US-Wahl 2012

TV-Satiriker Stephen Colbert will zur US-Präsidentenwahl antreten

13. Jänner 2012, 12:29

Unterstützung für nicht ganz ernst gemeinte Kandidatur von Kollegen Jon Stewart

Alle Jahre wieder - der TV-Satiriker Stephen Colbert will, wie bereits vor vier Jahren, auch heuer zur US-Präsidentschaftswahl antreten. Er strebe allerdings nur die Kandidatur zum "Präsident der Vereinigten Staaten von South Carolina" an, erklärte der Komiker, der mit seinem "Colbert Report" an Wochentagen mehrere Millionen Amerikaner mit politischen Scherzen belustigt, wie US-Medien am Freitag berichteten.

Der nicht ganz ernst gemeinte Präsidentschaftsanlauf von Colbert wird von seinem Kollegen Jon Stewart unterstützt, der mit der satirischen "Daily Show" eine der einflussreichsten politischen Unterhaltungssendungen der USA moderiert. Stewart und Colbert haben schon mehrfach gemeinsam politische Kampagnen lanciert. Zuletzt versammelten sie gemeinsam im Herbst vergangenen Jahres rund 200.000 Menschen zu einer Kundgebung "zur Wiederherstellung der Vernunft" in der US-Hauptstadt Washington. Der Name der Versammlung war eine Persiflage auf den Aufruf zur "Wiederherstellung der Ehre" Amerikas des ultra-konservativen ehemaligen "Fox News"-Moderators Glenn Beck.

Strohmann

Seine Kandidatur kündigte der Komödiant am Donnerstagabend (Ortszeit) in seiner Sendung an. Zuvor hatte er in einem gestellten Gespräch mit seinem Anwalt sichergestellt, dass er weiterhin mittels eines Unterstützungskomitees ("Super PACs") unbegrenzt Spenden von Lobbyisten und Firmen einsammeln könne, ohne auf die Kandidatur zu verzichten. Als sein "Strohmann" für das Spendensammeln fungiere Stewart, verkündete Colbert. Die Scharade ist eine Anspielung auf einen Entscheid des US-Höchstgerichtes aus dem Jahr 2010, wonach Wahlkampfspenden von Firmen und Lobbyisten als "freie Meinungsäußerung" anzusehen seien. In diesem Wahlkampf ermöglichen nun erstmals die "Super PACs", Spenden in unbegrenztem Ausmaß entgegen zu nehmen, solange diese "Political Action Comitees" nicht formell von den Kandidaten kontrolliert werden.

Stewart und Colbert gelten als linksgerichtet und trotz gelegentlicher Kritik als wichtige Stütze der Demokraten von Präsident Barack Obama. Für viele, vor allem junge US-Amerikaner werden ihre Sendungen laut Umfragen auch als wichtigstes Informationsmedium für politische Ereignisse betrachtet. (APA)

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10 Postings
farmer joe
02
14.1.2012, 20:26
mein colbert favourit:

http://www.youtube.com/watch?v=U7FTF4Oz4dI

und das alles bei einem "republikaner-treffen"
nice!

Schorli1
00
15.1.2012, 03:31

oh ja, das war großartig!
Da hat mir der gute George W. fast ein wenig leid getan

legal eagle
 
00
15.1.2012, 10:00

"don't let reality deterr you, because reality has a well known libral bias."

legal eagle
 
00
14.1.2012, 19:02
fun fact:

2009 gab es eine umfrage, nach der ein recht großer prozentsatz der selbst deklarierten republikaner stephen colbert für eine echten konservativen pundit hielten.

a grinch in the matrix
01
14.1.2012, 19:01
was heißt "gestelltes gespäch"?

colbert super pac existiert und sammelt geld (zuletzt für colberts un-glaub-lich teure schuhe).

der anwalt ist früherer vorsitzender der federal election commission, die unter anderem geldflüsse in wahlkämpfen überwacht, und hat colbert bei der genehmigung eines echten super pac tatsächlich vertreten.

die gründung und der betrieb von colberts super pac ist brillante satire über die völlig entratenen geldflüsse in us-wahlkämpfen.

niemand glaubte, dass da noch was drin steckt, aber mister super pundit colbert hat alle wieder mal überrascht.

man würde sich wünschen, dass leut', die über was schreiben, mehr ahnung davon hätten...

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
14.1.2012, 18:33

Stewarts und Colberts Sendungen sind deshalb so witzig, da sie die Doppelzüngigkeit und pure Dummheit der Reps entlarven. Das es tatsächlich Menschen gibt die dumm genug bzw. ignorant genug sind diese Partei zu wählen erscheint mir rätselhaft.

Senfgurkenkalif der Zweite
00
13.1.2012, 22:14
"im Herbst vergangenen Jahres"

Die APA lebt noch in 2011, soso.

santa fe
 
22
13.1.2012, 13:23

solange es jon stewart und stephen colbert gibt, ist selbst die amerikanische demokratie wieder herstellbar.

urban-a
11
13.1.2012, 23:32
was

die amerikaner an demokratie in den müll werfen ist immer noch mehr wert als unser sch...

Schorli1
03
15.1.2012, 03:33

bei uns läuft viel, viel zu viel verkehrt, aber tauschen möcht ich mit denen trotzdem nicht.

Aus der Ferne darüber lachen, ja das ist ok. Aber wehe so ein Müll kommt jemals über den Ozean

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