Karikaturen

Schüssel: "Ich muss mich überhaupt nicht geschmeichelt fühlen"

Interview | 13. Jänner 2012, 18:21
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    karikatur: petar pismestrovic/kleine zeitung

    Karikabler und selbst karikierender Ex-Kanzler: Wolfgang Schüssel, von Petar Pismestrovic in der "Kleinen Zeitung" porträtiert.

Wolfgang Schüssel war als Bundeskanzler in einer schwarz-blauen Regierung bevorzugtes Ziel der Karikaturisten - Dennoch schätzt er diese Kunstform sehr

Standard: Sie waren zu Ihrer Zeit als aktiver Politiker eine der meistgezeichneten Persönlichkeiten in Österreich. Haben Sie sich Karikaturen aufgehoben, oder haben Sie sogar welche erstanden?

Schüssel: Ja, ich bin oft gezeichnet worden, das ist für einen Politiker ja die silberne Nahkampfspange. Ich besitze natürlich einige Karikaturen, auch im Original. Ich schätze diese Kunstform sehr, die ist besonders in Österreich sehr ausgeprägt und hat große Künstler hervorgebracht.

Standard: Muss man sich als Ziel von Karikaturisten eigentlich immer geehrt fühlen, oder gibt es auch Karikaturen, wo man sich denkt, das hätte jetzt nicht sein müssen?

Schüssel: Ein Karikaturist nimmt sich in der Regel nur "Opfer" vor, die es auch wert sind, karikiert zu werden. Das ist schon auch ein Zeichen eines gewissen Respekts und einer gewissen Aufmerksamkeit - selbst wenn man verrissen wird. Aber es gibt gute und schlechte Kunst, gute und schlechte Karikaturen, gute und schlechte Politik. Nicht jede Karikatur verdient fünf Sterne. Aber es gibt eben auch die, die unglaublich gut sind und besser sind als jeder Leitartikel, weil sie bildlich und in der Verkürzung Dinge zum Ausdruck bringen, die man verbal gar nicht erklären kann. Das ist der eigentliche Kick bei Karikaturen.

Standard: Kann man mit einer Karikatur tatsächlich eine inhaltliche Botschaft rüberbringen?

Schüssel: Sicher, jede gute Karikatur muss eine Aussage haben, sonst ist sie ja uninteressant. Nur technisch glatte Zeichnungen, das ist es nicht. Es muss eine Aussage haben, eine Wendung, eine Verdichtung, die ungewöhnlich ist, dann funktioniert es. Das hat natürlich nicht jede Karikatur. Daher muss ich mich nicht von jeder Karikatur geschmeichelt fühlen, ich muss mich überhaupt nicht geschmeichelt fühlen.

Standard: Was würden Sie an sich als besonders markant erkennen?

Schüssel: Die Kunst der Karikatur ist es ja nicht, etwas wirklichkeitsgetreu wiederzugeben oder ein besonders markantes Wimmerl zum Vorschein zu bringen. Es geht darum, etwas durchschimmern zu lassen, was man nicht von vornherein sieht. Spannend ist auch die Reduktion. Schauen Sie sich die guten Karikaturen an, die haben nicht unbedingt einen besonderen Wirklichkeitsbezug, dennoch erkennt das jeder.

Standard: Sie zeichnen seit vielen Jahren auch selber, und man gesteht Ihnen durchaus Talent zu. Wird es eine Schüssel-Ausstellung geben?

Schüssel: Nein, sicher nicht. Ich habe jetzt einmal etwas für einen Charity-Zweck gemacht, das waren Tarock-Karten, das hat sich blendend verkauft. Ich bin da ein Dilettant im wahrsten Sinne des Wortes. Einer, der das genießt und gerne macht. Aber ich bin kein besonders guter Personenkarikierer. Das ist nie meine Stärke gewesen.

Standard: Wer ist Ihr Lieblingskarikaturist?

Schüssel: Da gibt es viele. Der viel zu früh verstorbene Sokol, der Pismestrovic, Oliver Schopf, der Ironimus, der schon selbst eine Legende ist und eigentlich schon so lange zeichnet, wie es die Republik gibt. Der Haderer auf seine Art, der Zehentmayr. In Österreich haben wir eine unglaubliche Dichte an guten Karikaturisten, das sind Spitzenleute.

Standard: Gibt es einen Zeichner, den Sie fürchten, von dem Sie keinesfalls porträtiert werden wollen?

Schüssel: Nein. Überhaupt nicht. Vor einer Zeichnung braucht man sich nicht fürchten.

Standard: Aber bei Deix muss man wohl auf der Hut sein, oder?

Schüssel: Deix würde ich nicht als Karikaturisten bezeichnen, der hat eine Kunstform entwickelt, die nicht so meines ist, aber die natürlich sehr eigenständig ist.

Standard: Welchen der heute aktiven Politiker halten Sie für eine Karikatur für besonders geeignet?

Schüssel: Jeden, der etwas zu bieten hat, der eine Angriffsfläche hat. Eine solche muss man sich eben leisten. Das prägt sich ein. (Michael Völker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.1.2012)

WOLFGANG SCHÜSSEL (66) war von 1995 bis 2007 ÖVP-Chef und von Februar 2000 bis Jänner 2007 Bundeskanzler, erst in einer schwarz-blauen, dann in einer schwarz-orangen Koalition. Im September 2011 legte er aufgrund der Telekom-Affäre sein Mandat zurück.

