Burgstaller kann sich Kündigungsverbot ab 55 Jahren vorstellen

13. Jänner 2012, 17:32

Salzburger Landeshauptfrau für gesetzliche Schranken - Hundstorfer betont Notwendigkeit vieler branchenspezifischer Modelle

Salzburg - Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer nur als Kostenfaktor sehen und möglichst rasch los werden wollen, sollten auch gesetzlich in die Schranken gewiesen werden. Sie könne sich beispielsweise ein Kündigungsverbot ab einem Alter von 55 Jahren vorstellen, sagte Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) am Freitagnachmittag bei einem Pressegespräch in Salzburg. Neben Sanktionen solle es aber auch Anreize geben.

Lösungen nur branchenspezifisch

Burgstaller hatte anlässlich des "Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" zu einem Gespräch mit Sozialminister Rudolf Hundsdorfer (SPÖ), Vertretern der Sozialpartner und Spitzen namhafter Salzburger Unternehmen geladen. Solche Treffen wird es weiterhin geben. Weitgehend einig war man sich dabei darüber, dass viele Lösungen nur branchenspezifisch erreicht werden können. Ein 62-jähriger Bauarbeiter sei nicht mit einem gleichaltrigen Bediensteten, der am PC arbeitet, vergleichbar, sagte Hundsdorfer.

Skandinavische Modelle

Der Minister wies auch darauf hin, dass in Skandinavien deshalb noch so viele über 60-Jährige im Erwerbsleben stehen, weil es dort eine ganze Fülle an unterschiedlichen Modellen gebe. In Betriebsvereinbarungen könnten aber auch heimische Unternehmen schon jetzt ohne Gesetzesänderungen viele Modelle anbieten, etwa dass ältere Mitarbeiter noch 70 Prozent der Arbeitszeit leisten, dafür 80 Prozent des Einkommens erhalten, aber zu 100 Prozent sozialversichert seien.

Dass dies zurzeit ausgerechnet im öffentlichen Dienst nicht möglich ist, darauf wies Burgstaller hin. Sie wollte ein Modell entwickeln, dass ältere Lehrer etwa nicht mehr im normalen Unterricht stehen, sondern in einem geringeren Ausmaß Förderunterricht geben, doch dies sei nicht möglich gewesen. Wer nicht mehr voll arbeiten könne, müsse in Pension, hieß es, so Burgstaller. (APA)

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10 Postings
Ischgl
00
Dumm und kurzsichtig, senkt die Kommunalsteuer!

Dann würden die Arbeitnehmer mit spätestes 54 Jahren aus dem Betrieb freigesetzt. Die Anwerbung oder Neueinstellung dieser Altergruppe wäre wegen Unkündbarkeit unmöglich. Es wäre besser und effektiver die Kommunalsteuer auf die Gehaltssumme eines Betriebes zu senken oder ganz zu erlassen, die an die Altersgruppe 54 plus ausbezahlt wird!

tortoise
00
25.1.2012, 00:29
ja, ja, ja...

...so arbeitet unser geschätzter Staat! Statt Anreizen gibt's Verbote, statt Belohnungen Bestrafungen, statt Motivation Demotivation, statt Wohlwollen Hindernisse. Man kommt sich vor wie zur Zeiten Metternichs 1815. Alles muss reglementiert werden, aber der Staat ist nicht mehr bereit, Verantwortung für Missstände zu übernehmen und diese entsprechend anzupacken oder zu sanktionieren! Sehr billig und verwerflich! Pfui felix austria! Bessere Dich! Bald!

multatuli
05
13.1.2012, 17:50
So ein Unsinn

Gibt es ein Kündigungsverbot ab 55 Jahren, wird keine Firma eine MitarbeiterIn über 45 Jahren mehr anstellen bzw. es werden viele Leute mit 54 Jahren gekündigt werden.

heinz strobl
 
01
14.1.2012, 17:58

exakt
Jetzt schon wird man in die Frühpension gepresst
O-Ton:Entweder gehst in Pension oder ich muss dich kündigen"Die Dame hätte gern länger gearbeitet, aber dies wäre dem Unternehmer zu teuer geworden.
Bernd Marin weiß darauf keine Antwort.Ständig redet er die leute sollen länger arbeiten.Ich frage:Bei Wem ??

sysiphos
 
00
14.1.2012, 17:03
genau so ist es.

kündigungsverbote sind gift für einstellungen, soviel ist klar.

mike sierra
00
14.1.2012, 15:03

stimmt

Das "skandinavische Modell" wird man sich wohl doch etwas genauer ansehen müssen. Nur mit Schlagwörtern geht das nicht.

heinz strobl
 
00
14.1.2012, 18:00

außerdem sind wir sociologisch betrachtet weniger "Skaninavien" denn "Absurdistan"

Walter Bimini
00
13.1.2012, 19:57
wenn Sie den artikel

bis zum ende gelesen hätten, wäre Ihnen aufgefallen, daß es um die lehrer geht, denen eine möglichkeit gegeben werden soll, daß sie für 70% arbeit 80% gehalt bekommen sollen - alles andere (regelmäßige besprechungen mit firmen ...blablabla) ist nur verschleierungstaktik.

unsinn zum quadrat

chelene chirsch
10
14.1.2012, 20:30
für 70% arbeit 80% gehalt...

als 30er könnte ich mir für meine altersgenossInnen vorstellen, dieses modell zu akzeptieren.

wir leisten weiterhin 100%, nehmen dafür bescheidene 115% gehalt und wollen natürlich weiterhin zu 100% versichert sein...

sysiphos
 
00
14.1.2012, 17:04
lehrer?

für die braucht man aber, pardon, kein kündigungsverbot, die haben sowieso eins. macht also alles keinen sinn, oder?

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