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Geröstete Leber im Goldenen Schiff. Schon ganz schön. Schöner als Fidlers Bilder
Goldenes Schiff
Wiener Straße 10
Tulln
02272 62671
Rechnung leider verschlampt, die Rehmedaillons kosteten zum Beispiel 16,80 Euro.

Rehmedaillons im Tullner Schiff, eine Freude

Woooo ist die Entenbrust? Angeln in der Petersiliensuppe bei Wagners Wirtshaus. Beide Komponenten: fein!
Wagners Wirtshaus
Zwei Gänge, Saft, Wasser, Kaffee: 26,70

Der beste Hirsch im Vergleich: Wild bei Wagners

Beim Neunläuf setzte Fidlers Farbsinn leider wieder aus, die Bilder, naja, die Karottensuppe aber oho
Neunläuf
Zweimal drei Gänge, ordentlich Wein, Saft, Wasser, Kaffee: 72,30

Rohkost: Chicoree bei Neunläuf, nicht schlecht, meine Wahl, aber auch kein Jubel nötig

Karpfen - halbe Portion, praktisch der Moby-Dick-Teller auf Fidlers Wunsch. Durchaus anständig, die Sauce vieeeel schöner als auf dem Bild. Möchte ja nicht wissen, wie ein ausgewachsener Karpfen hier aussieht.

Vermutlich so groß wie dieser Tafelspitz, der offenbar so gut war, dass ich nicht zum Kosten kam.

