Vieles gleichzeitig zu tun, das geht gar nicht wirklich
Das zur Produktivitätssteigerung trotz reduzierter Mannschaft so hochgelobte Multitasking bewirkt laut vielen Versuchsreihen und Forschungen das Gegenteil des Angestrebten, nämlich Verlangsamung und Fehleranfälligkeit, weil das Gehirn zum Umschalten Zeit braucht. Kurz: Vieles gleichzeitig zu tun, das geht gar nicht wirklich.
Wie aber den Boss davon überzeugen, wenn er taub für alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ist und permanent fünf Projekte gleichzeitig vorgibt?
Karrierenberaterin Anne Fisher (www.management.fortune.cnn.com) empfiehlt folgende Übung: Mit einer Stoppuhr in der einen soll mit der anderen Hand "multitask 123456789" aufgeschrieben werden. Im nächsten Durchgang soll zwischen jedem Buchstaben je eine Ziffer eingefügt werden, also: "m1u2l3t4i5t6a7s8k9" . Das dauert gestoppt mindestens doppelt so lange, und zeigt, so Anne Fisher: "Unter Druck Hin- und Herschalten kostet Zeit, spart sie nicht. Das sollte Zweifel am Multitasking säen." Das bedeutet dann aber auch Achtung beim Vorstellungsgespräch: Wer sich als Super-Multitasker darstellt, ist gleich als langsamer und wenig fokussiert enttarnt. (Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 14./15.1.2012)