"Bild am Sonntag"

Filmunternehmer zahlte Wulffs Upgrade für Luxus-Suite

14. Jänner 2012, 17:32

Heutiger Bundespräsident wusste von Zuwendung angeblich nichts

Berlin - Der Berliner Film-Unternehmer David Groenewold hat nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" beim Münchner Oktoberfest 2008 für den heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff und seine Frau Bettina ein Upgrade für eine Luxussuite im Fünf-Sterne-Hotel "Bayerischer Hof" bezahlt. "Mein Mandant hat dafür, dass Herr Wulff eine bessere Zimmerkategorie erhält, 200 Euro pro Übernachtung bezahlt. Es waren insgesamt zwei Nächte, also 400 Euro", zitierte das Blatt Groenewolds Anwalt Christian-Oliver Moser.

"Von der Übernahme der Kosten des Upgrades durch meinen Mandanten hat Herr Wulff nichts gewusst", betonte der Anwalt demnach aber weiter. Nach Mosers Darstellung war der Anlass des Upgrades die Tatsache, dass der damalige niedersächsische Ministerpräsident Wulff überraschend mit Frau und Kind anreiste. "Daraufhin hat mein Mandant beim Hotel einen Zimmertausch veranlasst, so dass Herr Wulff das größere Zimmer erhielt", sagte der Anwalt.

Demnach übernahm Groenewold zunächst auch die Kosten für ein Kindermädchen in Höhe von 110 Euro, dessen Leistung das Ehepaar Wulff während des Hotelaufenthaltes in Anspruch genommen hatte: "Die Kosten für das Kindermädchen hatte mein Mandant zunächst mit seiner Kreditkarte verauslagt, dann aber umgehend von Herrn Wulff in bar zurückerhalten."

Wulff war dem Bericht zufolge im September 2008 auf Einladung Groenewolds zu seinem ersten Oktoberfest-Besuch nach München gereist. Dabei besuchten der CDU-Politiker und seine Frau ein Fest Groenewolds in "Käfers Wiesnschänke" auf dem Oktoberfest-Gelände. Moser sagte dazu der "BamS": "Die Einladung diente dem Networking, also dem Informationsaustausch." Groenewold habe außer Wulff wichtige Geschäftsfreunde und Bekannte aus der Filmbranche zu seinem Event nach München eingeladen.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Groenewold 2005 gut 10.000 Euro Honorar an den Autor eines wohlwollenden Buchs über Wulff gezahlt hat. Allerdings gibt es unterschiedliche Angaben dazu, wofür das Geld bestimmt war. Wulff hatte sich als Ministerpräsident auch für die Interessen der Filmbranche eingesetzt. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2
suboptimal
 
33
15.1.2012, 20:38
Dem Korruptions-Skandal mit dem Kindermädchen

bei der - laut BILD - Oktoberfest-Sause mit dem Baby hätte das Qualitätsmedium "Standard" ruhig einen EIGENEN Artikel widmen können. Schließlich kann der Bundespräsident für genau 110 (hundertzehn) Euro (vielleicht) keine Rechnung vorlegen, weil bar zurückgegeben. Sofort festnageln, diesen Nehmer.

Den größten SKANDAL aber traut sich nicht einmal die mutige BILD anzusprechen, dass nämlich dieser norddeutsche Piefke (und Präsident auch für Muslime!) sich in München mit einem rotkarierten (*wein*) bayerischen (*wein*) Trachtenhemd (einem sogenannten Pfoad) verkleidet hat – und seine Gemahlin ihr neckisches Tattoo (Sie wissen schon … *zwinker*) mit einem Dirndl verhüllt hat.
Schrecklich, diese UNWÜRDIGE Anbiederei!

hu

suboptimal
 
25
15.1.2012, 12:55
Das kann doch nicht alles sein?

Irgendwer wird ihm beim Oktoberfest vor 5 Jahren auch noch ein Bierli spendiert haben. BLÖD am Sonntag+Spiegel werden das sicher aufdecken.

lichaot
04
15.1.2012, 12:07
Ich find den Wulff mittlerweile sympathisch

Passte gut nach Österreich. Ja keine persönliche Vorteilsnahme auslassen, zugeben nur was restlos bewiesen ist (natürlich immer mit der Zusicherung, alles andere sei supersauber), alles andere weglügen und abstreiten, kein Funke Unrechtsbewusstsein und dabei noch die Untertanen ja nicht durch Zurschaustellung übertriebener Intelligenz verunsichern.