Mein Hirsch. Saftig, gut, nichts zu meckern

Die Marillenpalatschinken kamen auch ziemlich gut an, schien mir
Und schon wieder ein Pferd im Weinviertel vorüber gezogen. Nein, nicht auf dem Teller. Als Ziel, Ausflugsziel. Über die wunderbaren Hügel hirschen. Ein paar Rebzeilen und ein paar dramatische Wolkenhimmel bestaunen. Und essen, versteht sich, trinken auch gern.
Neunlive? Neunläuf!
Beim zweiten Pferd im Weinviertel offenbarten sich neue Perspektiven. Neunläuf zum Beispiel. Klingt ein bisschen wie ein zu Recht wieder eingestellter deutscher Privatsender, der davon eine Zeitlang sehr gut lebte, sein Publikum für dumm zu verkaufen.
Klingt aber nur so, und das vermutlich eh nur noch in den Ohren von Medienredakteuren. In Hobersdorf bei Wilfersdorf ist das ganz anders. Ein bisschen groß für einen Samstagabend im Jänner. Aber schon eine Freude, ganz ohne verschaukeln. Auch kulinarisch.
Roh die Kost
Nun gut, vielleicht hätt ich mich doch gleich ins Forellenfilet verbeißen sollen. Aber die vegetarische Vergangenheit machte mich gerade im Weinviertel doch wild auf gebeizten Chicoree. GEBEIZTER CHICOREE? BEI SCHMECKS? IM FIDLER? Genau. Überraschung ist Fidlers zweiter Vorname.
Schöner die Suppe
Nun gut, der (nach meiner etwas gebeizten Erinnerung) himbeerige Chicoree mit dem Stangenzeller und den Mandarinen war eh sehr okay. Schön, dass sich auch der Tellertransporteur über die "Rohkost" amüsierte. War durchaus interessant. Die Karottensuppe mit den Griesknödelscheiben an meiner damals besseren Seite war aber denn doch die bessere Wahl. Well.
Da muss der Hauptgang aber nun wirklich wild werden. Damhirschbraten mit Speckknödeln und Stöckelkraut empfiehlt mir der Padron heute. Wirten, wenigstens den wohlmeinend wirkenden, soll man nicht widersprechen. Aber so leicht ist die Sache mit dem Fidler nun auch wieder nicht erledigt.
Der Karpfen, ein Salzwasserfisch
Ich habe nämlich noch einen gegrillten Karpfen auf der Karte erspäht. Für den (von mir) lange geschmähten Fisch kann ich mich immer mehr erwärmen, und wenn er einmal nicht paniert bereitsteht, soll man ihn nicht von der Tischkante stoßen. Geht ein kleiner Karpfen als Zwischengang? Kurzes Zögern, aber ja, klar.
Vielleicht hätte mich das Zögern stutzig machen sollen, vielleicht mag die Küche solche Extrawürste nicht so gern. Jedenfalls: Der Karpfen war sehr okay, durchaus verkraftbar, aber noch immer alles andere als knausrig portioniert. Allein: die Salzmenge entsprach bei meinem Moby-Dick-Teller eher der ganz erwachsenen Portion. Ein bisschen viel Salz, fand ich.
Braten, was der Hirsch hält
Der Braten dafür wieder sehr ordentlich, weich und saftig. Und der Tafelspitz an meiner Seite war offenbar so gut, dass ich lieber nicht gefragt wurde, ob ich kosten will. Vielleicht war sie nur um meine Linie besorgt, sie kannte meine Verbrauchswerte da ja nicht so genau.
Die Marillenmarmeladepalatschinken fand sie gut, mir ein bisschen zu großzügig gefüllt. Vielleicht hatte sie, und da meine ich die Palatschinke, aber auch nur keine Chance gegen meine wunderbare Erinnerung an ihre Artgenossin gleich nebenan, bei Kruders in Zistersdorf. Die war wirklich, wirklich, wirklich toll. Zwetschke, wenn ich mich recht erinnere.
Das Glück in Hollabrunn
Wo wir schon beim Schwärmen über andere Wirten sind, was jetzt gegenüber demwirklich erfreulichen Neunläuf vielleicht nicht so höflich ist: Wagners Wirtshaus in Hollabrunn wär auch noch so ein Tipp im Weinviertel. Auch wenn es sich eigentlich mit Apostroph vor dem s schreibt, aber da wollen wir nicht kleinlich sein: Von Rechtschreibung wird man ja weder satt noch glücklich.
Ich, Hirsch!
Schon recht nah am Glück lag die Petersiliensuppe mit Entenbruststückchen drin. Eine grüne Kraft. Noch näher am Glück lag in Hollabrunn allerdings der rosa Hirsch, ordentlich portionierte Filets, saftig und gut, auf Selleriepüree und Kohlsprossen, die ja an sich schon zu meinen besten Freunden zählen. Hirsche sowieso.
Hollabrunn fiel mir bisher ja nicht als allererstes Ausflugsziel für Schmecks und seine wilden Zeiten ein. Da liegt Tulln und Umgebung schon näher, mit Sodoma, mit Floh gleich ums Eck, und mit dem Wald- und Flur- und Bergfleischkanon, von Maibock bis Gams und zurück. Und schließlich ist der Fidler selbst in Datschenland noch zu überraschen, gar auch noch ziemlich positiv.
Noch ein Grund für Tulln
Hab ich noch nie im Wagner (diesmal: der Gasthausführer) die Einträge für Tulln durchgeblättert? Ein Fehler, wobei es einem das Goldene Schiff eh nicht leicht macht. Samstag und Sonntag ab 15 Uhr zu. Gut, dafür gibt's ja doch ein paar andere Lokalklassiker in der Gegend, siehe oben. Aber wenn man schon wochentags durch die Kleinstadt gurkt und Mittagshunger entwickelt ist das Schiff gerade recht.
Krabbe, Amaretto und so
Den offenbar auf dem flachen Land unvermeidlichen Krabben-Cocktail kann man ja einfach überblättern, über die Amaretto-Maronisuppe trau ich mich grad nicht, Rindsuppe wär eine Option, aber: Die geröstete Leber geht auch klein, und die ist im Geschmack aber schon ziemlich groß, das fängt ja richtig gut an hier.
Das Saiblingsfilet mit Steinpilz-Risotto lacht mich schon ziemlich an (soferne Saiblinge lachen können, und gar filetierte), auch der Wels in Riesling steht oben auf der Wunschliste. Man macht es mir hier nicht einfach. Aber richtig schwer eben auch nicht: Rehmedaillons auf Holundersaft, dafür nehm ich auch die Mandelbällchen in Kauf. Und liege damit definitiv nicht falsch. Sehr schön. Schon wieder ein guter Grund, in Tulln die Zelte aufzuschlagen.
Schmecks ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.
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typisch österreichische küche: hauptsache viel. da kriegt man das völlegefühl schon bei den fotos. darfs noch ein scheiberl vom immer gleich schmeckenden hirsch in der immer gleich schmeckenden sauce sein? noch ein, zwei, drei knöderl, einen gscheiten batzen kraut und einen ordentlichen schöpfer hässlich zerstückeltes gemüse übers fleischi? und dann noch zwei palatschinkerln? den kübel gleich dazu oder wartma noch ein bissi?
Ich sah, es war vor geraumer Zeit,
am Flohmarkt eine süße Müsli-Maid.
Die Bio-Queen, die gute, hieß Ute,
war von Kopf bis Fuß in Jute.
Verachtend jede Puderdose
stand sie da in ihrer Pluderhose,
in ihrer Hand ein Glas Apfelmus,
die Sandale zierte ihren Fuß.
Da gab's für mich kein Wenn und Aber,
ich kaufte ihr einen Strauß Rhabarber!
Ich fragte mich, was das denn soll,
sie stünde mehr auf Blumenkohl.
Und außerdem sähe sie mir an,
daß ich ein Chauvy wär, ein Mannesmann.
Und sie gab mir statt dem Abschiedskuß
ihr selbstgemachtes Apfelmus ...
Du, du, du du du
Dein Apfelmus läßt mir keine Ruh.
Ich geh' jetzt zum Fleischermeister
und scheiß' auf Deinen Apfelkleister
nett. ich mag eav, fleischhauer, rhabarber und apfelmus. was der text hier soll ist mir nicht ganz klar, es geht ja nicht um bio oder vegetarismus. soviel auf einen teller zu packen, dass man von einem gang schon mehr als satt ist, außer man ist schon supersized oder ein kampfesser wie der herr fiedler, ist einfach pervers.
Entweder Herr Fiedler investiert einmal ein paar Euro in eine kompakte Kamera, die trotzdem halbwegs gute Bilder macht, oder er soll in Zukunft bitte die Bilder einfach weg lassen.
Das sieht teilweise wirklich unappetitlich und eklig aus.
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