Studie an FH Joanneum

Jugendliche zeigen eklatante Lücken im Wissen über Medien

13. Jänner 2012, 13:06

Auch einschlägig Interessierte wenig vertraut mit Medienlandschaft, Fachbegriffen und Akteuren

Eklatante Wissenslücken zeigt eine an der FH Joanneum in Graz erstellte Studie über das Medienwissen österreichischer Jugendlicher auf. "Jugendliche nutzen Medien unterschiedlichster Art, ohne jedoch zu reflektieren, wer oder was dahintersteckt", resümiert der Leiter des Studiengangs "Journalismus und Public Relations", Heinz M. Fischer. So wusste z.B. nur jeder Fünfte, wer Alexander Wrabetz ist, den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, konnte nicht einmal die Hälfte der Befragten richtig einordnen. 

Auf ihr Medienwissen getestet wurden im Sommer 2011 insgesamt 175 Bewerberinnen und Bewerber für den Grazer Studiengang aus ganz Österreich, mit deutlichem Frauenüberhang. Gegenüber einer vergleichbaren Erhebung von 2005 haben die Kenntnisse massiv abgenommen, so Fischer und Projektleiter Heinz P. Wassermann. Auffallend sei auch das signifikant schlechter ausgeprägte Medienwissen der weiblichen Probanden. Erkennbar wird das etwa bei der Frage nach dem Unterschied zwischen den Sendern 3sat und sat1. Während 75 Prozent der männlichen Befragten über den Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Sender Bescheid wussten, waren es bei den Frauen nur 50 Prozent. 

Bei Abkürzungen hapert es

Schon bei den Abkürzungen hapert es: Nur jeder vierte Befragte wusste mit ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) was anzufangen, nur etwa die Hälfte konnten die Kürzel SMS (Short Message Service) und APA (Austria Presse Agentur) richtig deuten. Im Argen auch die mediengeschichtliche Kompetenz der Interessierten am Grazer Journalismus- und PR-Studiengang: Bei der Frage nach dem Bestehen von Radio, Fernsehen sowie des Radiosenders fm4 und von ORF.on lagen weit über die Hälfte mit ihren Antworten falsch. Ein wöchentlich erscheinendes österreichisches Nachrichtenmagazin konnten 55 Prozent nennen, ein deutsches nur 31 Prozent. Bei den abgefragten Fachbegriffen waren nur bei "Recherche" und "weblog" gegenüber 2005 Zuwächse zu verzeichnen. 

"Die kritische Analyse, Reflexion und Vermittlung von Hintergrundwissen über Medien wird in den Schulen offensichtlich stark vernachlässigt. Obwohl Medienkompetenz im Grundsatzerlass für Medienerziehung des Unterrichtsministeriums festgeschrieben steht, werden diese Inhalte im Unterricht augenscheinlich nicht oder nicht ausreichend thematisiert", so die Schlussfolgerung von Studiengangsleiter Fischer. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 54
1 2
Eyni
 
00
15.1.2012, 20:00

zu wissen, wer hinter welchem medium steht bzw wie zumindestens die deutschsprachige medienlandschaft zusammengesetzt ist, ist natürlich eine essentielle kenntnis, wenn es um die kritische zuordnung und bewertung von informationen geht.
dass gerade berwerberInnen für einen journalismus-studiengang dabei große lücken aufweisen ist ein armutszeugnis.

für einen wirklich eigenständig-kritischen umgang mit den omnipräsenten medien braucht es aber sicher mehr, als das aufzählenkönnen von fernsehsendern, medien-vips und magazinen!

chrilly donninger1
40
15.1.2012, 17:05
Es wird einerseits gejammert, dass für die Unis

kein Geld da ist. Was ja stimmt.
Aber ich kenn zahlreiche Studien mit hohen Hörerzahlen die minimalen bis keinen wissenschaftlichen oder volkswirtschaftlichen Wert haben. Das wäre eins davon.
Es werden auch im Moment zum Saufüttern Ernährungswissenschaftlerinnen ausgebildet. Meine Nichte studiert das. Ich habe noch nicht herausgefunden, was die eigentlich lernen. Von allem was ein bisserl aber eigentlich nix.
Und vor allem: Was machen die alle einmal?
Ist dann vielleicht die Gesellschaft bösze weil es keine Nachfrage nach diesem unnützen Zeugs gibt?

