Opposition und Deserteure wollen zusammenarbeiten

13. Jänner 2012, 15:08

Tote nach Freitagsgebet - Tod eines französischen Journalisten wird untersucht

Istanbul - Der syrische Übergangsrat und die Armee der Deserteure wollen künftig Hand in Hand arbeiten, um das Regime von Präsident Bashar al-Assad zu stürzen. Dabei setzen sie vor allem auf Strategien, um weitere Soldaten zur Fahnenflucht zu bewegen. Der Syrische Nationalrat (SNC) teilte am Freitag mit, sein Vorsitzender Burhan Ghalioun habe am Donnerstag den Kommandanten der sogenannten Freien Syrischen Armee, Oberst Riad al-Asaad, getroffen, der seine Truppe von der Türkei aus befehligt.

Die Organisatoren der seit März andauernden Massenproteste in Syrien haben für diesen Freitag zu Kundgebungen unter dem Motto "Unterstützt die Freie Syrische Armee" aufgerufen.

Mehr als ein Jahr für Assads Sturz

Die syrischen Rebellen könnten für den Sturz von Assad nach Einschätzung eines desertierten Generals mehr als ein Jahr benötigen. Zwar seien bereits bis zu 20.000 Soldaten desertiert, sagte Mostafa Ahmad al-Sheikh der Nachrichtenagentur Reuters. Doch Assad werde in der Armee von der Volksgruppe der Alawiten gestützt, die gut ausgebildet und ausgerüstet seien. Deswegen werde der Aufstand wohl länger als in Libyen, Ägypten und Tunesien dauern. Zwar schwächten die Fahnenflüchtigen die Streitkräfte. Die meisten Deserteure kämpften aber nicht gegen Assads Truppen, sondern wollten vor allem der Geheimpolizei entkommen, sagte Al-Sheikh in einem Telefoninterview von der türkischen Provinz Idlib aus.

Nach Schätzung des früheren Generals verfügen die syrischen Streitkräfte über 280.000 Soldaten, darunter Rekruten. 25.000 bis 30.000 kämpfende Deserteure mit leichten Waffen und Panzerfäusten reichten aus, um die Armee in ein bis eineinhalb Jahren zu besiegen. Obwohl die Soldaten streng beaufsichtigt würden und ihre Familien bei Fahnenflucht mit Repressalien rechnen müssten, gebe es immer wieder Deserteure, sagte Al-Sheikh. Die meisten von ihnen seien Angehörige der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit. Assad ist Alawit.

Tod eines französischen Journalisten

Unterdessen hat der Fernsehsender France Télévisions nach dem Tod des französischen Journalisten Gilles Jacquier in Syrien die Rolle der Armee bei dem Angriff in Frage gestellt. "Es gibt beunruhigende Dinge", sagte Informationsdirektor Thierry Thuillier am Freitag der Nachrichtenagentur AFP zum Verhalten der Soldaten, die die Journalisten begleiteten. Die Staatsanwaltschaft Paris nahm Vorermittlungen wegen eines möglichen Tötungsdelikts auf.

Die Soldaten hätten die Gruppe der Journalisten, die zusammen mit Jacquier in der syrischen Stadt Homs recherchierte, zunächst eskortiert, berichtete Thuillier. Doch als die ersten Granaten fielen, hätten sich plötzlich alle Bewacher zurückgezogen und die Reporter inmitten von Zivilisten alleingelassen. Die regierungsfreundlichen Demonstranten, die die Journalisten interviewten, hätten die Reporter jedes Mal geradewegs zu den Stellen gebracht, wo die Granaten einschlugen. "Warum ist das passiert?", fragte Thuillier.

Die Leiche des 43-Jährigen Jacquier, der seit Jahren als Kriegsreporter arbeitete, sollte am Freitag in Frankreich untersucht werden. Jacquier war am Mittwoch als erster ausländischer Journalist seit Beginn des Aufstands in Syrien vor zehn Monaten getötet worden.

Tote nach Freitagsgebet

In Syrien hat es nach dem Freitagsgebet erneut blutige Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen gegeben. Wie Aktivisten der Nachrichtenagentur dpa im Libanon sagten, wurde in mehreren Protesthochburgen von Sicherheitskräften das Feuer auf Demonstrationen eröffnet. Dabei kamen den Angaben nach in den Provinzen Homs und Hama mindestens sieben Menschen ums Leben.

