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Medienbehörde verurteilt ORF-Redakteur: Mit Breivik-Mail ORF-Gesetz verletzt

13. Jänner 2012, 14:02

"Tatsachengerechte Information zulasten einer subjektiven Wertung unterdrückt": Robert Ziegler griff "unzulässig in Freiheit journalistischer Mitarbeiter ein", entschied KommAustria - Beschwerde von "Religion ist Privatsache" stattgegeben

Die Medienbehörde KommAustria hat der Initiative "Religion ist Privatsache" nach Informationen des STANDARD in einem Punkt recht gegeben: Robert Ziegler, stellvertretender Chefredakteur des ORF Niederösterreich und neuerdings Bundesländer-Koordinator in der ORF-Zentrale, hat das ORF-Gesetz verletzt, indem er die Mitarbeiter per Rundmail aufforderte, den norwegischen Attentäter Anders Breivik nicht als "christlichen Fundamentalisten" zu bezeichnen, sondern als "religiösen Fanatiker" oder vor allem als "Rechtsextremisten". Mit dieser Anweisung habe Ziegler die vom ORF-Gesetz "gewährleistete Freiheit der journalistischen Berufsausübung verletzt", entschied die Behörde. Der Bescheid liegt dem STANDARD vor. 

"Im Widerspruch zu kritischer Auseinandersetzung"

Wörtlich stellt die Medienbehörde fest,

  • "es liegt eine inhaltliche Einflussnahme vor, die darauf gerichtet ist, den Informationsgehalt einer Nachricht zu verändern".
  • Ziegler habe versucht, "eine religiöse Einordnung durch eine politische zu ersetzen, was im Widerspruch zu einer konstruktiven, kritischen Auseinandersetzung steht".
  • Zieglers Weisung sei "eine ,verpönte Intervention' - was dem Wortlaut ensprechend nichts anderes bedeutet als ein nach dem Gesetz unzulässiger Eingriff".
  • Mit dieser Intervention "sollte eine objektiv tatsachengerechte Information zulasten einer anderen subjektiven Wertung unterdrückt werden".
  • "Damit hat Robert Ziegler die ihm als Chefredakteur* obliegende Rahmenweisungskompetenz überschritten und unzulässig in die Freiheit der journalistischen Mitarbeiter hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung der Beiträge eingegriffen".

Abgewiesen hat die Behörde die Vorwürfe der Initiative, Ziegler habe mit der Anweisung das Objektivitätsgebot und die Verpflichtung der Mitarbeiter zu Wahrheit, Unabhängigkeit und Objektivität verletzt. Der ORF muss den Bescheid auch nicht veröffentlichen.

Die Initiative verkündete nach der Entscheidung, Ziegler sei als Mitglied des Stiftungsrats "nicht weiter tragbar". Seine Funktion als stellvertretender Chefredakteur in Niederösterreich "sollte ebenfalls hinterfragt werden".

Der ORF und die Initiative können bis Ende Jänner gegen den Bescheid der Medienbehörde beim Bundeskommunikationssenat berufen. (red)

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17 Postings
Rüttler
00
Sturm im Wasserglas

wieso auch nicht
21
15.1.2012, 14:48

Breivik als christlichen Fundamentalisten zu bezeichnen ist auch falsch, das war er nämlich nicht.

neeeed
00
16.1.2012, 13:28

dann definieren sie mal bitte "christlicher fundamentalist" und parallel dazu gleich auch "islamischer fundamentalist"
beide GLAUBEN zu wissen was für ihre religion gut ist und wer die gegner ihrer religion sind und handeln dann im sinne von "ich kämpfe gegen die gegner meiner religion"

super Typ
00
15.1.2012, 17:46
Wenn "christlich" falsch ist, dann ist die von Ziegler geforderte Bezeichnung "religiös" auch nicht zutreffender..

