Kollektivvertrag

Lohnverhandlungen für Gesundheits- und Sozialbereich unterbrochen

13. Jänner 2012, 12:59

Lohnerhöhung zwischen 2,95 und 3,05 Prozent für Gewerkschaft "völlig inakzeptabel"

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 90.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich sind laut Gewerkschaft in der Nacht auf Freitag nach zwölf Stunden Verhandlung ergebnislos unterbrochen worden. Das Angebot einer Lohn- und Gehaltserhöhung zwischen 2,95 und 3,05 Prozent liege unter der Inflationsrate von 3,2 Prozent, weshalb es "völlig inakzeptabel" sei, meint die Gewerkschaft und kündigt Betriebsversammlungen an. Die Arbeitgeber halten hingegen die Forderung der Gewerkschaft für "völlig unrealistisch".

Betriebsversammlungen im Jänner

Die Betriebsräte planten bereits jetzt betriebliche und überbetriebliche Aktionen in allen österreichischen Regionen, um die Beschäftigten und die Öffentlichkeit über den Verhandlungsstand zu informieren, erklärten Michaela Guglberger (vida) und Reinhard Bödenauer (GPA-djp) in einer Aussendung. Noch im Jänner sollen in den Betrieben Betriebsversammlungen stattfinden.

"4,1 Prozent unrealistisch"

Der Abschluss müsse für die Organisationen in der Sozialwirtschaft finanzierbar sein, betonte Wolfgang Gruber, Vorstandsvorsitzender der Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe (BAGS), nach der dritten Verhandlungsrunde. "Vor dem Hintergrund der Einsparungsmaßnahmen bei den öffentlichen Haushalten ist die Forderung der Gewerkschaft nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,1 Prozent daher völlig unrealistisch." Von den Arbeitgebern sei u.a. eine Verbesserung bei der Anrechnung der Elternkarenz zugesagt worden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Februar geplant. (APA)

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20 Postings
Moondancer
01
15.1.2012, 08:15
..na wenigstens etwas...

Der BAGS ist als Kollektivvertrag ein ganz schlechter Kompromiss gewesen, allerdings noch immer besser als nix. Wenn man die Entwicklung der Gehälter in diesem Bereich seit seiner Entwicklung betrachtet, kommen einem die Tränen. Ständige Nettoabwertung durch Abschlüsse unter der Inflationsrate, faule Kompromisse..Wertsicherung gibts bei jedem Mietvertrag, nur nicht im KV..

living reef
03
15.1.2012, 09:18
tja metall bearbeiten ist offenbar gesellschaftlich (monetär) mehr wertgeschätzt

als arbeit mit menschen. bei anstehenden kv verhandlungen wird immer das extrem des vöst stahlarbeiters beim hochofenanstich gezeig um darzustellen wie anstrengend es in dieser branche zu arbeiten ist. im pflegebereich werden keine aufnahmen gebracht wo 60kg schwere frauen 100 kilobröckerln ohne hilfe aus dem bett helfen müssen...die gesundheits- und sozialberufe sind nicht selten physisch, aber auch psychisch fordernd. diese belastungen und diese verantwortung wird monetär so gut wie gar nicht abgebildet. nachdem in diesen branchen - vorwiegend wo es wirklich anstrengend ist - überwiegend frauen arbeiten, braucht man ja auch nicht so gut entlohnen´. ist ja schließlich "nur frauenarbeit". leistung bringen doch nur die "echten männer" !???

g_icebear
06
14.1.2012, 19:46
Logisch

in einen Bereich der sehr hohen persönlichen Einsatz verlangt und gleichzeitig sehr viel für die Menschen bringt, kann es natürlich nicht sein, dass anständige Gehälter bezahlt werden. Das Geld würde dann ja für Banken, Politikerproteges und deren Abfertigungen fehlen.

n. urser
00
15.1.2012, 18:33
richtig,

aber als ausgleich könnt ma einen diplomatenpass ausstellen

Gobi Todic
02
14.1.2012, 14:30

Interessant dass der Standard nicht über den Streit beim Drucker KV berichtet.

mike sierra
03
14.1.2012, 14:26
unrealistisch?