Frankreichs Justiz hat unterdessen eine Autopsie der am Donnerstag aus Syrien in Paris eingetroffenen Leiche des Journalisten Gilles Jacquier angeordnet und Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung aufgenommen. Der Franzose war am Mittwoch bei einem Mörserangriff in Homs getötet worden, als er in Begleitung staatlicher Aufpasser ein Viertel von Anhängern des Präsidenten Bashar al-Assad besucht hatte.

Die syrischen Behörden machten "bewaffnete Terroristen" für den Angriff verantwortlich. Die Oppositionsbewegung versicherte, dass der Journalist nicht bei einem Angriff von Deserteuren aus der syrischen Armee ums Leben gekommen sei.

Die Proteste gegen Assad begannen im März 2011 friedlich, schlugen dann aber in Kämpfe zwischen den Streitkräften und Oppositionellen um. Assad macht vom Ausland gesteuerte Islamisten für die Gewalt verantwortlich. Die Arabische Liga warnte zuletzt vor einem Bürgerkrieg. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in dem Konflikt mehr als 5000 Menschen getötet worden. (APA)

Kommentar posten
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1 2
Josef Mayer4
61
14.1.2012, 10:55
oftmals werden...

... so genannte "terroristen", "aktivisten" genannt - und umgekehrt natürlich auch. dabei kommt es scheinbar darauf an aus welcher politischen himmelsrichtung das betrachtet wird.

und weil wir grad dabei sind: warum haben eigentlich unsere südtirol-terroristen ääääh sorry -aktivisten nie einen schönen, dicken, fetten orden erhalten?

Josef Mayer4
00
15.1.2012, 12:50
herrlich....

... wie weit das bogenspannen im standard gewünscht ist, sofern man ihn nicht bis vor die eigene haustüre spannt *hihihi*
BITTE NOCH EIN PAAR ROTE STRICHERL!!!

supermike
97
14.1.2012, 07:39
Die syrischen Rebellen könnten für den Sturz von Assad nach Einschätzung eines desertierten Generals mehr als ein Jahr benötigen.

Träumer.
Aber solange keine fremde Macht eingreift wirds wenigstens ein fairer Bürgerkrieg.

In Österreich ist sowas zum Glück dank § 278b StGB nicht möglich. Solche Oppositionellen würden ratz fatz im Knast landen.

Eine terroristische Vereinigung ist ein auf längere Zeit angelegter Zusammenschluss von mehr als zwei Personen, der darauf ausgerichtet ist, dass von einem oder mehreren Mitgliedern dieser Vereinigung eine oder mehrere terroristische Straftaten (§ 278c) ausgeführt werden oder Terrorismusfinanzierung (§ 278d) betrieben wird.

notsostandard
30
14.1.2012, 04:08
Wie bei dem Fall Hariri......

man muss sich die einfache frage stellen:" wem ist es zum vorteil" ?
Alles andere sind spekulationen der jeweiligen propagandisten und befuerworter der aktion.
So war's von Iran-Irak-Afghanistan-Libya ect.,und jetzt eben syria .
Die zahl dieser faelle sind endlos und beschrieben als machtpolitik.Geht es um oel , wasser, minerals, drogen,nahrungsmittel oder einfach um das ego das Ich "wir die besseren".
"Ones humans had their god ,wars became inevitable and even just? "
Man betet noch heute vor einem angriff.
So ne art zirkus ,die musik der akt und die glory.

jolo -
00
15.1.2012, 07:50

Nur so aus Neugier: haben sie keine Umlaute auf ihrer Tastatur ?

Red Core
73
14.1.2012, 01:44

die einzige partei die dort auf die menschen schießt ist die opposition die hilfe von NATO/USA erhält um die terroristen und die sogenannten deserteure mit waffen versorgt. russland hingegen unterstützt assad gegen die terroristen und es sind dort genug journalisten vor ort die wirklich die wahrheit berichten.

Killer Bunny
01
15.1.2012, 06:22

Vor langer Zeit ist so ein Fideler und seine 78 Kollegen auf einer Insel in der Karibik gelandet. Dort begann er dann mit gezielten bewaffneten Angriffen auf die "Staatsmacht". Ein Terrorist, oder?

Quiche
30
13.1.2012, 21:57
Und wieder einmal Todenhöfer....

Radiointerview mit Jürgen Todenhöfer

http://www.dradio.de/dkultur/s... t/1651089/

Quiche
10
13.1.2012, 21:48
Wie kann man sowas fälschen?

Gibt es eigentlich bereits die Möglichkeit, Schnitte in Kameraschwenks umzuwandeln?

Assads Mob in Aktion.

http://www.youtube.com/watch?v=cwvDKKbUz2Y

gustl
 
03
14.1.2012, 10:01
Was soll daran gefälscht sein?

