Wanderausstellung "Begegnungen": Museum wehrt sich gegen Vorab-Kritik
Paris - Mehr als ein Jahr nach dem Unfall im AKW in
Fukushima will das Pariser Museum Louvre aus Solidarität mit Japan
eine Wanderausstellung in drei Städte im Norden des Landes
organisieren, darunter auch nach Fukushima selbst. Die Vorbereitungen
für die ab Ende April geplante Schau laufen bereits. Nach Kritik an
der Ausstellung hat das Museum versichert, dass die 23
gezeigten Werke - Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Objekte
verschiedener Epochen und Herkunft - "nicht in Gefahr" seien.
Die Pläne für die Wanderausstellung "Begegnungen", die vom 27.
April bis 17. September in den Präfekturen Iwate, Miyagi und
Fukushima gezeigt wird, wurden durch einen Artikel der Fachzeitschrift "La Tribune de l'Art" bekannt.
Darin wurde die Schau als "sinnfrei" und wegen der weiten
Transportwege "für die Werke gefährlich" kritisiert. Außerdem sei sie
fragwürdig, da "zwei der drei ausgewählten Städte sich in (von
Radioaktivität, Anm.) verseuchten Gebieten befinden", hieß es in dem
Artikel mit dem Titel "Louvre immer (radio)aktiver in Japan".
"Weder die Werke, noch die Freiwilligen des Louvre, die sie
begleiten, sind gefährdet", betonte Jean-Luc Martinez, der die
Ausstellung verantwortet. Die für die Leihgaben französischer Museen
zuständige Kommission habe dem Vorhaben zugestimmt. Die vom Louvre
angeforderten Messwerte zur radioaktiven Strahlung in und rund um die
japanischen Museen seien an den ersten beiden Stationen der
Wanderschau "vollkommen normal" ausgefallen.
Auch im Museum von Fukushima, wo die Schau Ende Juli Station
machen soll, seien in den Ausstellungsräumen mit 0,06 Mikrosievert
pro Stunde die Messwerte so, wie man sie auch in einem Pariser Museum
finde. Außerhalb habe man 1,72 Mikrosievert pro Stunde gemessen,
weshalb die Transportbehälter für die Bilder erst innerhalb des
Museums geöffnet werden sollen. Bei der Ankunft werde außerdem die
Radioaktivität gemessen und die Werke in abgedichteten Vitrinen
gezeigt.
Nach dem Atomunfall waren Zehntausende der rund zwei Millionen
Bewohner der Provinz evakuiert worden. Derzeit läuft der
Wiederaufbau, die Politik hofft auf eine Rückkehr der aus der Provinz
geflohenen Bewohner. Finanziert wird die Schau von japanischen Mäzenen, der Eintritt
soll gratis bzw. sehr gering ausfallen. (APA)