Gefangenen-Amnestie

Burma entließ offiziell mehr als 300 politische Häftlinge

14. Jänner 2012, 08:59

Innenminister äußert sich zu Gefangenenamnestie vom Freitag

Naypyidaw - Bei der Häftlingsamnestie in Burma sind nach offiziellen Angaben 302 politische Gefangene freigekommen. Innenminister Ko Ko wollte sie am Samstag zwar nicht als solche bezeichnen, sagte jedoch, die Namen der betreffenden Menschen seien auf einer Liste einer "politischen Organisation" gestanden, mit der er offenbar die Partei Nationale Liga für Demokratie von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi meinte. Von insgesamt 604 Häftlingen auf dieser Liste seien "430 gefunden und 302 freigelassen" worden.

Der Minister betonte, mit den Entlassungen sei die Regierung keiner Aufforderung "von wem auch immer" nachgekommen. "Wir haben sie aus tatsächlichem Wohlwollen der Regierung heraus freigelassen", sagte er. Die restlichen auf der Liste stehenden Gefangenen könnten nicht freigelassen werden. Sie hätten "schlimme Verbrechen wie Terrorangriffe" begangen.

Die Zahl politischer Gefangener in Burma war vor der Amnestie vom Freitag auf bis zu 1.600 geschätzt worden. Nach Jahrzehnten der Militärherrschaft wird Burma seit März 2011 von einer nominell zivilen Regierung unter Präsident Thein Sein geführt. Der frühere General überraschte Beobachter damit, dass er eine Reihe von Reformen einleitete und sich für Gespräche mit der Opposition öffnete.

Die USA und die Europäische Union begrüßten die Freilassungen am Freitag. US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte zudem an, erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder einen Botschafter in das lange international isolierte Land zu entsenden. Der Westen hatte eine Freilassung politischer Häftlinge zur Bedingung für die Aufhebung von Sanktionen gemacht.

Die 66-jährige Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi will bei einer für den 1. April geplanten Nachwahl zum Parlament in einem Wahlkreis bei Rangun antreten. Ein Berater der burmesischen Präsidentschaft hatte Suu Kyi für den Fall ihrer Wahl zur Abgeordneten am Wochenende überraschend ein "angemessenes" Regierungsamt in Aussicht gestellt. (APA/AFP)

 

borake
03
14.1.2012, 12:48
für ein besseres verständnis der situation in burma ist der artikel ganz gut:

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2012/0... 062.idx,19

Martin Müller10
 
02
14.1.2012, 11:07
Die guten Nachrichten aus Burma kommen jetzt Schlag auf Schlag!

Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es wirklich in eine bessere Zukunft für Burma geht.

NONE
00
14.1.2012, 22:17

Das mag sein.

Was aber viel erstaunlicher ist das alles auf einmal so schnell passiert. Was da wohl im Hintergrund stattfindet das ein Regime auf einmal entblättert wird? Und das alles bereitwillig eingeht?

Ich tippe mal auf viel Schmiergeld.

Martin Müller10
 
00
14.1.2012, 22:33
Ich vermute, dass China dem Regime die Rute ins Fenster

gestellt hat. China war der einzige Staat der mit Myanmar engere Beziehungen gepflegt hat.

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