ÖBB rüsten Lokführer mit Notebooks aus

13. Jänner 2012, 14:47
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Kooperation mit Microsoft - Internetsurfen an der Zugspitze während der Fahrt nicht möglich

Die ÖBB haben mit Microsoft Österreich eine strategische Kooperation geschlossen. Das Projekt "Triebfahrzeugführer Informations-Management-System" (TIM) soll die Arbeit für die Lokführer der Bundesbahnen durch Digitalisierung der Informationen vereinfachen: Statt Fahrplänen, Dienstplänen, Meldungen, Richtlinien etc. in Papier, die derzeit vom Lokführer im Rucksack in den Führerstand mitgenommen werden müssen, wird künftig in einem Notebook mit dem eigens für die ÖBB entwickelten Programm alles abrufbar sein - der "papierlose Lokführerstand" wird derart realisiert.

Persönliche Notebooks für Lokführer

Derzeit laufen Vorbereitungen, Schulungen und der Probebetrieb. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 sollen alle 4500 Lokführer mit eigenen Notebooks ausgerüstet und eingeschult sein. Ein persönliches Notebook für jeden Lokführer sei notwendig, erläuterte Projektleiter Christoph Stumpf am Freitag in Wien bei einer Demonstration in einer ÖBB-Lok vor Journalisten. Internetsurfen im Lokführerstand sei aber nicht möglich, die Lokführer blieben während der Fahrt im TIM, beruhigte er. Die Hardware-Kosten von 4,4 Mio. Euro sollen sich innerhalb von drei Jahren amortisieren.

Update

Die besonders erschütterungsresistent gebauten Notebooks werden zu Beginn jeder Zugfahrt upgedatet - über eine SIM-Card. Während der Fahrt ist dann theoretisch keine weitere Online-Verbindung nötig. Dadurch ist TIM auf allen Strecken einsetzbar. Die Applikation ist zeitgesteuert, eine GPS-Steuerung wird der nächste Schritt. Im schlimmsten Fall, also bei einem Festplatten-Crash, darf ein Lokführer ohne TIM nicht mehr weiterfahren, sondern muss sich ein neues Gerät besorgen, da die Informationen sicherheitsrelevant sind. Aber auch schon jetzt muss die Fahrt bei einem allfälligen Verlust der auf Zettel gedruckten Anweisungen unterbrochen werden, um sich die Instruktionen wieder zu holen, betonten die ÖBB-Verantwortlichen.

Einsparungen

Für ÖBB-Holding-Vorstand Franz Seiser ist TIM nur ein Teil der Modernisierungen, die derzeit gemeinsam mit Microsoft für die Bundesbahnen entwickelt werden. Auch bei rund 25.000 Arbeitsplätzen werden die IT-Prozesse modernisiert. Die frühere "zerklüftete IT-Infrastruktur" der zahlreichen ÖBB-Tochtergesellschaften werde nun seit eineinhalb Jahren gebündelt, die früher mehr als 200 Partner der Bundesbahnen im IT-Bereich werden reduziert. Die IKT GmbH mit 1200 Mitarbeitern soll bis 2016 einen Beitrag zum Konzernergebnis in Höhe von 50 Mio. Euro bringen. Alleine im vergangenen Jahr seien schon 20 Mio. Euro gespart worden, sagte Seiser. (APA)

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ÖBB

  •  Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 sollen alle 4500 Lokführer mit eigenen Notebooks ausgerüstet und eingeschult sein.
    foto: microsoft

    Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 sollen alle 4500 Lokführer mit eigenen Notebooks ausgerüstet und eingeschult sein.

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