"Louvre immer (radio)aktiver in Japan"

13. Jänner 2012, 14:44

Wanderausstellung "Begegnungen": Museum wehrt sich gegen Vorab-Kritik

Paris - Mehr als ein Jahr nach dem Unfall im AKW in Fukushima will das Pariser Museum Louvre aus Solidarität mit Japan eine Wanderausstellung in drei Städte im Norden des Landes organisieren, darunter auch nach Fukushima selbst. Die Vorbereitungen für die ab Ende April geplante Schau laufen bereits. Nach Kritik an der Ausstellung hat das Museum versichert, dass die 23 gezeigten Werke - Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Objekte verschiedener Epochen und Herkunft - "nicht in Gefahr" seien.

Die Pläne für die Wanderausstellung "Begegnungen", die vom 27. April bis 17. September in den Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima gezeigt wird, wurden durch einen Artikel der Fachzeitschrift "La Tribune de l'Art" bekannt. Darin wurde die Schau als "sinnfrei" und wegen der weiten Transportwege "für die Werke gefährlich" kritisiert. Außerdem sei sie fragwürdig, da "zwei der drei ausgewählten Städte sich in (von Radioaktivität, Anm.) verseuchten Gebieten befinden", hieß es in dem Artikel mit dem Titel "Louvre immer (radio)aktiver in Japan".

"Weder die Werke, noch die Freiwilligen des Louvre, die sie begleiten, sind gefährdet", betonte Jean-Luc Martinez, der die Ausstellung verantwortet. Die für die Leihgaben französischer Museen zuständige Kommission habe dem Vorhaben zugestimmt. Die vom Louvre angeforderten Messwerte zur radioaktiven Strahlung in und rund um die japanischen Museen seien an den ersten beiden Stationen der Wanderschau "vollkommen normal" ausgefallen.

Auch im Museum von Fukushima, wo die Schau Ende Juli Station machen soll, seien in den Ausstellungsräumen mit 0,06 Mikrosievert pro Stunde die Messwerte so, wie man sie auch in einem Pariser Museum finde. Außerhalb habe man 1,72 Mikrosievert pro Stunde gemessen, weshalb die Transportbehälter für die Bilder erst innerhalb des Museums geöffnet werden sollen. Bei der Ankunft werde außerdem die Radioaktivität gemessen und die Werke in abgedichteten Vitrinen gezeigt.

Nach dem Atomunfall waren Zehntausende der rund zwei Millionen Bewohner der Provinz evakuiert worden. Derzeit läuft der Wiederaufbau, die Politik hofft auf eine Rückkehr der aus der Provinz geflohenen Bewohner. Finanziert wird die Schau von japanischen Mäzenen, der Eintritt soll gratis bzw. sehr gering ausfallen. (APA)

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