A-Tec-Verkauf

Brixlegg weist Vorwürfe der Korruption zurück

13. Jänner 2012, 12:12

Für Managemen ein gefaktes Störmanöver, das den Verkauf verzögern soll. Der beschuldigte Lieferant ist einer der Kaufinteressenten

Brixlegg - Das Management der Montanwerke Brixlegg hat am Freitag anonym erhobene Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen und die Behauptungen als Störmanöver im gerade zu Ende gehenden Verkaufsprozess bezeichnet. Der Brief ohne Absender, über den das "Format" in seiner am Freitag erschienenen Ausgabe berichtet, "dient offensichtlich dazu, das Vertrauen in den Vorstand und in die Arbeit der Montanwerke Brixlegg Aktiengesellschaft zu erschüttern, und bezweckt offenbar die Verzögerung und Beeinflussung des laufenden Veräußerungsprozesses", erklärte Vorstand Robert Stibich.

In dem an den früheren A-Tec-Boss Mirko Kovats gerichteten Brief wird behauptet, ein deutscher Lieferant habe Brixlegg Ware zu überhöhten Preisen verkauft und die Firma dabei um 45 Mio. Euro geprellt; "Teile der Geschäftsführung" hätten dies gewusst und mitgeschnitten. Stibich wies die Behauptung als belegbar falsch zurück, "es wurden zu keiner Zeit marktunübliche Geschäfte mit irgendeinem unserer Lieferanten getätigt".

Kovats, der seit dem Ende des Sanierungsverfahrens im vergangenen Oktober nicht mehr direkt in die Veräußerungen involviert ist, nimmt laut Magazinbericht "die Vorwürfe sehr ernst". Masseverwalter Matthias Schmidt will "der Sache sofort nachgehen".

Brixlegg steht als letzter verbliebener (großer) Restposten des ehemaligen Milliardenkonzerns A-Tec in den nächsten drei bis vier Wochen zum Verkauf an. Zu den Interessenten zählen sowohl strategische als auch Finanz-Investoren. Auch jener deutsche Schrotthändler, der angeblich überhöhte Rechnungen gelegt hat, befindet sich unter den Interessenten. Das Urteil des Managements wird bei der vom Treuhänder zu treffenden Verkaufsentscheidung ein Wörtchen mitzureden haben, sagte ein mit der Sachlage vertrauter Beobachter.

Der Verkaufsprozess für die Montanwerke, der eigentlich schon 2011 beendet hätte werden sollen, steht unter beachtlichem Zeitdruck. Dem Vernehmen nach mangelt es zwar nicht an Interessenten - die sich weiter verschlechternden Konjunktur werde sich aber im erzielbaren Verkaufspreis niederschlagen, hieß es. Die Tiroler Kupferhütte und ihre Schwesterfirmen in der Slowakei und Frankreich erzeugen besonders konjunktursensible Güter. (APA)

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