Nächste Verhandlungsrunde am 22. Februar - Gewerkschaft will 4,2 Prozent, Arbeitgeber bieten 3 Prozent
Wien - Ohne Ergebnis sind laut Gewerkschaft die Verhandlungen für den Kollektivvertrag der Caritas-Arbeitnehmer Freitagnachmittag unterbrochen worden. "Die Vorstellungen über die Gehaltserhöhungen für die rund 12.000 Beschäftigten liegen noch zu weit auseinander", meinte Stefan Kraker, Verhandlungsleiter der Arbeitnehmer, in einer Aussendung. Die vierte Verhandlungsrunde sei für 22. Februar vereinbart. Bis dahin würden die Betriebsräte der Caritas über weitere Maßnahmen beraten.
Vorschläge "nicht zumutbar"
"Das heute formulierte Angebot hätte zwar eine reelle Gehaltserhöhung ab Juli beinhaltet, auf das ganze Jahr gerechnet müssten die Beschäftigten jedoch einen Einkommensverlust in Kauf nehmen", so Kraker. Das sei "schlichtweg nicht zumutbar".
Begleitend zu den heutigen Verhandlungen habe vor dem Verhandlungsort, der Caritas der Erzdiözese Wien, eine öffentliche Betriebsrätekonferenz stattgefunden. Die GPA-djp und die vida hatten außerdem zu einer Mahnwache geladen, insgesamt hätten sich über 100 Betriebsräte und Unterstützer aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich mit der Forderung nach einem fairen Gehaltsabschluss für die Caritas-Angestellten solidarisiert.
Plus drei Prozent ab Februar
Die Caritas zahlt ihren Mitarbeitern aber trotz ausstehender Kollektivvertragseinigung mehr. Ab 1. Februar bis zu einer Einigung über die KV-Erhöhungen erhalten sie überbrückungsmäßig jene drei Prozent mehr, die die Caritas-Dienstgeber den Arbeitsnehmervertretern bei den Verhandlungen am Freitag angeboten haben, hieß es in einer Aussendung der Caritas Österreich.
Verständigt haben sich beide Seiten bereits auf eine verbesserte Anrechnung der Elternkarenz und eine Extraerhöhung für Fachsozialbetreuer. Die von der Gewerkschaft geforderten Gehaltserhöhungen von 4,2 Prozent können man jedoch unmöglich erfüllen, so der Vorsitzende des Caritas-Kollektivvertragsvereins, Gerhard Reischl. (APA)