Ban Ki-moon "zutiefst beunruhigt" über Waffenarsenal
Beirut - Die libanesische Hisbollah-Miliz hat
Forderungen der UNO nach einer Entwaffnung zurückgewiesen.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sagte bei einer Ansprache am Samstag
in der ostlibanesischen Stadt Baalbek, die Hisbollah halte an ihrem
Waffenarsenal fest, um sich im Falle eines Angriffs verteidigen zu
können. "Der Widerstand wird fortgesetzt und wird sich in seiner
Kraft und seiner Kapazität sogar steigern", sagte er. Die Ansprache
vor tausenden Anhängern wurde live auf einem Großbildschirm
übertragen.
Besuch von Ban Ki-moon
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte bei seinem Besuch im Libanon
am Vortag gesagt, er sei "zutiefst beunruhigt" wegen der
militärischen Ausstattung der Hisbollah und dem mangelnden
Fortschritt bei der Entwaffnung im Land. "Waffen außerhalb der
Kontrolle des Staates sind nicht hinnehmbar", sagte Ban. Er habe den
libanesischen Präsidenten Michel Sleimane aufgefordert, den seit 2010
ruhenden Dialog für eine nationale Verteidigungsstrategie wieder
aufzunehmen. Bei diesem Dialog ging es vor allem um das Waffenarsenal
der Hisbollah.
Die schiitische Hisbollah wird von den USA als terroristische
Organisation eingestuft. Unterstützt vom Iran dominiert sie die
libanesische Regierung. Die Hisbollah weigert sich, ihre Waffen
niederzulegen, um nach eigenen Angaben für einen möglichen
israelischen Angriff gerüstet zu sein. (APA)