Die US-Großbank konnte die Erwartungen der Analysten erfüllen, der Gewinn im vierten Quartal lag bei 3,7 Milliarden Dollar
New York - Die US-Großbank JPMorgan hat wegen der Schuldenkrise einen deutlichen
Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Für das vierte Quartal gab das US-Institut
einen Nettogewinn von 3,7 Milliarden Dollar bekannt, 23 Prozent weniger als im
Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis von 0,90 Dollar je Aktie lag dabei im Rahmen der
Analysten-Erwartungen. Die Einnahmen summierten sich auf 22,2 Milliarden Dollar.
Anleger waren mit dem Zahlenwerk jedoch offenbar nicht ganz zufrieden: Die JPMorgan-Aktie verlor vorbörslich knapp drei Prozent.
Die Bilanz von JPMorgan wurde am Finanzmarkt
mit besonderer Spannung erwartet, weil das Institut als erste große US-Bank
Zahlen für das vierte Quartal vorlegte. Konzernchef Jamie Dimon sprach von einer
verbesserten Kreditnachfrage als Folge einer positiveren Entwicklung der
US-Konjunktur.
Trotz des Kursrückgangs bewerteten Branchenexperten die Geschäftszahlen in
ersten Reaktionen überwiegend positiv. Dass dem Sektor derzeit ein starker
Gegenwind entgegenweht, der vor allem das Investmentbanking belaste, sei bereits
im Vorfeld klar gewesen, hieß es. "Die Ergebnisse von JPMorgan lassen trotz eines Rückgangs beim
Markt-bezogenen Gewinn Gutes für die Branche erahnen", sagte Anthony Polini von
Raymond James & Associates. Gary Townsend von Hill-Townsend Capital wies
darauf hin, dass sich Bank-Aktien bereits seit Oktober in Erwartung einer
Entspannung der Lage verbessert hätten. Deshalb seien die Erwartungen für die
Bilanz von JPMorgan auch entsprechend hoch
gewesen, hieß es. (Reuters)