Jeder Zweite sieht ORF nun völlig unter Einfluss der SPÖ

13. Jänner 2012, 18:26
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Sieben von zehn Österreichern haben die Diskussion um die geplante Bestellung des sozialdemokratischen Nachwuchspublizisten Niko Pelinka im ORF mehr oder weniger genau verfolgt - die Mehrheit mit heftiger Kritik

Wien - Niko Pelinkas Bewerbung um den Posten eines Büroleiters bei ORF-General Alexander Wrabetz hat ein schlechtes Licht auf den ORF geworfen. 49 Prozent der Befragten, die von Pelinkas Bewerbung wissen, stimmen der Aussage zu: "Der ORF gerät völlig unter den Einfluss der SPÖ."

Nur 31 Prozent meinen, das sei nicht der Fall. Der Rest machte in einer aktuellen Market-Umfrage für den Standard keine Angabe. Die Kritik am Einfluss der SPÖ wird vor allem in der höchsten Bildungsschicht geäußert.

Strikt entlang von Parteilinien

Die Befragten agieren bei allen Aussagen zur geplanten Pelinka-Bestellung strikt entlang von Parteilinien: Zwei Drittel der befragen Sozialdemokraten sehen keinen übermäßigen Einfluss ihrer Partei, ähnlich viele sehen auch keine Gefahr für die Unabhängigkeit des ORF und sechs von zehn befragten Roten meinen auch, dass die Aufregung um Pelinka künstlich hochgespielt sei. Und es sind - wie die Grafik verdeutlicht - vorwiegend rote Befragte, die meinen, dass Pelinka "ein fähiger junger Mann" sei, er solle zeigen, was er kann.

Market-Chef Werner Beutelmeyer: "Es entspricht der Neigung des Homo austriacus zur Resignation, wenn 48 Prozent der Aussage zustimmen: 'Früher waren andere Parteien im ORF einflussreich, jetzt ist es eben die SPÖ'."

70 Prozent derer, die Pelinka zumindest dem Namen nach kennen, stimmen dem Satz zu: "ORF-Redakteure wie Armin Wolf haben recht, wenn sie sich wehren." (Conrad Seidl, DER STANDARD; Printausgabe, 14./15.1.2012)

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