Zahlenbilanz der Bundesmuseen: Mak und Mumok stürzten ab
Wien - Dramatische Besucherrückgange gab es 2011 bei etlichen
Bundesmuseen. Das Mumok kam auf nur 148.219 Besucher; das bedeutet
gegenüber dem Jahr zuvor (237.528) ein Minus von 89.309 Besuchern bzw.
von 37,6 Prozent. Mit ein Grund für das schlechteste Ergebnis seit 2003
war die umbaubedingte Schließzeit von drei Monaten. Nicht angenommen
wurde das Programm der ersten Jahreshälfte, das mehr oder weniger noch
von Edelbert Köb konzipiert worden war. Die Schau Museum der Wünsche,
mit der sich Karola Kraus im Herbst als neue Direktorin vorstellte,
erreichte bis Jahresende 67.697 Personen.
Mit nur 156.212 Besuchern - um 34.413 weniger als 2010 - fuhr das Mak
sogar das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2000 ein. Verantwortlich
für den Rückgang um 18,05 Prozent war in erster Linie das äußerst
mickrige Programm. Im Technischen Museum wurden laut APA mit 295.734
Besuchern um 9,6 Prozent weniger gezählt als 2010 (327.401). Und das
Kunsthistorische Museum meldete konzernweit 1.128.754 Besucher, das sind
5,47 Prozent weniger als 2010 (1.194.101). Die Nationalbibliothek
hingegen konnte die Zahl der Besucher in den musealen Bereichen noch
einmal steigern - um 7,1 Prozent auf 241.355. Auch das Naturhistorische
Museum toppte das Rekordjahr 2010: um 4,6 Prozent auf 552.997 Besucher.
Das beeindruckendste Ergebnis aber lieferte das Belvedere: Mit 888.633
Besuchern wurde das Spitzenjahr 2010 (812.522) um deren 76.111
übertroffen. Dies bedeutet eine Steigerung um 9,37 Prozent. In der
ersten Amtszeit von Agnes Husslein, die Ende 2011 auslief, wurde die
Besucherzahl daher mehr als verdoppelt: 2006, im letzten Jahr von
Gerbert Frodl, kam die Österreichische Galerie auf 432.575 Besucher.
Husslein konnte am Freitag sehr zufrieden Bilanz ziehen. Der
Gesamtumsatz betrug 16,2 Millionen Euro, das bedeutet bei einer
Subvention von 6,9 Millionen einen Eigendeckungsgrad von 57,4 Prozent.
Kein anderes Bundesmuseum erreicht diesen Wert. (trenk / DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.1.2012)