Eurobarometer erhob Daten zum Thema "Aktives Altern" - Hälfte der österreichischen Befragten glaubt an Erhöhung des Pensionsantrittsalters
Brüssel - Die Österreicher fühlen sich im EU-Vergleich keineswegs jung. Aus einer von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am Freitag präsentierten Eurobarometer-Umfrage zum Thema "Aktives Altern" geht hervor, dass sich nur 31 Prozent der Österreicher jung fühlen. Das ist neben Deutschland mit 27 Prozent der zweitniedrigste Wert. Zypern liegt mit 58 Prozent an der Spitze, der EU-Durchschnitt liegt bei 40 Prozent.
Durschnittsalter liegt bei 40
Andor verwies darauf, dass die europäische Bevölkerung immer älter werde. Das Durchschnittsalter betrage heute 40 Jahre, 2060 werde es bei 47 Jahren liegen. Die Zahl der über 65-Jährigen werde sich von 16 auf gut 30 Prozent fast verdoppeln. Das Leben für Ältere werde sich verschlechtern, es gebe andererseits größere Lasten für die jüngeren Generationen. "Aber ich glaube nicht, dass wir uns vor der Zukunft fürchten müssen, vor dem demografischen Wandel." Wesentlich sei, die Gesundheit zu verbessern und mehr Möglichkeiten am Arbeitsmarkt für Ältere zu schaffen.
Laut Eurobarometer-Umfrage sind sich 71 Prozent der Europäer im Klaren darüber, dass die Bevölkerung immer älter wird. Aber nur 42 Prozent finden diese Entwicklung besorgniserregend. Mehr als 60 Prozent sind der Ansicht, man sollte auch nach Erreichen des Pensionsalters weiterarbeiten dürfen.
Österreicher wollen nicht länger arbeiten
33 Prozent der Befragten erklärten, selbst gerne länger erwerbstätig sein zu wollen. Die Österreicher liegen mit 25 Prozent klar darunter. Spitzenreiter ist Dänemark mit 57 Prozent, am letzten Platz rangiert Slowenien mit 16 Prozent.
65 Prozent der Europäer können sich vorstellen, statt einer Vollpension eine Teilpension kombiniert mit einem Teilzeitjob zu haben. Die Österreicher liegen hier mit einer Zustimmung von 67 Prozent knapp über dem EU-Durchschnitt. Die Schweden sind zu 90 Prozent dafür, die Griechen nur zu 28 Prozent.
Ab 63 Jahren ist man alt
Die Umfrage zeigt, dass sich die Definitionen von "jung" und "alt" in den einzelnen Ländern erheblich unterscheiden. In Malta, Portugal und Schweden gelten Menschen unter 37 Jahren als jung, in Österreich bis zu 39,9 Jahren, in Zypern und Griechenland dagegen Menschen bis zum 50. Lebensjahr. Im Durchschnitt sind die Europäer der Meinung, dass man etwa ab dem 64. Lebensjahr als alt und bis zum Alter von 41,8 Jahren als jung gilt.
Die Österreicher glauben mit 26 Prozent am stärksten daran, dass in 30 Jahren die Lebenserwartung sehr viel höher sein wird als heute. Dahinter folgen Briten (23 Prozent) und Spanier (22). Der EU-Durchschnitt liegt bei 15 Prozent, Schlusslicht sind die Bulgaren mit nur einem Prozent.
Österreicher glauben, bis 62 arbeiten zu müssen
Bei der Frage nach dem Verbleib im derzeitigen Job liegt Österreich mit 62,0 Jahren an elfter Stelle in der EU. Die Schweden gehen davon aus, bis 64,4 Jahren an ihrem Arbeitsplatz zu bleiben, der EU-Durchschnitt liegt bei 61,7 Jahren, an letzter Stelle liegen die Maltesen mit 57,3 Jahren.
Auf Platz drei liegen die Österreicher bei der Frage, ob Frauen wegen der höheren Lebenserwartung auch später in Pension gehen sollten. Nach den Italienern (25 Prozent) und den Portugiesen (21) liegen Österreicher und Ungarn mit je 18 Prozent gleichauf. Der EU-Durchschnitt beträgt hier 13 Prozent. Schlusslicht sind wiederum die Maltesen, wo nur zwei Prozent dieser Ansicht sind.
Hälfte fordert Erhöhung des Antrittsalters
Während im EU-Durchschnitt nur 33 Prozent der Befragten glauben, dass das Pensionsantrittsalter bis 2030 steigen soll, bejahen das 49 Prozent der Österreicher. Spitzenreiter ist Dänemark mit 58 Prozent, am letzten Platz liegt Rumänien mit sieben Prozent. (APA)