Experten

AAA-Verlust gefährdet Sarkozys Wiederwahl

14. Jänner 2012, 11:37

Experten vermuten Vorstoß der "populistischen" Kandidaten am linken und rechten politischen Ende

Paris - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) hat am Freitag den Kampf um die Top-Bonitätsnote AAA der Ratingagentur Standard & Poor's verloren. Dies stellt eine weitere Hürde auf dem Weg zu einer eventuellen Wiederwahl des konservativen Politikers am 6. Mai dar. Sarkozy prangerte diese Abstufung Monate lang als ein Schreckensgespenst an, das man auf jeden Fall vermeiden müsse, um Frankreich den Zugang zu preiswerten Krediten zu sichern.

Als Ende des Vorjahres nach und nach immer klarer wurde, dass der Verlust des Tripel-A-Ratings beinahe unvermeidlich ist, änderte die französische Regierung nach und nach ihren Tonfall. Um die öffentliche Meinung auf den Wandel vorzubereiten, relativierte der Präsident die Konsequenzen des Ratings. "Es sind nicht die Märkte oder Agenturen, welche die Politik Frankreichs bestimmen", gab sich Sarkozy in seiner Neujahrsansprache am 31. Dezember kämpferisch.

Dieselbe Linie verfolgte am Freitagabend auch Finanzminister Francois Baroin (UMP), als er im TV-Sender "France 2" betonte, es sei "keine Katastrophe", da AA+ immer noch ein gutes Rating sei. Baroin betonte, dass S&P eine "kollektive Note" gegeben habe, die mehrere europäische Länder - darunter Österreich - betreffe und seine Überzeugung bekräftige, dass man die Eurozone "stabilisieren" müsse.

Kratzer am "Beschützer der Franzosen"

Sarkozys politischer Berater Henri Guaino hatte bereits zuvor im Fernsehsender "Canal Plus" betont, dass nicht die französische Wirtschaft infrage gestellt worden sei, sondern "die Verantwortung aller Akteure in der Eurozone". Der Schlag ist für Paris dennoch sehr hart, umso mehr, als Deutschland, Frankreichs bedeutendster Handelspartner, seine Top-Note bewahren konnte.

Zwar hatten die Finanzmärkte die Abstufung Frankreichs schon längst als vorgegebene Tatsache hingenommen, was man am immer größeren Abstand der Zinssätze für deutsche und für französische Staatsanleihen ablesen konnte. Auf politischer Ebene allerdings versetzt die Abstufung Sarkozys Image als "Beschützer der Franzosen" einen harten Schlag.

In den vergangenen Monaten hatte der Präsident angesichts der schwierigen innerfranzösischen Lage in Bezug auf Arbeitslosigkeit und Konjunktur versucht, sich international ein positives Image aufzubauen. Dies gelang ihm etwa durch die Unterstützung der Revolution in Libyen oder durch die voluntaristische Politik zur Rettung Griechenlands. Sein erklärtes Ziel, das dreifache A zu retten, schlug dagegen fehl.

A-Debatte

"Die drei A sind nicht die vorrangige Sorge der Franzosen, und vor einem Jahr wussten viele gar nicht von seiner Existenz", betonte etwa Francois Miquet-Marty, Präsident des Meinungsforschungsinstituts Viavoice und fügte hinzu: "Nun trägt der Verlust aber zum allgemeinen Klima der Besorgnis und des Pessimismus über die Zukunft Frankreichs bei und im Grunde beeinträchtigt er die Glaubwürdigkeit Sarkozys." Allerdings bedeute dies nicht automatisch einen Vorteil für Sarkozys linken Widersacher im Präsidentschaftswahlkampf, den Sozialisten Francois Hollande (PS).

Diese Meinung teilt auch der Politikwissenschafter Dominique Reynie, der sich überzeugt erklärte, dass der Verlust des Top-Ratings die beiden Hauptkandidaten im Präsidentschaftsrennen zugunsten der "Populisten" wie etwa dem Linksaußen Jean-Luc Melenchon von der "Linksfront" aus Kommunisten (PCF) und "Linkspartei" (PG) oder der Rechtsaußen Marine Le Pen von der "Front National" (FN) schädigen werde. Insbesondere schränke diese Abstufung die Möglichkeit der Kandidaten ein, kostspielige Wahlversprechen zu machen, zumal nun alle wissen, dass die Finanzmittel der nächsten Regierung begrenzt sein werden, so Reynie.

Unterdessen haben Sarkozys politische Widersache ohne Zögern bereits damit begonnen, die Verantwortung für die Abstufung dem Präsidenten zuzuschreiben. Der zentrumsbürgerliche Präsidentschaftskandidat Francois Bayrou ("Mouvement Democrate/MoDem") erblickt in der Sanktion "das Scheitern der Strategie von Sarkozy", die in der Behauptung bestanden habe: "Mit mir behalten die Franzosen das dreifache A, mit den anderen Kandidaten verlieren sie es." (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
fmi
00
17.1.2012, 09:13
Nicht erst jetzt

Er muß sich entscheiden zwischen dem eigenen Volk und der EU, wie viele andere Politiker.
Wobei Frankreich noch am ehesten von der EU profitiert hat weil die Griechen kleine Autos gekauft haben.