Handel + Reinigungsbranche: +3,6 %
Metaller: +4,2% im Schnitt

Hier handelt es sich ja nicht um Beamte oder Vertragsbedienstete, die Gewinne stecken die privaten Betreiber ein.

sonne-licht
 
110
14.1.2012, 10:15
gerade im gesundheits- und sozialbereich

haben die wenigsten kompetenz?

da kommen dir menschen unter, die es dir neiden, wennst einen weihnachtszuschuss bekommst!

da kommen dir menschen unter die dein ansuchen gar nicht anschauen, sondern einfach aus sympathiewerten? ablehnen!

da kommen dir ärzte unter, wenn du um auskünfte fragst, die dich behandeln wie den letzten dreck!

liebe freunde von der gesundheits- und sozialbranche nehmt euch selber an der nase bevor ihr eure arbeit so rühmts!

natürlich gibts ausnahmen, um die tut es mir sehr leid, meistens junge die sehr wenig verdienen, jedoch wennst bei diesen menschen in diesen berufen in das detail gehst, siehst erst wie schlecht ausgebildet diese menschen sind!

ein graus, wie sich solche menschen als sozial ansehe

Gerhard Hofegger
01
14.1.2012, 23:24

Ich glaube nicht das sie Wissen wovon sie schreiben
Es tut mir auch leid. Österreich hat eine der besten
Ausbildungen im Pflegebereich international gesehen. Nur die Gestze erlauben es nicht dieses können und Wissen in diesem Gebiet voll einzubringen. Speziell bei der Gemeinde Wien werden Dipl.Fachkräfte oft als bessere Putzfrauen gesehen. Vom Faktor Zeit ganz abgesehen. Zeitvorgaben im Pflegebereich lassen natürlich keine optimale Pflege zu! Ein Unart.
Andere Länder haben sich inzwischen besonnen und dieses (Pflege nach Minuten) Modell wieder abgeschafft.

let´s go
01
14.1.2012, 17:53

Du stehst nicht für Sonne-licht, sondern für Schatten und Dunkelheit,...

Fritz Meyer
02
14.1.2012, 16:10
Erst einmal die Zusammenhänge begreifen...

bevor man so einen unmündigen Kommentar ablässt.

Es würde schon genügen, den Artikel überhaupt einmal DURCHZULESEN.

Musikexperte
02
14.1.2012, 14:41

ich nehme mal an, dass sie nicht wissen, wovon sie schreiben. es geht um die angestellten, die dem BAGS unterliegen. seit jahren findet ein enormes lohndumping bzw. auch dementsprechend eine entwertung von tätigkeiten im gesundheits- und sozialbereich statt. das ist die realität. der herr gruber ist eine persönlichkeit, die nur abkassiert und auch beim bags beteiligt war. er ist ja auch im vorstand eines rehaunternehmens, wo er kaltlächelnd die löhne mit einem trick (bags stufe 7, rehakräfte) und dem wissen der ehrenwerten gewerkschaft nach unten gedrückt hat. leitungsmitglieder in dem unternehmen haben ohnehin sonderverträge und privilegien, dass es einen schüttelt.

Alfred Zopf
017
13.1.2012, 22:01

Eine sozialpolitische Schande, gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich arbeiten die MitarbeiterInnen oft über ihre Grenzen (burnout lässt grüssen). Es wurde nichts aus der von der Gewerkschaft geforderten Sozialmilliarde. Wenn die Politik nicht aufpasst werden nur mehr mangelhaft Ausgebildete in diesen Beruf arbeiten, weil kein Hochqualifizierter sich bei diesen schlechten Rahmenbedingungen "das antut". D.h. es wird zwar mit viel Geld die Ausbildungen aufgebläht, aber arbeiten wird niemand von den Hochqualifizierten, die Problematik bei den Kindergartenpädagoginnen lässt grüßen.

byron sully
02
14.1.2012, 15:38

das ist richtig, grad diese berufe sind oft massivst unterbezahlt (es gibt ja nicht nur die gut bezahlten oberärztInnen, die machen da nur einen kleinstanteil an den in diesen berufen arbeitenden aus).

