Freitag

Europas Börsen nach Abstufungen im Minus

13. Jänner 2012, 18:56

Wien - Spekulationen um eine bevorstehende Bonitätsabstufung mehrerer Euro-Länder durch Standard & Poor's (S&P) haben die europäischen Leitbörsen zum Wochenschluss moderat in der Verlustzone schließen lassen. Der Euro-Stoxx-50 gab bis zum Handelsschluss am Freitag um 0,33 Prozent auf 2.338,01 Einheiten nach.

Waren die Aktienmärkte in Europa noch freundlich in den Handelstag gestartet, gaben sie ihre Gewinne im Mittagshandel nach der mit Spannung erwarteten Auktion italienischer Staatspapiere zusehends ab. Am Nachmittag drückten schließlich Aussagen aus EU-Regierungskreisen, wonach eine Herabstufung mehrerer Länder der Eurozone durch S&P unmittelbar bevorstehe, die Aktienmärkte recht deutlich ins Minus. Eine leichte Erholungsbewegung im Späthandel ließ die Börsen die Sitzung aber lediglich moderat im Minus beenden. Vereinzelt drehten Indizes kurz vor Handelsende sogar wieder ins Plus - so etwa der österreichische ATX.

Unter den Triple-A-Ländern seien es Frankreich und Österreich, die kurz vor dem Verlust ihrer Bestnote stehen dürften, berichteten Medien unter Berufung auf Kreise. Keine Herabstufung dürfte es indes für Deutschland, Niederlande und Luxemburg geben, hieß es. Eine Stellungnahme seitens S&P ist laut Bloomberg-TV für 21.00 Uhr (MEZ) angekündigt.

In einem Branchenvergleich zeigten sich zum Handelsschluss die meisten Sektoren mit Abschlägen; indes konnten Bankenwerte trotz der verhalten aufgenommenen Zahlen der US-Bank JPMorgan mehrheitlich Zuwächse verzeichnen und auch Technologiewerte verbuchten Aufschläge. Als stärkster Wert im Euro-Stoxx-50 schloss die SAP-Aktie (plus 3,59 Prozent auf 42,94 Euro), nachdem der Softwarekonzern mit seinen Ergebnissen zum vierten Quartal die Markterwartungen durchwegs übertroffen hatte. Auf den folgenden Plätzen fanden sich mit BNP Paribas (plus 2,52 Prozent auf 31,79 Euro) und Deutsche Bank (plus 1,54 Prozent auf 28,95 Euro) zwei Bankenwerte ein.

Nicht aus der Verlustzone schaffte es die Aktie des niederländischen Finanzkonzerns ING, die trotz des positiven Branchentrends den ganzen Handelstag über im Minus tendierte und schließlich 2,08 Prozent schwächer auf 6,068 Euro schloss. Das Unternehmen hatte angekündigt, zugunsten der Rückzahlung von Staatshilfen bis auf weiteres die Dividende auszusetzen. (APA)

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 1.923,64 + 8,47 +0,44

Frankfurt DAX 6.143,08 - 36,13 -0,58

London FT-SE-100 5.636,64 - 25,80 -0,46

Paris CAC-40 3.196,49 - 3,49 -0,11

Zürich SPI 5.411,38 - 16,53 -0,30

Mailand FTSE MIB 15.011,09 -181,70 -1,20

Madrid IBEX-35 8.450,60 + 23,60 +0,28

Amsterdam AEX 309,28 - 1,02 -0,33

Brüssel BEL-20 2.125,34 - 12,08 -0,57

Stockholm SX Gesamt 1.009,00 - 6,50 -0,64

Europa Euro-Stoxx-50 2.338,01 - 7,84 -0,33

Erwin Wolfram
00
14.1.2012, 02:00
...

gut ich mein wie gesagt der junge mann der spoe im orf ist nur zur zierde dort, er hat ja nicht die aufgaben des bueroleiters und jetzt muessen wir einmal ausschreiben und danach sehen wir die gesamte fuehrungsriege der spoe und oevp im gefaengnis...

Karlgaard
05
13.1.2012, 20:30
Sittenbild ORF

Interessant ist hier vor allem, wie der ORF berichtet: Kein einziges kritisches Wort über das Ungarn-Engagement der heimischen Banken, nicht den Anflug einer Kritik für die Budgetpolitik. Dafür jede Menge Häme und Spott für S&P.

P.s.: Schlimmer kann es unter "Büroleiter" Pelinka gar nicht mehr werden.

mr. z
02
14.1.2012, 00:45

Also ganz ehrlich:
Kritik an den Ratingagenturen ist schon okay, sind sie doch Teil der neoliberalen Elite.
Jene Elite übrigens, die Österreichs Osteuropa-"Engagement" vor der Krise als absolut positiv, wichtig und richtig bewertet haben.

Political Observer
00
14.1.2012, 14:22

Ganz genau so ist es. Wie war das doch 2008, als der Weltwährungsfonds Österreich mit Blick auf das Ostbankenengagement irgendetwas etwas androhte. Was das war, weiß ich nicht mehr. Nur an die panische Reaktion der Nationalbank und der Regierung kann ich mich erinnern.

Warentester
20
13.1.2012, 21:53

"Kein einziges kritisches Wort über das Ungarn-Engagement der heimischen Banken, nicht den Anflug einer Kritik für die Budgetpolitik."

Unberechtigt und unprofessionell.

"Dafür jede Menge Häme und Spott für S&P."

Vollkommen ok. Schauen sie sich mal deren "Leistungsnachweis" an.

Aja, UK raten die noch immer mit AAA. Sagt eigentl. eh schon alles.

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