Das sind in meinen Augen alles Studien für Leute die nicht wissen was sie wollen und die auch zu deppert für ein klassisches Studium sind.

Spucks
01
15.1.2012, 17:52
"ch habe noch nicht herausgefunden, was die eigentlich lernen."

Also die Sinnhaftigkeit eines Studiums ergibt sich aus Ihrem Wissen über den Lerninhalt?

Hier wird Ihnen übrigens geholfen:
http://www.univie.ac.at/nutrition... _MA162.pdf

a rebours
 
01
15.1.2012, 17:30
Blickt demütig auf Chrillys hohes Ross...

Die Ernährungswissenschaftler werden noch mal unser Gesundheitssystem retten, wetten? Prävention heißt das dann wohl! :-)

Studierte Journalisten oder PR-Berater sollte man nicht nach wissenschaftlichem oder volkswirtschaftlichem Wert messen, sondern nach ihrem Nutzen für die Gesellschaft. Demokratie und so. Meinungsfreiheit usw. Sie wissen schon...

chrilly donninger1
00
15.1.2012, 17:42
Die können im 2ten Studienabschnitt

nicht die simple Frage beantworten:
Darf man mit Gicht Eier essen?

noxund klachl
00
15.1.2012, 18:53
Ah so? Weil Ihre Nichte nix kann, können also "die alle" nix?

Soll ja auch Jus-Studierende im 2. Abschnitt geben, die daheim mit Ally McBeal Videos Kreuzverhöre trainieren. Und soll ja auch Onkel/Tanten geben, die Neffen/Nichten qualifikationsfrei wo unterbringen können.
Gehe mal davon aus, dass das auch in Ihrem Ausbildungs-/Berufszweig schon vorgekommen ist.

Vielleicht gibt's ja auch andere Gründe, warum Ihnen Ihre Nichte die Frage nicht beantworten will..

a rebours
 
00
15.1.2012, 17:54

Oje :-(. Ich wünsch Ihnen da gute Besserung. Boah, was haben Sie denn studiert, dass Gicht im 2ten Studienabschnitt ein Thema ist?

a rebours
 
00
15.1.2012, 17:55

Achsoooo, die Ernährungswissenschaftler... Ich Depp steh auf der Leitung...

der gärtner
00
15.1.2012, 15:45

junge burschen tun eben mehr fernsehen

und die motivation der frauen ein klassich frauentypisches studium wie medien-, kommunikation und journalismuskram zu studieren ist
oft sehr undurchdacht und stereotyp:

das machen was andere mädchen auch tun
was mit medien
was mit menschen
was nicht zu schwer ist und nix mit technik oder naturwisenschaft zu tun hat

(die wollen alle so einen job wie carrie bradshaw oder beate hausbichler)

V. S.
11
15.1.2012, 13:36
Dass eine Presseagentur der deutschen Sprache unmächtig ist,

ist genauso erschreckend.

>weibliche Probanden

gibt's nicht!

Spucks
52
14.1.2012, 21:37

Ist ja auch wirklich unglaublich wichtig über Fernsehsender Bescheid zu wissen.

Di Fazz
08
15.1.2012, 12:45

Ja, ist es. Vor allem wenn man "Journalismus und Public Relations" studieren will.
Aber auch ohne in diesem Bereich arbeiten zu wollen ist dieses Wissen wichtig - weil sich ein großer Teil der Menschen sein Wissen wiederum aus diesen Quellen besorgt.