Saurer Zivi
12
14.1.2012, 10:17
Bedanken können sich viele für die teils schikanösen Arbeitsbedingungen beim Bundespräsidenten. Dieser unterstützt die "allgemeine" Wehrpflicht und somit auch den Zwangsersatzdienst in Form des Zivildienstes.

Zivildiener kosten im Gegensatz zu hauptberuflichen Arbeitskräften einen Pappenstiel.

Zivildiener haben keinerlei gewerkschaftliche Vertretung und können daher hint und vorne ausgenommen werden.

Das bedeutet natürlich enormen Druck auf die ArbeitnehmerInnen, die jederzeit durch einen Billigst-Lohn-Sklaven alias Zivi ersetzt werden können.

frusciante
022
13.1.2012, 16:32
wenns keine 4% minimum gibt, dann streik ich auch gerne

und das nicht am rücken der klient_innen, weil meine leistung spar ich dort ein wo's euch sesselkleber am meisten trifft, bei eurer werbung, euren statistiken usw. die ich in meiner arbeitszeit machen darf.
dann geb ich keine interviews über die sinnhaftigkeit meiner arbeit und mach keine statistik für 2012 - kreativität wird auch auf 0 geschraubt und es gibt dienst nach vorschrift. nix mehr mit flexibel, teamfähig, usw. - gehts scheissn ;)
hab die schnauze voll - wenn mich wer fragen würde, wieviel mehr gehalt wir fordern sollten, würde ich 25% sagen. wir sind doch sowieso chronisch unterbezahlt. mehr als 3oh kann man auf dauer in dem job nicht machen ohne burn-out oder ähnliches. deshalb muss man von 30h gut leben können-so schauts aus!

sartori
00
14.1.2012, 08:55
Danke,

Sie sprechen mir aus der Seele!

kater bruno
015
13.1.2012, 14:09

Gerade im Gesundheits- und Pflegebereich, das leider privatisiert wurde, werden Unsummen verdient. Die Leidtragenden sind die Sozialarbeiter und die Pflegearbeiter, die viel Arbeit, Stress, Verantwortung haben und leider nicht viel verdienen. Daher meine Forderung, diese Sparte wieder zu verstaatlichen und den Fonds Soziales Wien sofort aufzulösen und den völlig unnötigen Peter Hacker zu entlassen.

Musikexperte
01
14.1.2012, 15:27

hacker ist der grasser des sozialbereiches. was der mann schon verbockt hat, ist sensationell. trotzdem ist er fest im sattel.

I. O.
05
14.1.2012, 10:37
Perfekt geschrieben!

Voll auf Ihren Meinung bin!
Gut funktionierenden, früher noch mit besser bezahlten Jobs in Pflegesystem wurde zerstört!
Klientel und Mitarbeiter ausgebeutet, verarscht um die Traumgewinne die Aktiengeselschaftern!
Diese für Mitarbeitern und klientel beschießenen "Reform" zu verdanken noch für Schwarz/Blau....aber die Roten haben es auch munter mitgemacht!
Selbst war tätig 7 Jahre lang in diese Branche!
Gerade erlebt habe die "reformzeiten" wo die Löhne auf die helfte geschrumpft hat! Die BAGS sollen die von kapitalisten koffertragenden "Gewerkschaftern" welchen verraten haben die Interessen die Mitarbeiter selbst im Popo schieben!

Alfred Zopf
06
14.1.2012, 06:52

Ihr Wunsch in Ehren, die Realität schaut anders aus, es will niemand im verstaatlichten Bereich Personal neu aufnehmen, deshalb die Pseudo-Privatisierungen, es geht nur mehr um Zahlen nicht mehr um Menschen, das ist eine klare Folgerung der betriebswirtschaftlichen Sichtweise, die in meinen Augen im Sozial und Gesundheitsbereich kläglichst gescheitert ist, weil in diesen sensiblen Bereich volkswirtschaftlich gehandelt werden muss. Die betriebswirtschaftliche Logik steht der volkswirtschaftlichen Logik diametral gegenüber. Z.B. großzügige INVESTITIONEN bei den Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung sparen hohe Kosten bei den Erwachsenen (Mindestsicherung, Gefängnisse, Psychiatriekosten, etc.). Diese Logik wir veleugnet.

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