Präsident verlangt das Gleiche von seinen Kontrahenten - Diese handelten allerdings in der Vergangenheit völlig konträr
Caracas/Sao Paulo - Venezuelas linker Staatschef Hugo
Chávez hat versichert, dass er einen Sieg der Opposition bei der
Präsidentschaftswahl im Oktober anerkennen würde. "Wenn einer von
Ihnen die Wahlen gewinnt, wäre ich der Erste, der dies anerkennen
würde, und ich hoffe und verlange das Gleiche von Ihnen", sagte
Chávez am Freitag in einer Rede vor der Nationalversammlung in
Caracas.
Der seit rund 13 Jahren regierende Sozialist will sich am 7.
Oktober erneut zum Präsidenten wählen lassen. Die Opposition will
sich am 12. Februar bei Vorwahlen auf einen gemeinsamen Kandidaten
verständigen.
An die oppositionelle Politikerin Maria Corina Machado gerichtet,
betonte er: "Wenn Sie die Vorwahlen der Opposition gewinnen und mich
bei den Wahlen schlagen, können Sie sicher sein, dass ich Ihnen die
(Präsidenten-)Schärpe überreiche." Der 57-jährige Staatschef war im
vorigen Jahr an Krebs erkrankt und hatte sich mehreren Chemotherapien
unter anderem auf Kuba unterzogen.
In dieser Woche hatte er den iranischen Präsidenten Mahmoud
Ahmadinejad in Caracas empfangen. Einige habe der Besuch gestört,
räumte Chavez ein. "Sie kennen Ahmadinejad nicht. Er ist ein guter
Mann und kein religiöser Fanatiker." (APA)