Major Lee
 
00
19.1.2012, 06:33
Ja, kann mir bitte jetzt endlich jemand...

... einleuchtend kurz und prägnant darlegen, welches Unrecht er nun begangen hat?
Schlüssig schlau wird man aus der aus meiner Sicht nebulosen Berichtbestattung nicht wirklich.

Danke im Voraus!

Mostbluzza
00
18.1.2012, 13:50
sie sprechen mir aus der seele

mir gefällt auch diese transparenz der leistungsnahmen, das gäbs bei uns nicht mal wenn man es sich mit der krone verscherzt hat.

der report gestern mit der abgeordneten transparenz ist ein spiegelbild unseres politsumpfes, da ist das wulffen an der tagesordnung. nicht mal am kriminal vorbei, weil diese grenze so weit weg angelegt wurde, dass nur wer anecken würde, der:

kleine tiere quält oder sich mit einer feministin anlegt
der die wahrheit von sich aus sagt
es sich mit den medien-eigentümern verscherzen würde

tonator1
 
10
15.1.2012, 11:41
Kein Wunder, dass die Qualität leidet

Für große Aufgaben werden exzellente Personen gebraucht. Von Bundeskanzler, den Ministern, dem Bundespräsidenten erwarten wir uns herausragende Intelligenz, Einfühlungsvermögen, eine erstklassige Ausbildung und beispielhaften Charakter.

Dummerweise gehen aber alle Leute mit diesen Eigenschaften in die Privatwirtschaft. Warum wohl?

1) In der Privatwirtschaft werden sie den Fähigkeiten und der Leistung entsprechend bezahlt. Im Vergleich dazu verdienen Politiker nur durchschnittlich (dt. Bundespräsident kann sich kein Häuschen leisten).
2) Hinter jeder Ecke lauert ein Journalist, der einen "Skandal" aufdecken will. Auch wenn es keiner ist.
3) Die Wut der Bürger über scheinbare "Privilegien".

Kein Wunder, dass die Qualität leidet.

Jake Gittes
11
15.1.2012, 09:14

Der Wulff hat immer viel zu tun. Übernachten, upgraden, Freunde treffen, Feste besuchen, networken, Kindermädchen bezahlen lassen ....

ach, ist das Leben anstrengend.....

Kein_Postingname
12
15.1.2012, 06:45
"Von der Übernahme der Kosten des Upgrades durch meinen Mandanten hat Herr Wulff nichts gewusst"

Aber, hat er sich nicht gewundert? Für diese Ebene scheint es selbverständlich zu sein, Geschenke anzunehmen.
Und: Es ist nicht glaubhaft, dass der Herr Mandant nicht dafür gesorgt hat, hintherum, evtl auch nur bei der Frau Gattin, dass der Herr Präsident weiß, wem der diese Annehmlichkeit zu verdanken hat.
Die meisten hängen es doch an die grosse Glocke, wenn sie einem Waisenhaus 50 Euro schenken, gleich pickt irgendwo ein Logo, oder im Kleingedruckten steht der Name.
Diese Heuchelei ist zutiefst verlogen. Als wäre etwas nur vorhanden, was man angreifen kann.

NONE
11
15.1.2012, 01:28

Wie ich zuvor schon schrieb - er ist korrupt.

Das ist sein Hauptproblem. Egal ob Zeitungen gegen ihn wettern, wäre er nicht korrupt hätte er niemals diese Probleme.

4freedom
10
15.1.2012, 08:24
Auf den Punkt gebracht.

Es diente dem Networking und das dient dazu, sich Vorteile zu verschaffen, die unabhängig nicht oder schwerer zu erlangen sind.

Genau das ist Korruption.

Hierzulande Freunderl, dort Amigos. Koks-Republiken lassen grüßen.

Mal Bares, mal Gegenleistung.

Der persönliche Vorteil zählt.

der schwitzbär der schwitzt sehr
04
15.1.2012, 06:08

Was denn korrupt ?

Nach 7 Jahren Regierungschef hatte er nicht einmal die 500.000 für eigenes Haus - wo soll der was eingesteckt haben ?

Auf Urlaub war er und geliehen hat er bei Freunden aus der Schulzeit

An dem Bankkredit hat die Bank noch 1/2 Prozent verdient

Beamtenkredite mit günstigeren Zinsen wegen gesichertem Einkommen sind nix neues

Die Sperrminorität bei VW (Schließung von Fabriken) hat er im Alleingang gerettet

In der Finanzkrise mahnt er, daß die Banken für ihre Schäden gradestehen sollen

So einen könnten wir auch brauchen statt unserem Unterschriftsroboter

Korrupt ? Korrupt ist das da: http://www.pressekonditionen.de/

Buller
00
15.1.2012, 12:36
"Nach 7 Jahren Regierungschef..."