Spucks
11
15.1.2012, 17:48

In Journalismus gibt es viele Bereiche, wozu muss da jeder über Fernsehsender Bescheid wissen? Vor Allen handelt es sich dabei ja nicht um Journalisten, sondern um Jugendliche, die sich für den Studiengang interessieren. Was ist das bitte für eine eklatante Wissenslücke, wenn die nicht wissen, welcher deutsche Fernsehsender privat und welcher öffentlich ist, oder seit wann es ORF gibt?
Hätten die alle Fragen mit Fernsehbezug richtig beantwortet, hätte es wohl einen jammernden Artikel darüber gegeben, dass die Jugend zu fernsehfixiert ist.

V. S.
01
15.1.2012, 13:37
Schliesse mich an.

readymate
12
14.1.2012, 17:38
Alexander Wrabetz

nicht zu kennen, würde ich denn doch eher als verschmerzbare Wissenslücke ansehen...!

.

Di Fazz
11
15.1.2012, 13:02

Ja, mit der Einstellung "eh ois wuascht, oida" ist diese Lücke sicherlich verschmerzbar.

so what1
02
14.1.2012, 11:38
durch und durch deprimierend.

O5
28
14.1.2012, 11:05

Deshalb sind die Österreicher auch so leicht manipulierbar, v.a. von Ausländerhassern. Ahnungslosigkeit macht es diesen Typen leicht.

ichbinsofrei.net
13
14.1.2012, 10:55
Habe erhebliche Zweifel,

dass reines Aufsagen von Daten - seit wann gibt's den ORF - was mit Medienkompetenz zu tun hat. Medienkompetenz ist nicht leicht zu operationalisieren, aber es gibt mittlerweile halbwegs akzeptable Versuche. Wesentlich wichtiger als das Wissen um den Zeitpunkt der Gründung der RAVAG od. den Namen des ORF-Generals wäre mMn zB das Wissen um Selektionsprozesse und -kriterien, medienökonomisches Grundwissen (die Werbebranche als wichtigste Kundschaft der Medien) etc.
In ein paar Jahren ist der ORF-General ein anderer, aber die Selektionsprozesse bleiben.

Di Fazz
00
15.1.2012, 13:27

Es wurden (soweit ich das aus dem kurzen Artikel bewerten kann) ein paar Grundlagen abgefragt.

Halten Sie es tatsächlich für möglich, kommerzielle Hintergründe des Mediengeschäfts zu kennen, aber nicht zu wissen wer Wrabetz ist?

ichbinsofrei.net
00
16.1.2012, 11:09
Ich bin der Meinung,

dass man sich mit Medienökonomie auskennen kann ohne den General zu kennen, ja. Und es bringt einem auch wesentlich mehr. Denn die Problematik, die mit der Finanzierung einhergeht, besteht nicht nur in Ö zB. Auch Selektionsprozesse usw. gibt es nicht nur in Ö.

Di Fazz
00
16.1.2012, 11:13

Na, dann hoffen wir mal, dass die Hochschule beim nächsten mal konkrete Fragen zur Medienökonomie stellt. Ich bin gaaaaaaaanz sicher, die Jugendlichen werden dann mindestens 9 von 10 Fragen richtig beantworten... ;)

ichbinsofrei.net
00
16.1.2012, 12:11

Natürlich können sie das nicht. Das habe ich nicht behauptet. Ich meinte lediglich, dass das Ausspucken von Namen u.Ä. noch lange keine Medienkompetenz macht.

Di Fazz
00
16.1.2012, 15:48

Für die Medienkompetenz wäre dann auch das Studium da. Voraussetzung ist ein gewisses Grundinteresse am Thema. Und dafür waren die Fragen wohl nicht schlecht geeignet.

Was kritisieren Sie jetzt eigentlich? Bzw., was war das Ansinnen Ihres ersten Postings? :)

ichbinsofrei.net
00
16.1.2012, 19:29
Es ging mir im ersten Kommentar darum,

dass man Medienkompetenz so nicht erfassen kann.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es eines Schulfaches "Medien und Kommunikation" bedarf. Am besten Pflicht.

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