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Tokio - Die japanische Regierung ist in der Frage eines Importstopps für Erdöl aus dem Iran offenbar gespalten. Außenminister Koichiro Gemba sagte am Freitag, derartige Sanktionen erforderten "äußerste Umsicht", und die Regierung habe noch keine gemeinsame Haltung dazu gefunden. Finanzminister Jun Azumi hatte dagegen am Donnerstag nach einem Besuch seines US-Amtskollegen Timothy Geithner angekündigt, Tokio werde schnellstmöglich konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der iranischen Ölimporte treffen.
Geithner befand sich auf einer Reise durch mehrere Länder Ostasiens, um deren Unterstützung für einen Boykott der Öllieferungen aus dem Iran zu gewinnen. Die Zusage Azumis war als diplomatischer Erfolg Washingtons gewertet worden, nachdem Geithner zuvor in Peking auf Ablehnung gestoßen war. Durch den Boykott wollen die USA den Iran zum Einlenken im Atomstreit bewegen. Der Westen verdächtigt die iranische Führung, unter dem Deckmantel ihres zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist das zurück.
Gemba sagte nun auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Amtskollegen Alain Juppe, seine Regierung berate noch über eine einheitliche Position. Sanktionen dürften keinen gegenteiligen Effekt haben: Sollte sich infolge eines Ölembargos gegen den Iran der weltweite Ölpreis erhöhen, würde der Iran davon profitieren. Juppe zeigte sich seinerseits überzeugt, dass ein Boykott keine höheren Ölpreise nach sich ziehen würde. (APA)
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