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stix
02
16.1.2012, 18:17
"Ja, ich bin oft gezeichnet worden, das ist für einen Politiker ja die silberne Nahkampfspange"

Warum verleiht sich Schüssel hier eine Nazi-Kriegsauszeichnung? Die Nahkampfspange wurde 1942 von Hitler persönlich gestiftet, anders als das viel bekanntere "Eiserne Kreuz" (das preußischen Ursprungs ist und im 3. Reich übernommen wurde) ist sie also eine genuin nationalsozialistische Kriegsauszeichnung! Schüssel vergleicht sich mit einem Wehrmachts- oder Waffen-SS-Angehörigen, der mindestens 25x im Nahkampf "das Weiße im Auge des Feindes" gesehen hat (siehe Wiki). Ist karikiert zu werden wirklich SO schlimm? Ist es vergleichbar mit brutalem Nahkampf, wo man jemandem ein Bajonett in die Brust rammt oder den Schädel mit dem Gewehrkolben einschlägt? Ich finde diesen Vergleich Schüssels außerordentlich unpassend und geschmacklos!

fusionada
00
20.1.2012, 15:16
Sie nehmen

es aber wirklich sehr ernst!

Lappe ohne Rentier
12
16.1.2012, 10:40
Kann man nicht endlich diesen Schüssel in Ruhe lassen...

...und über ihn nurmehr schweigen?

Herzelichst
Ihr Lappe

FalscherProphet
22
16.1.2012, 11:40
Meiner Meinung nach

soll dieser Österreichschädling mit Schweigegelübde
medial heimgesucht werden bis zum Ende seiner Tage.

maus 14
26
15.1.2012, 17:07

schüssel war ein fehler
und seine dritte mannschaft auch

links kritik
 
138
15.1.2012, 09:30
natürlich tut jedes schüssel interview

den linken sozialträumern weh.

der qualitätsunterschied von ihm zu gusenbauer und faymann als kanzler ist (um in der fussballsprache zu sprechen) jedoch genauso hoch wie zwischen bundesliga und gebietsliga.

alecs garwin
310
15.1.2012, 14:43
stimmt genau!

die liga der selbstbediener und korruptionsgeneigten, die mit schüssel an die macht kam, sucht bis heute ihresgleichen...

Pauli Feuerstein
21
15.1.2012, 11:33
Vollkommen richtig

der Fayman schämt sich jedesmal in den Grund, deshalb schreiben die linken Kampfblattel so viel Mist über Schüssel!

barack_attack
25
15.1.2012, 10:28
ähm unterschied

der herr altkanzler hat grad allen zeit gestohlen weil er nichts auch nur halbwegs relevantes gesagt hat. ist toll das er so ein hobby hat. wenn zur hölle soll das genau jetzt interessieren. ich finde es mangelt ihm an humanität für ne human interest story.

Wazn
1311
15.1.2012, 03:04
Schüssel war wenigstens noch ein Kanzler

jetzt haben wir einen Hampelmann, der von der Muthgasse aus betätigt wird.

FalscherProphet
44
15.1.2012, 15:35
Wolfgang Schüssel war ein Hampelmann,

den sich der Krawallmacher Jörg, sowie das schwer korrupte schwarzblaue Kabinett hielten.

Leider vergaß man bei diesem Hampelmann weitgehend,
eine gute Sprachfunktionalität sicherzustellen.

Und so schwieg er denn mechanisch und beharrlich...

Garreth
03
15.1.2012, 08:54

Ja genau das war halt noch ein Politiker, er hat schließlich den KHG eingesetzt, den besten, schönsten und intelligentesten Finanzminister den es je gegeben hat.... ;-)

Isegrim1
42
15.1.2012, 10:40

KHG hat zumindest irgendwie versucht noch ein Nulldefizit zu erreichen, das hört man heutzutage nicht mal mehr als Kampfparole.

Luky Pozzo
02
16.1.2012, 17:21

... indem er versuchte, eine persönliche Habenseite aufzubauen, die sich betragsmäßig der staatlichen Sollseite nähert.

shaki1
03
15.1.2012, 06:56
Die Frage wird sein:

Wer hat Österreich mehr geschadet?

Isegrim1
42
15.1.2012, 10:40

Sicher nicht Schüssel.

FalscherProphet
54
15.1.2012, 21:20
Wolfgang Schüssel ist jener für Österreich

schädlichste Politiker der letzten Jahrzehnte.

Und zwar mit Abstand.

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
22
15.1.2012, 06:42
Ja genau, einen der es nicht einmal bis zu einem akademischen Grad gebracht hat,

sprich seinen Wissensstand bei der Wiener Partei auf Vordermann gebracht hat.

nachtflug71
10
16.1.2012, 18:02
typisch

sogar fakten werden von den linken nach belieben verdreht. wie alles aus der schüssel zeit.

um eins richtig zu stellen:
schüssel hat sein studium mit dem doktorat beendet.
failmann - ääääh - faymann hat die handelsschule abgeschlossen. danach nix mehr.

Isegrim1
40
15.1.2012, 10:41

Er hat ein Jusstudium beendet.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
16.1.2012, 14:03
ja, vorzeitig

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
00
15.1.2012, 16:24
Ach so, das ist aber ganz neu, abgebrochen hat er,

4 Semester, der Herr.

Pauli Feuerstein
13
15.1.2012, 11:40
Schüssel schon, Faymann ist ausgebildeter Handelsschueler!!

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
11
15.1.2012, 16:25
Wie wahr, wie wahr,

der eine Poster vor Ihnen und der jetzt hinter mir, sind ohnehin nur von Laura bestellt worden, es schrieb direkt der Server der Parteizentrale....ggg.

Kritischer Freund1
02
15.1.2012, 14:25
lieber pauli, schlecht recherchiert...

...nochmals prüfen vor dem verbreiten dieses topfens

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