahrzeugindustrie, eine riesige Lebensmittelindustrie, die in die ganze Welt liefert – und zwar Endprodukte (was viel mehr geld bringt) sowie eine Bekleidungsindustrie. Und Tourismus haben sie natürlich auch.

Walter Bimini
01
15.1.2012, 20:32
gerade der tourismus ist sehr krisenanfällig

und die krise ist keineswegs auf griechenland, irland, portugal, spanien, ungarn und italien beschränkt.
wenn der schuldenberg zu groß wird, sauft ein jeder staat ab ob mit oder ohne industrie. jene mit nennenswerter industrie könnten sich schneller wieder erholen, wenn das übel an der wurzel angepackt wird.

Walter Bimini
01
15.1.2012, 17:18
die italiener hoffen noch während die griechen den ernst ihrer lage bereits erkannt haben.

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