Dem Herrn Assad stehen eine Mehrheit der Alewiten (oder zumindest eine große Minderheit) zur Verfügung.

Und das was man auf diesem Film sieht sind gerade einmal 100000 Leute, wen sie will, krigt bei uns jede größere Parte soviele Leute auf den Heldenplatz, vor allem wenn man diesen Leuten glauben macht, ihr Einkommen würde geviertelt wenn sie nicht kommen.

Def_izit
61
13.1.2012, 23:52
Honzo BTW: my ghost-ship is true - intels faked

Human factor
68
13.1.2012, 21:38

Mit der Übersetzung erscheint ihr kleines Youtube Video auch in einem ganz anderen Licht.

Ich hätte gerne Erklärung für ihre bewusste Falschinformation.

Honzo1122
61
14.1.2012, 08:51

Welche bewusste Falschinformation???
Was SEHEN sie auf dem Video und was steht in der Beschreibung???

Human factor
66
13.1.2012, 21:09

Wenn ich mir die Überschrift übersetzen lasse komme folgendes dabei Raus.

Damaskus Nachbarschaft Mazza - Aufnahmen direkt auf die Demonstranten - 13/01/2012

Da steht nichts von Mob des Assad.

Verstehen sie jetzt was ich meine?

mr. sushi
04
13.1.2012, 21:56

Da steht "Damaskus Bezirk Mazza - Sofortiges Eröffnen des Feuers auf die Demonstranten".

Freud'scher Übersetzungsfehler ?

egal9
02
13.1.2012, 22:38

Das liegt am Google-Übersetzer.

Das Arabische übersetzt er in das englische "Shootings at". Gemeint ist tatsächlich Schusswaffengebrauch.

Vom Englischen ins Deutsche wird aber aus "Shooting" "Aufnahmen".

Da kann weder Freud was für, noch Human factor.

Das sind die Schwächen der Google-Übersetzung.

Human factor
57
13.1.2012, 20:58
Der Mob des Assad

Sagen sie und das Video soll es Beweisen?

Honzo1122
133
13.1.2012, 18:42

Ich habe noch nie davon gelesen,
dass eine Pro Assad Demo mit Granaten von der Opposition angegriffen worden ist. Es wäre das erste Mal.
Absoluter Schmarren, den Sie sich da zusammenreimen.
Inszenierung für die Journalisten.

Human factor
910
13.1.2012, 19:09

Ich hab noch nicht gesehen das sie hier agitiert haben.

http://derstandard.at/r5241/Bahrain

egal9
510
13.1.2012, 19:46

Gehört halt nicht zu seinem "Job"

Hauptsache schnell rotstricheln. Zu Jemen oder Saudi Arabien ist von diesen Vorkämpfern "für Demokratie" ja auch nichts zu lesen.

Alleine daran erkennt man, dass es diesen Personen nicht um Menschenrechte oder Demokratie geht, sondern um eine politische Agenda, die ganz im Sinne von ganz und gar nicht demokratischen Staaten ist.

Honzo1122
102
13.1.2012, 21:05
Gehört halt nicht zu seinem "Job"

Stimmt ganz genau. Es ist nicht mein Job, irgendwelche Kommentare in diesem Forum zu schreiben.
Ob und wo ich Kommentare hinterlasse, ist meine persönliche und private Entscheidung.

egal9
55
13.1.2012, 21:08

Jetzt müssen Sie nur noch erzählen, warum Sie sich ausschließlich zu den NATO-Feinden Syrien und Libyen engagieren und die NATO-Freunde Bahrain und Saudi-Arabien komplett ignorieren.

Honzo1122
61
14.1.2012, 08:57

Wer sagt denn, dass ich Bahrein und Saudi Arabien völlig ignoriere?
Ich kommentiere es derzeit nicht.
Ich folge aber sehr wohl auf Twitter Personen, die aus Bahrein und Saudi Arabien berichten.
Ich kommentiere vieles nicht, zb Iran.
Ich konzentriere mich jetzt auf Syrien.

egal9
68
13.1.2012, 18:55

"Ich habe noch nie davon gelesen,"

Als wenn es danach gehen würde..

"Es wäre das erste Mal. "

Sie sind ja ein Genie! Es gibt für jedes Ereignis ein erstes Mal. Grandiose Erkenntnis!

"Inszenierung für die Journalisten."
Ja, wer killt nicht 6-8 eigene Leute, um irgendwelchen unwichtigen Journalisten was zu beweisen...

Was würden wir nur ohne Sie machen, oh großer Honzo

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