Die Begriffe sind aber auch nicht so klar. Für Breivik gibt es ja auch christliche Atheisten und das ist gar nicht so absurd.
Religiöser Fundamentalismus drückt sich nämlich im Allgemeinen gar nicht in besonderer Frömmigkeit aus, sondern in dem konservativen Streben bestimmte "Werte" zu erhalten. Wir haben es hier mit einer religiosität zu tun, die wenig oder gar nichts mit Frömmigkeit und individueller Gotteserfahrung zu tun hat, sondern zu Traditionen, die als kulturelle Werte wahrgenommen werden, geronnen ist. Deshalb halte ich es nicht für falsch, Breivik als christlichen Fundamentalisten zu bezeichnen, auch wenn er sich selbst als nicht besonders religiös beschreibt.

Bluestone
13
15.1.2012, 09:15

Das Verfälschen von Nachrichten ist beim ORF kein Einzelfall.
Da ist es scheinbar auch ganz normal, mit bezahlten Darstellern auf Wahlveranstaltungen zu reisen, um dort für Stimmung zu sorgen.

super Typ
10
15.1.2012, 17:48

Da wurde weder verfälscht noch für Stimmung gesorgt.

Pauli Feuerstein
01
14.1.2012, 12:49
Man kann ihn nur mehr

DeecksORF nennen!

##V+##
01
14.1.2012, 10:36
Auch irgendwie typisch Österreich: Pelinkas Ernennung sorgt für einen massiven Shitstorm all over the Place - berechtigerweise!

Andererseits: Typen wie dieser Ziegler, die bereits an Schaltzentralen sitzen und Unheil anrichten können, regen kaum jemanden auf.

der schwitzbär der schwitzt sehr
13
14.1.2012, 04:50
Ziegler sollte hochkant zurücktreten

Schweinerei, dreckige, jawohl.

Erwin Wolfram
00
14.1.2012, 02:14
...

WOW eine Behoerde zieht vor! Darf man nur ganz ganz selten sehen und faellt meist in sich zusammen ist aber immer eine Freude, weil es so selten ist zB kann man anzeigen, dass der ORF heute die Gefahr fuer den Euro nicht korrekt dargestellt hat, weil die SPOE das nicht mag...

Stifter
01
13.1.2012, 23:45

Sehr gut! Ein Verletzer des Rundfunkgesetzes wird auf einen leitenden Posten gehievt!

Erasmus_01
03
13.1.2012, 17:19

Aber als braver Wrabetz-Wähler wurde er jüngst befördert. Zum kotzen.

Toems
 
41
13.1.2012, 16:43

Und was ist so schlimm daran, Breivik als religiösen Fanatiker zu bezeichnen und nicht als "christlichen Fundamentalisten", was ja bei Gott eine Untertreibung im wörtlichen Sinn ist? Ich kann die Problematik nicht nachvollziehen...

Neza
00
14.1.2012, 20:58

weil alles was christlich ist in Österreich nur als gut bezeichnet werden darf

byron sully
00
14.1.2012, 15:34

es geht darum, daß diese formulierung von oben diktiert wurde. das ist in etwa so, wie wenn man bei al kaida das wort "islamistisch" nicht verwenden dürfte.

OGHaha
02
13.1.2012, 19:45
Ganz einfach: "indem er die Mitarbeiter per Rundmail aufforderte".

Problematik klar?

Odoakker Hurgga
012
13.1.2012, 14:31
Der Mann..

..... wurde grad jüngst befördert. Er soll jetzt die Bundesländerberichte im ORF koordinieren. Eine neue, extra für ihn geschaffene Funktion. Sitzt dann im ORF in Wien. Hat als Stiftungsrat Wrabetz gewählt und soll jetzt nach Wunsch Wrabetz die höchste Gehaltsgruppe des Unternehmens erklimmen. Betriebsrat. Teil der schwarzen Hälfte des exakt austarierten Parteienbeschenkungspakets im ORF.

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