Gebäudekomplex planiert
Lahore/Wien - In der nordostpakistanischen Stadt Lahore wurde diese Woche ein Zentrum der pakistanischen Caritas durch die Regierung der Provinz Punjab widerrechtlich niedergerissen, wie die Organisation Kirche in Not am Freitag mitteilte. Das Areal sei ins Eigentum der Regierung der Provinz Punjab übergegangen. In dem Gebäudekomplex auf einem etwa 0,8 Hektar großen Areal hätten sich ein Altenheim, eine Unterkunft für Obdachlose und Arme, eine Schule für bedürftige Mädchen und eine Kirche befunden. Die Gebäude seien komplett zerstört worden.
Vergangenen Dienstag gegen 6.30 Uhr seien die sieben Häuser evakuiert worden. Der Gebäudekomplex sei unter der Aufsicht des höchsten Beamten der Lokalregierung, unter Polizeischutz und mit schweren Geräten niedergerissen worden, schilderte Emmanuel Yousaf, der Vorsitzende der Nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden laut Kirche in Not. Die Caritas sei in der Lage gewesen, eine Eigentumsurkunde vorzuweisen, sei aber vorab nicht über das Vorhaben informiert worden.
Seit 2007 gebe es einen Rechtsstreit um das Zentrum. Es wurde laut Kirche in Not vom Staat widerrechtlich enteignet, nachdem eine zum Islam konvertierte Frau, die die Hilfe der Caritas in Anspruch genommen und in dem Zentrum gewohnt hatte, Eigentumsrechte auf die von ihr bewohnten Räumlichkeiten erhoben hatte. Der Bischof von Lahore, Sebastian Shaw, sprach von einem "kriminellen Akt der Enteignung durch die Regierungsvertreter", berichtete Kirche in Not. (spri/ DER STANDARD, Printausgabe, 14.1.2012)