BJ örk
00
15.1.2012, 19:31

ach da sind die ganzen A´s die im anderen artikel fehlen :D

Peter_23
12
15.1.2012, 17:36
Und was ist so Schlimm daran, wenn Sarkozy nicht wieder gewählt wird?

Wäre doch vielleicht ganz gut.

Lt K.....
00
18.1.2012, 14:34

Käme Marine nach, wäre es gut, ja.

fmi
00
17.1.2012, 09:15
Das nächste Pärchen heißt Hollande/Gabriel

Damit sind die Eurobonds so gut wie sicher, und auch der Ramschstatus für sie und den ESM.

werwolfi
00
15.1.2012, 14:42

Na so dramatisch wäre der Schaden ja nicht - fragt sich höchstens was nachkommt..

Ossietzky
28
14.1.2012, 22:45
gefährdet Sarkozys Wiederwahl!!!

Na gut, wo ist der Fehler?

Dr. Viktor Frankenstein
12
15.1.2012, 13:15
Wo ist der Fehler?

Wie immer, das Problem ist dass die Alternativen genauso hoffnungslos sind. Das Kaliber der anderen Kandidaten ist auf dem selben Niveau.

ikepod
10
15.1.2012, 11:08

dass in österreich nicht mal der posten der mizzi am spiel steht!!!
stimmt sie kann nichts dafür, sie sind alles nur marionetten.

Der Weg ist das Ziel und führt zu nix
00
14.1.2012, 21:23

Was solls die Merkel wird sicher einen neuen Retter an ihrer Seite der der EU finden.

Dr. Viktor Frankenstein
00
15.1.2012, 13:17
einen neuen Retter an ihrer Seite

Braucht sie nicht. Der Sarkozy war ja nur ein Maskottchen.

M. C. Escher
04
14.1.2012, 16:53
na servas...

da wird die gute Carla wieder Sonderschichten im Boulevard einlegen müssen, um DEN Karren noch aus dem Dreck zu ziehen...

emil7250
13
14.1.2012, 16:31
sarkozy hat ja gar keinen konkurenten...

der sp bubi, der so gern miterrand kopieren möchte ist doch nur eine peinlichkeit und sonst nichts...

fmi
00
17.1.2012, 09:23
tja

um ein Haar (fast buchstäblich) wäre es DSK geworden.

Wilhelm Guschlbauer
00
15.1.2012, 20:24
Armer Narr, wenn alles nur halbwegs verlauft,

ist das de nächste Präsident. Ode Bayrou. Sie können sich nicht vorstellen wie die Franzosen von dem Mikro-Napoléon angefresen sind. Jetzt fliegt er praktisch jeden Tag mit seinem Riesen-Flieger (Airbus 330) in irgend ein Nest um einen Speech zu halten. Und dan fliegt er wieder heim. Kosten : 40 000 € pro Flugstunde plus gepanzerte Limusine plus 3 Kompanien CRS (Chaos-Truppe). Alles in allem eine halbe Million, das 4 Mal pro Woche.

ikepod
00
15.1.2012, 11:26

das stimmt
der rest ist dritte wahl
wie in österreich!!

Fritz Meyer
20
14.1.2012, 16:07
Na, immerhin ein Vorteil.

Thinking_Citizen
 
11
14.1.2012, 13:36

Sarkozy, der Kriegstreiber (siehe Libyen), hat in m.M. schon lange zuvor alle Glaubwuerdigkeit verloren.

sus2
00
14.1.2012, 12:59

da wird der wisner clan aber traurig sein...

da Novak
33
14.1.2012, 12:55
sarko hat ja vorgesorgt ...

ich war mir damals schon sicher und jetzt umso mehr: die affäre strauss-kahn, die da "passiert" ist, nutzt sarko enorm. gegen dsk hätte er bei dieser (zwar damals nicht absehbaren, jedoch bereits wahrscheinlichen) entwicklung sowas von kein leiberl!!!

die ermittlungen gegen die new yorker hotelangestellte, das "opfer", wurden bereits wegen unglaubwürdigkeit eingestellt. kein problem, die funktion hatte sie erfüllt, dsk ist politisch tot.

c'est la politique....pas juste en france!

ikepod
01
15.1.2012, 11:24
das hat mit sarko nichts zu tun.

das DSK bzw sein bestes stück selber.
sarko ist ein stratege und hätte das nicht ein jahr vor der wahl gemacht.

Wilhelm Guschlbauer
00
15.1.2012, 20:26
No nan!

ikepod
00
15.1.2012, 21:13

na er ist nit bled!

Johnny Chicago
11
15.1.2012, 05:40

pas juste en france???

der schwitzbär der schwitzt sehr
25
14.1.2012, 12:52
Sehr gut

und nach der Amtsübergabe bitte direkt zum Untersuchungsrichter

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