Gilani bat britische Regierung um Hilfe in Konflikt mit Militär
Islamabad - Der pakistanische Premier Yusuf Raza
Gilani hat laut Medienberichten britische Diplomaten in seinem Land
in "panischer" Angst vor einem Militärputsch angerufen. Das
berichtete der US-Sender ABC News am Freitag unter Berufung auf
informierte Kreise in Islamabad. Demzufolge gab oder gibt es auf höchster
pakistanischer Regierungsebene Furcht vor einer Machtergreifung der
Armee oder Schritten des Höchstgerichts, die zu einem Sturz
der Regierung führen könnten. Die politische Situation in Pakistan
galt zuletzt als sehr instabil.
Gilani hat dem Bericht zufolge den britischen Botschafter Adam
Thomson um Hilfe für seine Regierung gebeten. Es sei jedoch unklar,
ob die britische Regierung auf die Bitte eingangen sei. Die
pakistanische Regierung bat in der Vergangenheit wiederholt fremde
Regierungen, etwa die der USA und Saudi-Arabiens, um Vermittlung bei
internen Konflikten. Zuletzt gab es zunehmende Spannungen zwischen
der zivilen Regierung unter Gilani und Präsident Asif
Ali Zardari sowie der Militärführung, die in der Vergangenheit
wiederholt die Macht übernommen hatte.
Abgeordnete der Regierungsparteien brachten unterdessen am Freitag
im pakistanischen Parlament eine Resolution ein, die "volle
Zuversicht und volles Vertrauen" in die politische Führung der
Nuklearmacht Pakistan einfordert. Zardari warb bei seinen
Koalitionspartnern um Unterstützung für die Regierung. Kommende Woche
soll es eine Vertrauensabstimmung im Parlament geben, die der
Regierung in der Konfrontation mit dem Militär den Rücken stärken
soll. (APA/Reuters)