Rom - Neben den Fusionsplänen mit Chrysler denkt der
italienische Autobauer Fiat auch an weitere Zusammenschlüsse. Nach
Angaben des Fiat-Chefs Sergio Marchionne könnte der Turiner Autobauer
bis 2013 eine Allianz mit einem europäischen Autobauer eingehen. "Wir
könnten einen dritten Partner suchen", wurde Marchionne von der
römischen Tageszeitung "La Repubblica" zitiert. Marchionne bestritt
jedoch ein Interesse für Opel und Peugeot.
Marchionne denkt an eine Allianz nach Modell der Partnerschaft mit
Ford in Polen. Dank der gemeinsamen Plattform, die beide Unternehmen
aufgebaut haben, werden in Polen der Fiat 500 und Ford Ka produziert.
Mit industriellen Allianzen will Marchionne die Gefahr eines
Produktionsüberschusses abwenden.
Marchionne bangt wegen der sinkenden Zahl von abgesetzten Autos
auf dem Heimmarkt Italien. "Wenn sich die Lage so weiterentwickelt,
werden wir in Italien pro Jahr nur noch 1,7 Millionen Autos
verkaufen, das ist das Niveau des Jahres 1985", klagte Marchionne.
Fiats Firmensitz werde wahrscheinlich auch nach der Fusion mit dem
Partner Chrysler in Turin bleiben. Gerüchte über eine Verlegung des
Sitzes nach Detroit hatten zuletzt Italiens Gewerkschaften in Alarm
versetzt. Die Italiener halten mittlerweile 58,5 Prozent an Chrysler. (APA)