Die während der Amtszeit angehäuften Schätze können diese Leute (von Bürgermeister bis Landeshauptmann/Ministerpräsident) erst im Ruhestand so richtig voll genießen, wenn die Scheinwerfer nicht mehr auf sie gerichtet sind. Bis dahin müssen "möglichst günstig gestaltete" Kredite herhalten.

Die auf der verlinkten Seite angebotenen "Sonderkonditionen" kann sich wahrscheinlich jeder Barzahler aushandeln. Siehe auch die DELL-Annonce.

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
00
14.1.2012, 22:59

Nanana, jetzt wollen wir die Wulffaffaire aber mal nicht runterspielen.

Freie Welt
03
14.1.2012, 21:00
Soll ich euch einmal erzählen, was

mir als Journalist so alles angeboten wird? ;)

Harl-Geinz Krassers Friseur
00
15.1.2012, 08:42

Prügel?

Susanne_B
31
15.1.2012, 07:38

Nein- es ist uninteressant und irrelevant. Ein Politiker hat derartige Geschenke nicht anzunehmen- zu groß USt. 'die Gefahr, dass es später als Zuständiger in einem Amt diesem Schenkenden wieder begegnet und sich verpflichtet fühlt.
Herr Wulff darf nur den Lebenswandel führen, den er sich auch leisten kann.
Das ist ganz einfach- einigen fehlt es aber offensichtlich an der Notwendigen Moral und dem notwendigen Anstand!

binGeladen
05
14.1.2012, 21:12

kündigung?

Herbert Chaos
35
14.1.2012, 20:42
Jetzt ist die Katze aus dem Sack.

Was mir noch zu Ohren gekommen ist: Ein Bauunternehmer habe Wulff einen Kaugummi angeboten. Dieser habe ihn OHNE ZU BEZAHLEN angenommen.

Die Gegenleistung war kam kurz darauf als Wulff sein Amtssbüro AUF STAATSKOSTEN renovieren lies. Bei ebendiesem Bauunternehmer.

Vielleicht kann die Bild ja den Fragenkatalog diesbezüglich ergänzen.

Der Mann ist Rücktrittsreif.

Marvin Stiefel
00
14.1.2012, 19:53
Langsam wird es langweilig...

das passiert, wenn man den Medien den Krieg erklärt.
Solange Wulff im Amt bleibt, wird gewühlt und gewühlt...

binGeladen
15
14.1.2012, 20:37

bild zeitung meint herr wulff muss holzklasse fliegen und privat bed ohne breakfast für 20 euro buchen

Susanne_B
00
15.1.2012, 07:41

Nein. Sie meint nur- und da stimme ich ihr zu- dass Herr Wulff seine Urlaube selbst bezahlen muss. Wenn Herr Wulff sich im Münchner Luxushotel nur ein einfaches Zimmer leisten kann oder will, darf er auch nur in einem solchen Zimmer wohnen.

Auch wenn Sie versuchen, das ins Lächerliche zu ziehen: Wulff hat ein massives Problem- zu viele Freunde, die ihm Gefallen getan haben und entweder Gegrnleistungen erhalten haben oder erwarten. Wulff hat zudem im Interview nachweislich die Unwahrheit gesagt.
Ich finde für Bild-Zeitung auch widerlich. Mit ihrer Ykriruk an Wulff hat sie aber recht!

Nissan
00
14.1.2012, 19:01
Wulff war eben ein frei finanzierter Ministerpräsidet

und das konnte er als Bundespräsident beibehalten!

kuno kuno
 
01
14.1.2012, 18:48
Schnorrer

Kein_Postingname
20
14.1.2012, 18:01
Ist eh das selbe System wie in Österreich!

Vorauseilender Gehorsam, gegenseitige Begünstigungen, Seilschaften, …… und NIEMAND PRIVATER würde nicht an diesem System teilhaben wollen. Warum sollte es also der Präsident tun?
Diese Debatte müsste für alle gelten, sonst ist und bleibt es Heuchelei: Dass jemand moralische Instanz für alle sein sollte, aber jeder sagt hüstelnd, ja, aber für die anderen …

NONE
00
15.1.2012, 01:29

Für alle?

Ich bin aber kein Politiker, wieso sollte ich Steuergeld stehlen?

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