Ewiges Büroleben für Niko

13. Jänner 2012, 18:20
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Maurer, Palfrader und Scheuba scheuen bei ihrer Aufklärungsmission keinen übersinnlichen Stress

Es wühlen sich die Staatskünstler also auch im jungen Jahr durch (das Land bedrückende) Themen und Fragen - für diese Mühe, die man manchem Scherz auch ansieht, ist zu danken. So suchten sie mit CSI-Methoden die Eigentümer einer U-Bahn-Postille, konsultierten dafür auch ein Medium, das Bilder von behörnten, SPÖ-Chefs ähnlichen Wesen sandte. Schließlich trat per Tischerlrucken auch der Geist von Karl Kraus zur Befragung an.

Maurer, Palfrader und Scheuba scheuen bei ihrer Aufklärungsmission also auch keinen übersinnlichen Stress. Ein wenig stolperten sie zwar über jene ihnen nun "vom ORF hineingestellte Büroleiter". Trotz dieser Behinderung ging indes bei "Gaugg den Meischi" (wo gebeten wird, für Politiker-Rücktritte zu spenden) alles glatt. Wie auch bei "Die größten Erfolge von Uwe Scheuch" (etwa: "Kärnten sucht Schlagerstar"). Dann aber rief endlich Niko an (den Nicholas Ofczarek mit einem IQ von etwa 69 ausstattet) und hob die Sendung mit dem Beweis, dass Spatzenhirn nicht vor Paranoia schützt, auf eine Höchstebene.

Niko nämlich hat ein neues Handy, fühlt sich nicht nur abgehört, vielmehr auch "abgeschaut" und trägt zur Tarnung eine Marx-Brothers-Maske. So er nicht klagte, nur als Büroleiter und nicht als ORF-Kommunikationschef infrage zu kommen, suchte er die Abhörer abzuschütteln. Bemerkenswert.

Auch wenn Laura (Claudia Kottal) das Gespräch rüde unterbrach, war damit abermals bewiesen: Man muss dem Wrabetz für seinen Büroleiterwunsch dankbar sein. Er verlieh und verleiht dieser Figur Leben, das auch weitergehen mag, sollten die Künstler dereinst womöglich ihren Staatsdienst quittieren. (Ljubisa Tosiæ, DER STANDARD; Printausgabe, 14./15.1.2012)

  • Nicholas Ofczarek als Niko.
    foto: orf

    Nicholas Ofczarek als Niko.

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